Bitcoin: Von 20 auf 1.200 Dollar in einem Jahr

Der Bitcoin stieg innerhalb eines Jahres von unter 20 auf über 1.000 Dollar. Die Debatte zwischen Blase und Revolution, Gebühren und Mining...

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Von 20 auf 1.200 Dollar: Das Jahr, in dem Bitcoin Millionäre machte

Im November 2013 durchbrach der Bitcoin erstmals die Marke von 1.000 Dollar. Ein Jahr zuvor lag der Kurs noch unter 20 Dollar. In zwölf Monaten vervielfachte sich der Preis der von dem anonymen Satoshi Nakamoto geschaffenen Währung und verwandelte eine Reihe früher Investoren in Papier-Millionäre. Der Rest des Marktes blickte mit gleichermaßen Gier und Skepsis auf den Bildschirm. Die Chronik, beginnend mit vier Momentaufnahmen zwischen März und Oktober 2013, zeigt einen Anstieg, dessen Ende niemand vorhersehen konnte.

Wie stark stieg der Bitcoin zwischen 2013 und 2014?

Die im Bericht genannten Zahlen zeichnen ein Bild eines schizophrenen Assets. Es gibt Käufe bei 90 Dollar, spätere Verkäufe zu 100 Dollar, eine Schwelle von 1.000 Dollar, die Ende 2013 als Obergrenze galt, und Spitzenwerte von 1.200 Dollar vor dem ersten ernsthaften Einbruch. Wer früh eingestiegen war, hatte seine Investition innerhalb eines Jahres um ein Vielfaches vermehrt. Die Volatilität, verteidigt als Zeichen einer entstehenden Reife, war zugleich das Hauptargument der Skeptiker, dem Bitcoin den Status einer Währung abzusprechen.

Der Größenvergleich sprengt jeden traditionellen Rahmen. Die Hälfte aller Länder weltweit hat ein Pro-Kopf-Einkommen von weniger als 9.300 Dollar; bei einem Kurs von 700 Dollar pro Münze entspricht dies weniger als dreizehn Bitcoins pro Einwohner dieser Staaten. Indien liegt bei etwa 3.900 Dollar BIP pro Kopf, China bei 9.300 Dollar. Die Debatte darüber, ob er für die Mehrheit der Weltbevölkerung als Geld taugte, prallte frontal gegen die Arithmetik. Und genau dort wurde es interessant.

Laszlos Pizza und der Preis des Irrtums

Die Anekdote, die die gesamte Diskussion dominiert, ist die Geschichte von zwei Pizzen, die ein Pionier mit 10.000 Bitcoins bezahlte. Bei einem Kurs von rund 964 Dollar pro Einheit waren diese Tokens bereits 9.645.000 Dollar wert. Diese Berechnung wird zitiert als freundliche Warnung und als Erinnerung daran, dass das Ausgeben von Coins im Jahr 2013 eine verzögerte Ruinierung bedeuten konnte. Mehrere Teilnehmer bringen dieses Beispiel immer wieder ins Spiel, wenn gefragt wird, ob man verkaufen sollte.

Die Zahl hat ihre Tücken: Während manche sie nutzen, um ewiges Hodl zu rechtfertigen, führen andere sie an, um zu beweisen, dass Bitcoin nie etwas anderes war als ein Spekulationsobjekt. Beide lesen dieselbe Geschichte und ziehen die gegenteilige Schlussfolgerung.

Warum einige von Tulpenblase sprechen, andere von Revolution

Der Vergleich mit der holländischen Tulpenmanie des 17. Jahrhunderts ist das am häufigsten wiederholte Argument der Kritiker. Darauf wird mit drei Punkten geantwortet: Niemand habe sich verschuldet, um Bitcoins zu kaufen; das Asset habe einen verifizierbaren technischen Nutzen; und der Vergleich eines verteilten Netzwerks mit einer Zwiebel verwechsle Hülle und Inhalt. Die Diskussion über ein Ponzi-Schema bleibt ungelöst.

Ein Sektor behauptet, das eigentliche pyramidale Schema sei das Fiat-Geld, das ohne Deckung gedruckt und per Dekret entwertet werde. Das Gegenargument lässt nicht auf sich warten: Würden alle existierenden Bitcoins zum Verkauf stehen, würde ihr Marktwert weit vor Erreichen der theoretischen Kapitalisierung zusammenbrechen. Dieser Dissens darüber, was eine Kapitalisierung von 10 Milliarden Dollar bedeutet, zieht sich durch das gesamte Material und findet nie ein Ende.

Auch der technologische Vergleich spaltet. Einige erinnern daran, dass dem Internet von 1995 mit derselben Sicherheit die Zukunft abgesprochen wurde wie heute dem Bitcoin; andere kontern, dass die Analogie für alles gilt und nichts beweist. Die Liste gescheiterter Prophezeiungen – SMS versus Messaging-Apps, Fax versus E-Mail – wird wie ein Mantra wiederholt.

Was änderte die chinesische Regulierung im Dezember 2013?

Das Eingreifen des chinesischen Regulators wird von einem Teil der Analyse optimistisch gelesen: Statt Besitz zu verbieten, schuf die Maßnahme vom 5. Dezember 2013 einen rechtlichen Rahmen für Börsen, genau das Glied, das als schwächstes im Ökosystem galt. Die offizielle These besagt, dass kein Land den Handel zwischen Privatpersonen verbiete und dass die erste Norm oft den Ton angibt.

Derselbe Fakt zulässt jedoch auch die gegenteilige Lesart: Jede regulatorische Ankündigung erzeugt einen Preisschock, der die angebliche Unabhängigkeit des Marktes widerlegt. Die nationale Wirtschaftspresse veröffentlichte überwiegend negative Meinungen und die europäische Bankenaufsicht warnte vor den Gefahren des Instruments, während die Technologie-Ressorts derselben Medien echte Adoptionsschritte dokumentierten. Die Diskrepanz zwischen beiden Berichten wurde mit Sarkasmus kommentiert.

Zentralisierung des Minings: Die Schwachstelle, die niemand sehen will

Die unbequemste technische Analyse kommt aus den eigenen Reihen: Bitcoin hängt von externem Input an Rohstoffen und Energie ab, was das Mining zu wenigen großen Gruppen drängt. Wer schnelle Rendite sucht, tritt den Pools bei, die geringere Varianz bieten, und diese Gruppen widmen ihre Hardware zunehmend dem Mining anderer Netzwerke. Das Ergebnis ist ein Netzwerk, dessen Sicherheit auf einem Handvoll Akteuren ruht, die Anreize haben, den Gewinn zu maximieren.

Das meistzitierte Beispiel ist der Ausstieg von Minern aus einem großen Pool, der die Situation innerhalb von 12 Stunden normalisierte. Optimisten sehen darin einen Beweis für die Reaktionsfähigkeit der Community. Pessimisten erwidern, dass die Lösung einer Krise keine Garantie für die nächste sei und das strukturelle Grundproblem bestehen bleibe.

DOGE, NXT und die Fieber der Altcoins

Mitten im Hype tauchen Klon-Währungen auf. Eine davon, ursprünglich als Scherz gestartet, erreichte binnen zehn Tagen nach ihrer Gründung den 16. Platz nach Marktkapitalisierung und überholte etabliertere Projekte. Manche prahlen damit, 600.000 Einheiten geschürft zu haben und in zwei Jahren aus einem Sportwagen heraus zu winken. Die Antwort ist ätzend: Diese 600.000 Tokens entsprechen nur 0,3 Bitcoins auf dem einzigen Markt, wo sie gehandelt werden.

Eine andere aufstrebende Währung notiert nach einem allgemeinen Einbruch bei 0,035 Dollar und präsentiert eine alternative Konsens-Technologie – Proof of Stake statt Proof of Work –, die einige für überlegen halten. Das Problem, so wird argumentiert, sei, dass die anfängliche Verteilung per Dekret festgelegt wird und Entwickler sich im Voraus einen Prozentsatz der Geldmenge zuschanzen. Das Misstrauen gegenüber dem noch geschlossenen Code hemmt die Vorsichtigen.

Das Gebührenproblem bei Cent-Zahlungen

Die konkreteste Kritik richtet sich nicht gegen den Preis, sondern gegen den Alltagsgebrauch. Bei Mikrotransaktionen übersteigt die Gebühr den gezahlten Betrag, und der deflationäre Charakter der Währung verschärft das Problem mit der Zeit. Die Gegenreaktion erinnert daran, dass die Prüfung der Echtheit einer Mikrozahlung in physischem Gold deutlich mehr kostet als zwei Cent und dass das Netzwerk enorme Rechenleistung verbraucht, die jemand finanzieren muss.

Hier stockt das Argument. Einige glauben, Bitcoin werde die globale Rechnungseinheit und die Gebühr sei der faire Preis für Dezentralisierung; andere behaupten, ohne Stabilität werde er nie etwas anderes sein als ein Spekulationsvehikel für schnelle Trader. Das Tool zur Transaktionsvermischung, das am Ende erwähnt wird, wird als Privatsphäre-Gewinn gefeiert, obwohl niemand offen sagt, wie viel Enthusiasmus Glaube ist und wie viel Profitgier.

Die vollständigen Daten mit Aufschlüsselung der Käufe, Orders und Preise ermöglichen eine monatliche Rekonstruktion des Anstiegs. Dies ist der Teil des Materials, der nicht in den Schlagzeilen erscheint und den jeder nach Belieben interpretiert.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (3063 Antworten).

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