Wozu sind Kryptowährungen eigentlich da? Die Antwort ist ernüchternd

95 Prozent aller Kryptowährungen sind Vaporware, nur 1 Prozent hat echten Nutzen. Eine Analyse des Krypto-Ökosystems jenseits der Spekulation.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Kryptowährungen: echter Nutzen oder digitaler Schwindel? 95 Prozent sind nichts wert

Die Frage, die sich jeder Anleger stellt: Wozu dienen 15.000 Kryptowährungen, abgesehen von der Spekulation? Die Antwort aus dem Ökosystem selbst ist vernichtend. Eine grobe Analyse, gestützt auf die Stimmung vieler Teilnehmer der Szene, geht davon aus, dass 95 Prozent der existierenden Token Vaporware sind: kopierte Whitepaper, anonyme Teams und Premining, damit die Gründer sich die Taschen füllen, bevor der Token abstürzt. Weitere 4 Prozent sind „Shitcoins“ mit gutem Community-Management – Dogecoin, Shiba Inu, Pepe –, reines Glücksspiel, bei dem die Früheinsteiger den Spätankömmlingen den Traum verkaufen. Nur 1 Prozent (Bitcoin, Ethereum, eine ernsthafte L1) hat echte Traktion, doch ihr Nutzen im Alltag bleibt marginal.

95 Prozent der Token haben keinen echten Nutzen

Ein immer wiederkehrendes Argument lautet: „Du kannst in fünf Minuten deinen eigenen Token erstellen.“ Und das ist kein Witz. 90 Prozent der Kryptowährungen sind „Billigprodukte“, die jeder ohne Aufsicht erzeugen kann. Die anderen 9,99 Prozent sind Tech-Startups, die ihr Projekt mit Token statt mit einem Börsengang finanzieren und dabei die fehlenden bürokratischen Hürden ausnutzen. Das Ergebnis? Ein Dschungel substanzloser Projekte, bei denen die meisten nur dazu dienen, sie einem Ahnungslosen anzudrehen. Der Vergleich mit den Tulpen des 17. Jahrhunderts liegt nahe: Damals dienten die Zwiebeln zum Pflanzen und zum Verkauf von Blumen; hier gibt es nichts Greifbares, nur Erwartungen.

Das restliche 1 Prozent: gebrochene Versprechen und marginale Nutzung

Ethereum behauptet, die Grundlage der dezentralen Finanzen (DeFi) zu sein: Kredite, Staking, Smart Contracts. Solana rühmt sich damit, ihre hohen Gebühren gelöst zu haben. Privacy-Coins (Monero, Zcash, Dash) bieten Anonymität. Stablecoins (USDT, USDC) imitieren das Fiat-Geld. Und es gibt Token, die durch Gold gedeckt sind (PAX Gold) oder tokenisierte Aktien. Doch außerhalb des Krypto-Ökosystems ist die tatsächliche Nutzung fast null. Ja, man kann mit Krypto über Bitrefill oder Krypto-Debitkarten einen Kaffee oder ein Hotel bezahlen, aber in der Praxis werden 99 Prozent der Transaktionen am Ende in Fiat umgewandelt. Der Hauptvorteil liegt laut den Befürwortern in der Selbstverwahrung: Geld besitzen, ohne die Erlaubnis einer Bank einholen zu müssen und ohne Sperrungen fürchten zu müssen. Der Rest ist Versprechen.

Mit Ironie blickt ein Kommentar in die Zukunft: Mit dem Börsengang von SpaceX würde Marscoin an Bedeutung gewinnen, die offizielle Währung des Mars. Denn wenn Bitcoin auf der Erde das digitale Gold ist, braucht es auf dem roten Planeten etwas mit geringerer interplanetarer Latenz. Bis dahin wird die angekündigte „Endreinigung“ nur eine Handvoll Kryptowährungen übrig lassen. Der Rest ist heiße Luft.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (43 Antworten).

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