Bayer-Aktie halbiert sich nach Höchststand wegen Glyphosat-Klagen

Bayer notiert bei der Hälfte des Höchststands aufgrund von Glyphosat-Rechtsstreitigkeiten, mit einem KGV von 11,32 und einem EV/EBITDA von 9,15. Die Zahlen laden zum Kauf ein; die Klagen zum Abwarten.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bayer-Aktie halbiert sich nach Höchststand wegen Glyphosat-Klagen
Bayer: Von 146 Euro auf die Hälfte wegen Glyphosat

Es gibt eine Szene, die die Geschichte der Bayer-Aktie gut zusammenfasst: Eine Aktie, die bei 146 Euro lag und Monate später für 115 Euro gekauft wurde, mit dem Gefühl, ein gutes Geschäft gemacht zu haben. Das deutsche Unternehmen erreichte im April historische Höchststände und durchlief seitdem eine Korrektur, die viele als Chance sahen. Die Übernahme von Monsanto, abgeschlossen nach regulatorischer Genehmigung, veränderte das Bild: Der Pharmakonzern wurde auch einer der drei größten Agrochemiekonzerne der Welt. Und damit erbte er ein Problem, das niemand vollständig eingepreist hatte: Glyphosat.

Ein Riese mit zwei Motoren und laufenden Rechtsstreitigkeiten

Bayer ist seit Jahren nicht mehr nur ein Pharmaunternehmen. Zu den Krebsmedikamenten —Regorafenib, Xofigo— sowie dem Tiergesundheits- und Kunststoffgeschäft kam die Landmaschinentechnik von Monsanto hinzu, mit Samen, die für die Verwendung mit Roundup entwickelt wurden. Die Ergebnisse stimmten: Nettogewinn von 3,497 Milliarden Euro zwischen Januar und September 2015, ein Plus von 9,2 %; 4,110 Milliarden Euro zum Jahresende 2015, ein Plus von 20 %, bei einem Umsatz von 46,324 Milliarden Euro. Das Unternehmen erhöhte die Dividende, und Analysten gaben Kursziele von 125, 139 und sogar 152 Euro aus.

Die Erzählung brach vor einem Gericht in Kalifornien. Ein Urteil verurteilte Monsanto, bereits eine Tochtergesellschaft von Bayer, in einem Krebsfall, der dem Herbizideinsatz zugeschrieben wurde. Die Aktie fiel an einem einzigen Handelstag um 12 %. Von da an schaute der Markt auf das Portfolio der Klagen und nicht mehr auf die Gewinne.

Was kostet ein Prozess, dessen Kosten unklar sind?

Die Auswirkungen haben zwei Ebenen. Die erste ist wirtschaftlich: Entschädigungen und Rückstellungen. Die zweite ist strategisch: Wenn Glyphosat in einem relevanten Markt verboten wird, verlieren Monsantos Samen teilweise ihre Bedeutung, da sie für die Anwendung mit dem Herbizid entwickelt wurden. Hier liegt der Kern der Sache. Solange das Ausmaß der Forderungen nicht geklärt ist, wird die Aktie darunter leiden, was erklärt, warum sie bei der Hälfte des Höchststands notiert.

Die Kennzahlen laden jedoch zum Gegenteil ein. Mit einem EV/EBITDA von etwa 9,15 und einem KGV von 11,32 ähnelt die Bewertung eher der eines Unternehmens in Schwierigkeiten als der eines weltweiten Oligopols. Dies ist das Argument der Käufer: Selten kann man in einen der drei größten Agrochemiekonzerne der Welt zu diesen Multiples einsteigen.

Schwacher DAX und deutsche Quellensteuer

Nicht alles hängt mit Glyphosat zusammen. Auch der deutsche Index drückt nach unten und zieht die am stärksten betroffenen Werte mit. Beim Kauf gibt es Kleingedrucktes zu beachten: Deutschland behält 26 % der Dividenden als Quellensteuer ein, und in Spanien werden aufgrund der Doppelbesteuerung nur 15 % erstattet. Der Kauf der Aktie am spanischen Markt ändert nichts an der Quellensteuer, wohl aber an Gebühren und Liquidität: Der deutsche Markt bewegt deutlich höhere Volumina.

Die Wende, die die Bären überraschte

Ein Bundesrichter begann, Klagen abzuweisen, indem er den Umfang der Beweise einschränkte, die Roundup mit Krebs in Verbindung brachten. Die Aktie stieg an der deutschen Börse an einem einzigen Tag um 6,74 %. Für die Befürworter des Wertes bestätigt dies, dass der Markt das Schlimmste eingepreist hatte. Für Skeptiker ist es eine Verschnaufpause innerhalb eines weiterhin offenen Rechtsstreits.

Hier liegt die ungelöste Widersprüchlichkeit: Ein Unternehmen, das jedes Jahr mehr verdient, Teil eines Oligopols ist und wie ein bankrottes Unternehmen gehandelt wird. Die Zahlen sagen das eine, der Justizkalender das andere. Der verwirrende Fakt: Die Aktie war einmal 146 Euro wert und kostet heute die Hälfte, mit denselben Medikamenten und Samen im Katalog.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (57 Antworten).

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