Bitcoin fegt schwache Hände weg und visiert 36.000 an
Der Bitcoin hat die ungläubigen schwachen Hände überrollt, und jetzt stellt sich die Frage: Ist das eine technische Erholung oder der Beginn eines weiteren heftigen Absturzes? Die These, die die Diskussion eröffnet, ist unmissverständlich: **Am Sonntag stehen wir bei 36.000**. Das sei keine Meinung, das sei Information, heißt es. Und von da an ist der Rest ein Glaubensübung, eine Rechnerei mit Unterstützungszonen und das eine oder andere Kaufversprechen, das nie mit Screenshot einhergeht.
Die erste Meldung, die die Runde macht: **Binance habe Bitcoin-Auszahlungen blockiert**. Sofort wird korrigiert: Auszahlungen sind wieder möglich. Dieses Detail, so klein es scheint, nährt die *to the moon*-Erzählung und den Glauben, es gebe „Geschenke" am Markt. Die Euphorie währt kurz. Einer warnt, wer jetzt nicht *all-in* gehe, solle später nicht weinen, ein anderer antwortet, alles andere als ein Aufschwung zu Allzeithochs sei ihm scheißegal. So beginnt der übliche Zyklus.
Der Stop-Abriss unterhalb des 200-Wochen-Durchschnitts
In der zweiten Runde setzt sich die technische Analyse durch. Manche behaupten, **der Kurs sei unter den 200-Wochen-Durchschnitt gedrückt worden, um Stops abzuräumen**, als gäbe es kein Morgen. Das Szenario: eine Erholung Richtung **28.000-30.000** und dann wieder abwärts mit der Wut eines Wildschweins. Das ist die verbreitetste Version unter denen, die hier nur eine Verschnaufpause sehen, keinen Trendwechsel.
Das Problem: Niemand einigt sich auf den Zeitplan. Die einen sagen, die Erholung kommt sofort, die anderen, die Wale hätten sich zurückgezogen, um die Nasdaq zu retten, wenn am Donnerstag die Zinsen angehoben werden. Die vorgeschlagene Abfolge: erst wird hier und da Liquidität eingesammelt, dann werden die Zinsen gesenkt, und der große Aufschwung kommt **ohne die Wale**, wenn diese wieder einsteigen. *Timing is everything*, fasst die skeptischste Fraktion zusammen.
Die Forderung nach Transparenz lässt nicht lange auf sich warten: Wer Kaufsignale verbreite, solle Screenshots seiner Trades zeigen. Die Antwort ist Schweigen, der ein oder andere Meme und ein Gelächter. Das Gespenst des verbalen *all-in* wird entlarvt, ohne dass jemand mit dem Finger zeigen müsste.
Warum spricht man von einer Erholung im Juli?
Die Kalendertheorie hat ihre eigene Ausrede. **Jedes Jahr um den 21. Juli legt der Bitcoin einen Sprung hin**, behauptet ein Teilnehmer, der daraus längst eine Tradition gemacht hat. Die Behauptung wird mit der Feierlichkeit eines Orakels wiederholt: „Chocolate hat gesprochen." Einen Chart dafür gibt es nicht, aber sie passt zum Bedürfnis, im Rauschen ein Muster zu finden.
Der Kontrapunkt kommt aus der Makroanalyse. Es sei plausibel, dass es im Juli und August etwas aufwärtsgehe, aber es gebe **zu viele offene Baustellen**, um optimistisch zu sein. Die Ansteckungsgefahr von AC3 wird erwähnt, samt möglicher Wirkung auf den Kryptomarkt. Der Verweis auf Ark Invest dient als Quelle dieses gemäßigten Pessimismus.
Währenddessen fällt der Kurs weiter und die Witze mehren sich. Dass die Strandkaution in Bitcoins billiger sei als in Benzin, dass der OP so gut informiert war, dass ihn nur der an Unpünktlichkeit übertrifft, der ihm folgt. Ein Absturz auf **10.000** wird als mögliches Szenario erwähnt. Ganz ausschließen will ihn niemand.
Das Dreieck, das platzte, und die Gazelle, die sich für einen Wal hielt
Die technische Analyse kommt mit mehr Geometrie zurück. Die Rede ist von einem **Dreieck und Unterstützungen auf einer Linie**. Die Beschreibung könnte ehrlicher nicht sein: „Wenn er jetzt fällt, geht alles abwärts, wenn er sich hält, geht es aufwärts, laut den Dreiecken, Linien und diesen mysteriösen Geometrien." Der Vergleich mit der Astrologie ist kein Zufall. Und das Urteil fällt knapp aus: **geplatzt**.
Die Jagdmetapher trägt die ganze Erzählung. Es ist von **Gazellen die Rede, die sich für Wale halten, gefangen von starken Händen**. Und es wird gewarnt, dass noch viele Gazellen abgeräumt werden müssen. Der Prozess endet dort nicht: Noch müssen die Unternehmen liquidiert werden, die Bitcoin auf Schulden gekauft haben. **Microstrategy** ist in dieser Woche der Name, den man im Auge behalten sollte.
Das dahinterliegende Szenario: ein System, das die Kryptos mit den Walen nicht mehr kontrolliert und sich erst mit den eigenen Problemen auseinandersetzen muss, bevor es sie verbietet. Die Schlussfolgerung: Sie sind **ein Gewinnpferd auf mittlere Sicht**, aber noch nicht, bis die Wale sich endgültig zurückgezogen haben. Eine Nuance, die alles verändert.
Das Geld hat keine Zeit für Blödsinn
Die nüchternste Lesart kommt vom Kapitalfluss. Es heißt, **das Geld sei im Moment nicht für Blödsinn da**, und jeder Aufschwung sei der eines toten Katers, immer wieder, während die Kryptos ihre jeweiligen Gräber graben. Der Absturz kehrt mit voller Wucht zurück, und dem Optimismus gehen die Argumente aus.
Der geopolitische Kontext schleicht sich ins Gespräch. Erwähnt wird, dass Russland **600 Milliarden Euro** gestohlen wurden, die es auf britischen und US-Banken hatte. Die Deutung: Der Welt sei gesagt worden, der Dollar sei nicht sicher und plünderbar, was nach Ansicht mancher den Bitcoin auf eine Million treiben müsste. In dieser Logik gibt es einen Sprung, den niemand so recht erklärt.
Auch das Makroszenario der Zwischenwahlen taucht auf: Wahlen mitten im Zinsanstieg, Rezession und Benzin über **8 Dollar**. Die Hypothese: 2023 wird der CBDC-Dollar eingeführt, Ende des Jahres beginnen die Zinsen zu sinken, damit 2024 mit einer Wirtschaft *on steroids* startet. In einer entglobalisierten Welt lässt sich dieser Plan nicht mehr so leicht umsetzen.
Die Prognose mit Vorbehalt
Die Erholung kann kommen. Oder auch nicht. Die einzige Gewissheit, die dieser Ausflug lässt, ist, dass **der Markt alle aus dem Markt gefegt hat, die zu spät eingestiegen sind**, und dass diejenigen, die jetzt massenhafte Käufe versprechen, keinen einzigen Trade gezeigt haben. Der Kurs bleibt der Richter. Und am Sonntag, so die ursprüngliche Information, stünden wir bei 36.000. Falls nicht, bleibt immer noch der 21. Juli.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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