Binance: Rabatt kollidiert mit hohen BTC-Auszahlungsgebühren

Bitcoin-Auszahlungen bei Binance kosten ca. 25 € im Vergleich zu 0,20 € in anderen Netzwerken: Der 10%-Rabatt auf Gebühren ist beim Ausstieg wirkungslos.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Binance: Rabatt kollidiert mit hohen BTC-Auszahlungsgebühren
Binance und der 10%-Rabatt: Niedrige Handelsgebühren, teure Auszahlungen

Binance wirbt im einleitenden Thread damit, einige der niedrigsten Handelsgebühren am Markt anzubieten. Der lebenslange 10%-Rabatt ist an einen Empfehlungscode gebunden —DKR7RVA3— und wird Nutzern angeboten, die über diesen Link ein Konto eröffnen. Die Überraschung kommt beim Auszahlen: Nutzer berichten, dass die Auszahlung von Bitcoins etwa 25 Euro kostet. Kaufen ist günstig; Bewegen deutlich weniger.

So funktioniert der 10%-Rabatt bei Binance

Der Vorgang ist einfach. Man erstellt das Konto über den Einladungslink, verifiziert die E-Mail-Adresse und stellt sicher, dass im Feld „Referral ID (Optional)“ der Code DKR7RVA3 steht, der den lebenslangen Rabatt von 10 % auf Gebühren aktiviert.

Die Plattform bietet die Wahl zwischen Zwei-Faktor-Authentifizierung per SMS oder Google Authenticator; der Link-Empfehlende empfiehlt aus Sicherheitsgründen die zweite Option. Geld kann per SEPA-Überweisung ohne Gebühren oder mit Kreditkarte eingezahlt werden, wobei letztere 2 % Kosten verursacht – eine Option, die im selben Thread für mehr Anonymität beworben wird.

Im Angebot sind Paare gegen Euro —Bitcoin, Ethereum, Ripple oder Litecoin unter anderem— sowie Paare wie ADA/EUR, um ohne Umweg über den Dollar ein- und auszusteigen, so die Antworten im Thread. Die grundlegende Abwicklung ist klar: Markt, Preis, Menge und ausgeführte Order.

KYC: Die Grenze, die manche nicht überschreiten wollen

Der Streitpunkt ist nicht der Rabatt, sondern die Identitätsprüfung. Die Anforderung, das KYC-Verfahren (Know Your Customer) durchlaufen zu müssen, wirkt als Filter für Teile des Publikums, die gerade wegen der Diskretion auf diesen Markt kommen. Manche fassen es ironisch zusammen: Wenn man sich identifizieren muss, verliert die Sache für bestimmte Investorentypen ihren Reiz.

Das Argument lautet, dass ohne KYC keine Banküberweisungen oder Auszahlungen möglich sind, sodass die Alternative darin besteht, auf Binance zu verzichten oder den Prozess zu akzeptieren. Im Thread gibt es auch Stimmen, die dafür plädieren, Dinge „korrekt und legal“ zu tun, da das Gegenteil oft zu schwer einzufordernden „Schocks“ führt.

Wo kauft man Kryptowährungen ohne KYC?

Die häufigste Antwort nennt zwei Wege. Der erste ist der Handel zwischen Privatpersonen über P2P-Plattformen, wie sie im Thread erwähnt werden. Der zweite sind Krypto-Automaten in Städten, wo man ohne Exchange kauft.

Die Kosten, geben selbst Befürworter dieses Weges zu, sind höher. Das rechtfertigende Argument ist, dass dieser Aufpreis verschwindet, wenn die Währung lange genug gehalten wird: Die Volatilität von Bitcoin macht wenige Prozentpunkte mehr beim Einstieg gegenüber einer Kursbewegung des Assets unbedeutend. Es ist eine schlüssige Überlegung, aber letztlich eine elegante Art zu sagen, dass man dafür zahlt, seinen Personalausweis nicht zeigen zu müssen.

Was kostet die Auszahlung von Bitcoin von Binance auf einen Ledger?

Hier liegt das verwirrende Detail. Das Abheben von BTC über das Hauptnetzwerk von Bitcoin kostet laut einem Teilnehmer etwa 25 Euro. Bei Nutzung eines anderen Netzwerks —BNB oder BSC— sinken die Kosten auf etwa 0,20 Euro. Das Problem ist jedoch, wie der Fragesteller anmerkt, dass nicht klar ist, ob Wallets wie Ledger oder Exchanges wie Coinbase diese alternativen Netzwerke unterstützen, sodass die Ersparnis nicht immer anwendbar wäre.

Der Vergleich zwischen Plattformen ändert das Bild kaum. Manche weisen darauf hin, dass die Auszahlung bei Coinbase rund 1,5 % beträgt, während andere erinnern, dass der feste Betrag in einer anderen bekannten App bei etwa 0,001 BTC liegt. Die unausweichliche Schlussfolgerung ist unbequem: Für Trading sind die Handelsgebühren wichtig; für langfristiges Halten in einer Cold Wallet zählt die Auszahlungsgebühr, und hier hilft der 10%-Rabatt nichts.

BETH und die verzögerte Promise von Ethereum 2.0

Unter den wiederkehrenden Fragen taucht BETH auf, der Binance-Token im Zusammenhang mit Ethereum 2.0. Die Frage ist, ob man jetzt einsteigen oder warten sollte. Die verbreitete Antwort ist vorsichtig: Die vollständige Implementierung von Ethereum 2.0 würde frühestens im nächsten Jahr erfolgen.

Für den Durchschnittsinvestor reduziert sich die Entscheidung darauf, ob er bereit ist, Kapital zu binden, um eine zukünftige Rendite zu erzielen, deren Datum noch nicht feststeht.



Am Ende bleibt die Frage offen, wie viel man wirklich spart, wenn man berücksichtigt, wie teuer der Ausstieg ist. Mit Kauf zum Schnäppchenpreis und Auszahlung zum Goldpreis entscheidet sich die Rentabilität einer kleinen Transaktion im letzten Schritt, nicht im ersten.

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (230 Antworten).

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