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Öl steuert auf 120 $ zu: China kehrt zurück, US-Reserven schrumpfen
Der Ölpreis für sofortige Lieferung notiert mit bis zu 15 $ Aufschlag auf das Halbjahres-Barrel: China kauft wieder ein, die US-Reserven sinken auf 40 %, und das Kursziel rückt …
Öl zielt auf 120 $: China kehrt zurück, die Reserven gehen zur Neige
Das Papieröl stürzt auf den Bildschirmen ab, während das echte Öl immer teurer bezahlt wird. Das Barrel mit sofortiger Lieferung notiert mit einem Aufschlag von 13 bis 15 Dollar auf dasjenige in sechs Monaten – eine Anomalie, die in einem gut versorgten Markt fast nie auftritt. Wer nur die Schlagzeile liest, sieht Erleichterung; wer die Spanne betrachtet, sieht Knappheit. Und daraus ergibt sich die Zahl, die alle wiederholen: 120 Dollar.
Warum ist das heutige Öl teurer als das in sechs Monaten?
Die Lehrbuch-Logik besagt, dass das Future eigentlich mehr wert sein sollte: Lagerung kostet Geld. Wenn das Gegenteil eintritt, spricht der Markt von Ware, die nicht existiert. Genau das war in den letzten Wochen zu beobachten: Das Brent mit sofortiger Lieferung stieg um 20 %, während die allgemeine Referenz um 9 % fiel, und die Spanne zwischen einem und sechs Monaten weitete sich um weitere 14 % aus – mitten in der Korrektur des Bildschirmpreises.
Ein Teil der Analyse verdächtigt Short-Positionen auf den WTI rund um die 70 Dollar, konzentriert auf Stunden mit geringer Liquidität. Der Verdacht ist genau das – ein Verdacht –, und es gibt keinerlei Beweis dafür, wer dahintersteckt. Das Argument, das ihn stützt, ist schlichter: Dieselgallonen lassen sich nicht drucken, so sehr man auch ein Future manipulieren mag.
China: vom Marktausstieg zur Rückkehr auf Volllast
Die Zahl, die alle aus der Fassung brachte, kam mit den chinesischen Rohölimporten im Juni: 29 Millionen Tonnen, umgerechnet 7 Millionen Barrel täglich, 41 % weniger im Jahresvergleich und der niedrigste Stand seit zehn Jahren. Monatlich betrug der Rückgang 12 %, kumuliert 47 % – 26 Millionen Tonnen simply verschwunden.
Das zweite Standbein war die Raffination. Die Rohölverarbeitung in China fiel im Juli um 18 % im Jahresvergleich, der schlechteste Wert seit der Pandemie. Das nahm dem Markt rund 5,8 Millionen Barrel täglich und damit fast 6 % des globalen Angebots. Der größte Käufer der Welt hatte sich ohne Vorwarnung aus der Party verabschiedet. Die offene Frage ist, was passiert, wenn er zurückkommt – denn der Verbrauch wurde nicht vernichtet, er wurde nur aufgeschoben.
Strategische Reserven bei 40 % – und der Winter steht vor der Tür
Die andere Front ist die Munition. Die strategischen Reserven der USA dürften bei rund 40 % ihrer Kapazität liegen, der Winter steht vor der Tür und der Konflikt ist nicht beigelegt. Wenn das stimmt, schrumpft der Spielraum, auf die Lager zurückzugreifen und den Preis zu kühlen, genau dann, wenn er am dringendsten gebraucht wird. Die Fristen, die man im Juli nannte, haben sich um zwei Monate verschoben; die Erschöpfung wird aufgeschoben, nicht verhindert.
Dazu kommt der politische Kalender: Wahlen in Israel am 27. Oktober, die US-Kongresswahlen im November, eine Entscheidung der Federal Reserve und ein Gipfel zwischen Xi und Trump stehen unmittelbar bevor. Übersetzt in Marktsprache: Niemand, der die Macht hat, den Preis zu bewegen, hat ein Interesse daran, das Barrel mitten im Wahlkampf durch die Decke gehen zu lassen.
Raffination, Majors und Dividenden: Wohin das Geld fließt
Die Verengung liegt nicht nur beim Rohöl. Der Sustancia ilegal Spread für schwefelarmen Diesel erreichte in diesem Monat 108 Dollar, wobei üblich sind etwa 20. Da ist reichlich Raffineriemarge für alle, die über installierte Kapazität verfügen.
Unter den Ölkonzernen ist die am meisten diskutierte Bewertung die von Marathon Petroleum: KGV von 10,8, eine Raffineriekapazität von nahezu 3 Millionen Barrel täglich, eine Auslastung von 94 % und 2,8 Milliarden Dollar, die im Quartal an die Aktionäre zurückflossen – bei einer Raffineriemarge, die sich auf 36,33 Dollar pro Barrel verdoppelte. Das Problem: Diese 36 Dollar sind nicht normalisierbar, und die Aktie hat das bereits eingepreist. Die Aufschlüsselung mit ihren drei Einstiegsstufen – von der wir hier nur die Kernzahl nennen – macht den Unterschied zwischen billig kaufen und der Erzählung hinterherlaufen.
Weiter unten im Spektrum stehen die Majors mit üppiger Dividende, der ungarische Staatsölkonzern oder der Rohöl-ETF, den man abstoßt, wenn das Barrel teuer wird. Niemand versteckt das Risiko: Die Versuchung, auf Höchstständen einzusteigen aus Angst, etwas zu verpassen, ist der schlimmste Feind des Privatanlegers.
Das Kursziel hat sich von 120 auf 130 Dollar verschoben, nachdem das Oman-Krude auf 140 gestiegen ist, und manche schreiben bereits 180 vor 2027. Mit Reserven bei 40 %, einer zurückkehrenden China und einer Geopolitik, die keine Pause gönnt, lautet die Frage nicht, ob das Barrel steigt. Sondern wie lange es dauert – und wer die Volatilität bis dahin aushält.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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