BASF-Aktienkurs fiel vor Nord-Stream-Sabotage um 8 %

Der Spiegel berichtete über US-Warnungen an Deutschland, während BASF drei Tage vor der Sabotage der Pipelines an der Börse einbrach.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

BASF-Aktienkurs fiel vor Nord-Stream-Sabotage um 8 %
Der 8-%-Verlust von BASF vor der Sprengung des Nord Stream

Drei Tage bevor zwei Explosionen die Gaspipelines Nord Stream beschädigten, stürzte der Kurs des weltgrößten Chemiekonzerns ab. BASF, einer der größten Aktionäre von Nord Stream 2 und das europäische Unternehmen mit der höchsten Abhängigkeit von russischem Gas, verlor 8 % seines Börsenwerts. Die Leitungen waren noch intakt. Diese zeitliche Nähe nährt den Verdacht, dass jemand den Plan kannte und frühzeitig handelte: Aktienverkäufe auf Basis von Informationen, die dem Markt nicht vorlagen.

Niemand hat diesen Vorgang bewiesen, was klar gesagt werden muss. Aber auch die später bekannt gewordenen Daten widerlegen ihn nicht. Das auffälligste Detail kam aus Deutschland: Der Spiegel veröffentlichte, dass die US-Behörden Berlin Wochen vor einem möglichen Anschlag auf die Ostsee-Pipelines gewarnt hatten. Eine Warnung allein beweist nichts. Kombiniert mit dem 8-%-Einbruch wirkt sie jedoch kaum noch wie Zufall.

Die Warnung aus Washington und die Schiffe in unmittelbarer Nähe

Das geografische Detail ist schwer zu ignorieren. Ein Expeditionskorps der US-Marine, angeführt vom amphibischen Angriffsschiff USS Kearsarge, operierte kurz vor der Sabotage in der Ostsee. Es befand sich nur 30 Kilometer vom Ort des Anschlags auf Nord Stream 1 und 50 Kilometer von den Strängen des Nord Stream 2 entfernt. Weder die Distanz noch die Präsenz beweisen eine Täterschaft. Doch wenn ein Anschlag angekündigt wird und dann Akteure auftauchen, die ihn ausführen könnten, verschiebt sich die Beweislast.

Hinzu kommt das alte Versprechen des Weißen Hauses. Am 7. Februar 2022 erklärte Joe Biden, dass Nord Stream 2 beendet werde, falls Russland die Ukraine invadiere. Dieses Zitat wurde zum Hauptargument jener, die behaupten, die Sabotage sei eine Operation gewesen, die auf der anderen Seite des Atlantiks geplant wurde. Die harmloseste Lesart: Washington warnte einen Verbündeten vor einer realen Gefahr. Die zynischste: Die Warnung war keine Alarmsignal, sondern eine Drohung.

Zwei Explosionen, die Seismografen registrierten

Die physischen Fakten sind am wenigsten umstritten. Messstationen in Schweden und Dänemark registrierten zwei starke Unterwasserexplosionen mit einer Signatur, die auf vorsätzliche Detonationen hindeutet, nicht auf eine einfache Gasleckage. Dies widerlegt die These eines Unfalls. Danach beginnt die Interpretation.

Wer profitiert und wer leidet unter der zerstörten Leitung?

Unter dem Lärm wiederholt sich eine Schlussfolgerung: Die USA gewinnen, Europa verliert. Eine unbrauchbare Pipeline eliminiert die Versuchung Europas, auf billiges russisches Gas zurückzugreifen, sichert einen gefangenen Markt für amerikanisches Flüssiggas (LNG) und verstärkt die strategische Abhängigkeit des Kontinents von seinem atlantischen Beschützer. Befürworter dieser These haben keine Beweise, aber eine Logik der Interessen: Der Gewinn konzentriert sich auf eine Seite des Ozeans.

Dem gegenüber steht die offizielle Version. Deutschland und die Europäische Union zeigten auf Russland, der Kreml wies jede Beteiligung zurück. Das Fehlen einer abschließenden Klärung hält den Fall offen, mit schleppenden Ermittlungen und keiner Verurteilung. Dieses Vakuum ist genau der Nährboden für alle Theorien. Niemand hat bisher einen Namen mit gerichtsverwertbaren Beweisen auf den Tisch gelegt.

Warum BASF das Unternehmen mit der größten Abhängigkeit von russischem Gas war

Wenige Unternehmen verkörpern die Fragilität des deutschen Modells so gut wie BASF. Der Konzern hing stärker als jedes andere große europäische Unternehmen vom billigen russischen Gas ab. Nord Stream war für BASF kein fremdes Thema, sondern Teil seiner Kostenstruktur. Als die Leitung gesprengt wurde, verschwand schlagartig der Wettbewerbsvorteil, der die deutsche Chemieindustrie jahrzehntelang getragen hatte. Der 8-%-Kursverlust drei Tage zuvor lässt zwei Lesarten zu. Die unschuldige: Der Markt roch das Problem, bevor es eskalierte. Die unbequeme: Jemand verkaufte vorzeitig aufgrund von Insiderwissen, das nicht in den Bilanzen stand.

Deutschland, der große Verlierer der Energiekrise

Unabhängig davon, wer den Zünder betätigte, steht fest: Berlin verlor über Nacht seine wichtigste Quelle für günstige Energie. Das Land, das einen Großteil seiner Industrie auf russischem Gas aufgebaut hatte, verlor die Zuführung und damit die Wettbewerbsfähigkeit ganzer Branchen. Die Umstellung auf LNG bedeutet höhere Preise, maritimen Transport und neue Lieferanten. Die These, dass die Sabotage genau diese Abkopplung erzwingen sollte, braucht keine Beweise, um plausibel zu sein: Man muss nur sehen, wem sie nutzt.

Vom Geldfluss zur Verschwörungstheorie

Nicht alle Analysen halten derselben Prüfung stand. Neben den harten Daten – Börseneinbruch, Seismografen, Schiffe, Vorwarnung – kursierte eine zweite Ebene von Theorien ohne überprüfbare Grundlage: orchestrierte globale Blackouts, angebliche Kontrolle von Bankkonten durch eine Weltraumstreitmacht, ein geheimes Metaverse. Dieser Sprung von finanziellen Spuren zur technologischen Fantasie ist typisch für ungeklärte Fälle, an die man alles Mögliche hängt. Die legitime Frage, wer was wusste, geht im Rauschen unter.

Mit den verfügbaren Daten ist es vernünftig anzunehmen, dass der Fall nie vollständig abgeschlossen wird. Die Ermittlungen laufen weiter ohne bestätigten Schuldigen, und die Beweise, die Klarheit schaffen könnten, liegen bei Parteien, die Interesse an Ungewissheit haben. Falls jemals eine rechtskräftige Verurteilung erfolgt, wird sie viele überraschen. Falls nicht – das wahrscheinlichere Szenario –, bleibt der 8-%-Absturz von BASF die beste Spur ohne Besitzer in der gesamten Geschichte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (142 Antworten).

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