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BASF: Der Chemieriese verliert Gas und gewinnt Zweifel
BASF ist 24% unter die April-Hochs gefallen: teures Gas, eine Explosion in Deutschland und eine historische Dividende, die Schulden verbirgt. Wertanlage oder Falle?
BASF im freien Fall: Kaufgelegenheit oder Value-Falle?
Ein Paradox: Wer seit 2007 BASF gekauft hätte, hätte 38 Euro Dividende je Aktie erhalten – fast der aktuelle Kurs der Aktie. Und dennoch notiert der Kurs auf demselben Niveau wie vor 17 Jahren. Eine verlockende Dividendenrendite, die aber ein Geschäft verbirgt, das das billige russische Gas verloren hat, das einst seine Margen speiste.
Die Aktie des deutschen Chemieriesen ist von fast 55 Euro im April auf 42 Euro gefallen – ein Sturz von 24% in wenigen Wochen. Die unmittelbare Ursache: der Verlust an Energie-Wettbewerbsfähigkeit nach der Verteuerung des Gases, verschärft durch eine Explosion in einem seiner Werke in Deutschland, die die Unsicherheit vergrößert. Doch das Problem ist strukturell: BASF hat keinen Zugang mehr zum billigen russischen Gas, das seine Margen trug, und seine Strategie, die Produktion nach China oder in die USA zu verlagern, will noch nicht so recht aufgehen.
Das Gas-Dilemma und die Verlagerung der Industrie
Der Krieg in der Ukraine stoppte den Hahn des billigen russischen Gases, und BASF, mit riesigen Werken in Deutschland, war eine der am stärksten betroffenen. Zur Lösung kündigte das Unternehmen Investitionen in den USA – wo Gas billiger ist – und in China an. Die Anlegermeinung ist jedoch gespalten: Manche halten das USA-Engagement für richtig und glauben, dass Trump günstige Bedingungen beschleunigen könnte; andere weisen darauf hin, dass Indien das eigentliche Ziel der Produktion wird und Fonds, die dort investieren, dies bereits nutzen. Währenddessen baut das Unternehmen weiter Stellen in Deutschland und Spanien ab.
Dividenden, die zwei Seiten der Medaille
BASF rühmt sich einer historischen Dividende, die seit 2007 kumuliert 38 Euro je Aktie erreicht. Doch in diesem Jahr kürzt das Unternehmen die Ausschüttung auf 2,50 Euro, den niedrigsten Stand seit Jahren – und das, während es sich verschuldet, um sie zu halten. Für viele Anleger ist diese Politik nicht haltbar: Dividenden aus Schulden zu zahlen, ist nichts anderes als Kosmetik für fehlende echte Gewinne. Die Kritik ist deutlich: 18 Jahre zu warten, um sein Kapital zu verdoppeln, inflationsbereinigt, ist eine schlechte Investition – zumal im Vergleich zu den 1.200%, die Nvidia in zwei Jahren zugelegt hat. Für den Value-Anleger ist die Dividende jedoch ein Zeichen, dass das Unternehmen nicht vor der Pleite steht, und ermöglicht das Nachkaufen bei niedrigeren Kursen.
Boden oder Abgrund? Die beiden Lager
Manche sehen im Kursverfall eine Kaufgelegenheit, sofern der Preis unter 40 Euro fällt, und träumen sogar von 30 oder 35 Euro, um die Position aufzustocken. Sie argumentieren, die Fundamentaldaten – Schulden, Liquidität, Vermögenswerte – seien weiterhin stabil und das Unternehmen zyklisch, nicht am Ende. Im anderen Lager verweisen die Skeptiker darauf, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis unattraktiv ist, die Markteintrittsbarrieren niedrig sind und die Chemie eine Branche ist, in der jederzeit ein Konkurrent auftauchen kann. Zudem ist die 17-jährige Börsenflaute kein Zufall: Das Unternehmen erwirtschaftet nicht genug Gewinn, um seine Bewertung zu rechtfertigen.
Bei einem Kurs von 42 Euro bleibt die Frage im Raum, ob der Boden nahe ist oder ob – wie die Schwarzseher prognostizieren – noch Luft bis auf 15 Euro im Jahr 2026 ist. Das Einzige, was sicher ist: BASF ist nicht mehr das Unternehmen von vor der Abschaltung des russischen Gases.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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