Badalona: 18 illegale Mini-Wohnungen für 450 € geräumt

Die Guardia Urbana räumte in Badalona 18 illegale, nur 15 m² große Wohnkammern in einem Lagerhaus, die im Schnitt für 450 € vermietet wurden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Badalona: 18 illegale Mini-Wohnungen für 450 € geräumt
18 illegale 15-m²-Kammern für 450 Euro in einem Badaloner Lager

Samira unterzeichnete einen Vertrag und zahlt 600 Euro monatlich dafür, mit ihrem Partner und Baby in einer Kammer ohne Belüftung zu schlafen. Sie ist eine von 18 illegalen Kleinwohnungen, die die Guardia Urbana (kommunalpolizei) in weniger als 48 Stunden in einem gewerblichen Lager in Badalona auflöste. In der ehemaligen Tischlerei waren 18 Kammern von 15 Quadratmetern ohne Baugenehmigung errichtet worden. Der Eigentümer verlangte im Durchschnitt 450 Euro pro Einheit, und dort lebten zwischen 25 und 30 Menschen, darunter mehrere Familien mit Babys. Die Umbauten stammen aus diesem Sommer: In einigen Zellen waren noch immer die Panzertüren eingebaut.

Was die Polizei im Inneren des Lagers vorfand

Der Bürgermeister Xavier García Albiol schloss Pfusch am Bau aus. Nach seinen Angaben hatte der Eigentümer hunderte Tausende Euro in „sehr ausgefeilte“ Arbeiten investiert, um ein Gewerbeobjekt und ein Lager in das umzuwandeln, was er selbst als Zulos (versteckte Verliese) bezeichnete. Es lag keine Baugenehmigung vor, und die Mieter waren erst wenige Monate dort. Die Operation begann mit dem anonymen Hinweis einer Nachbarin, die trotz Angst vor Konsequenzen den Schritt wagte: „Wir sprechen von einer Situation, die wir erst vor knapp 48 Stunden erfahren haben“, räumte der Stadtrat ein. Albiol griff den Eigentümer und die Firma an, die die Kammern vermarktete, und fasste seine These in einem Satz zusammen: Eine Vertriebsfirma damit zu beauftragen, 15-m²-Zulos zu verkaufen, sei „der Gipfel der Dreistigkeit“.

Die Geldstrafe von 10 bis 12 Millionen: Wer zahlt und wann?

Das Rathaus kündigte Disziplinarverfahren wegen schwerer Verstöße und einen Bußgeldvorschlag von zwischen 10 und 12 Millionen Euro gegen den bereits identifizierten Eigentümer an und informierte die Regionalregierung Kataloniens (Generalitat). „Die wirtschaftlichen Auswirkungen werden erheblich sein“, sagte Albiol, da die Aktivität „verschiedene Personen gefährdete“. Man sollte nachrechnen. Achtzehn Kammern zu durchschnittlich 450 Euro ergeben etwa 8.100 Euro monatlich, also knapp 100.000 Euro im Jahr. Der vorgeschlagene Bußgeldbetrag multipliziert diese Summe um mehr als das Hundertfache, vorausgesetzt, er wird tatsächlich eingetrieben: Zum Zeitpunkt der Ankündigung war es lediglich ein städtischer Vorschlag, keine rechtskräftige Entscheidung.

Wo schlafen die vertriebenen Familien jetzt?

Keiner der Bewohner des Lagers hat eine garantierte alternative Wohnlösung. Samira selbst erklärte, sie werde bleiben, wo sie ist, bis ihr eine Lösung angeboten wird; andere Berichte deuten darauf hin, dass die Betroffenen aufgrund fehlender Alternativen noch immer im Gebäude waren. Hier spaltet sich die Analyse in zwei Lager. Manche argumentieren, dass die Intervention diese Familien schlechter dran lässt als zuvor, mit demselben Problem und ohne Dach über dem Kopf; auf der anderen Seite steht das Gegenargument: Ein nicht belüftetes und nicht genehmigtes Quartier zu normalisieren, ist keine Lösung, sondern nur eine Verlängerung des Problems. Nachbarn, die bisher aus Angst geschwiegen hatten, meldeten zudem, dass in einem anderen Teil desselben Blocks weitere illegale Kleinwohnungen gebaut würden.

Der Preis bestimmt die Nachfrage: Das streitbare Argument

Im Kern geht es nicht um Sarracena, sondern um Ökonomie. Ein Strang der Analyse verteidigt die Ansicht, dass der Preis eines Gutes weder von seinen Kosten noch von Gefühlen abhängt, sondern von denen, die es nachfragen, und dass jemand, der ein Dach über dem Kopf bietet, ein Bedürfnis deckt, auch wenn er dafür bezahlt wird. Dieser Einwand hat zwei Seiten: Wohnraum hat keinen echten Ersatz – es gibt kein Substitut für ein Zimmer – und die Diskrepanz zwischen einem starren Angebot und einer wachsenden Nachfrage lässt sich nicht durch guten Willen beheben. Die wiederkehrende Diagnose lautet, dass der Wohnungsbau seit mehr als fünfzehn Jahren auf einem Tiefstand liegt, während die Bevölkerung weiter wächst.

Daraus leiten sich Vorschläge ab: Industriehallen mit städtischer Genehmigung nutzbar machen, Unternehmen dezentralisieren, Homeoffice ausweiten, den Hochgeschwindigkeitszug (AVE) nutzen, um in Toledo, Guadalajara oder Valladolid zu leben und in Madrid zu arbeiten, oder die öffentliche Förderung von Arbeiterwohnungen aus der Mitte des letzten Jahrhunderts wiederbeleben, als die Städte durch Slums expandierten. Keine dieser Ideen löst das Problem derer, die sich bereits im Lager befinden.

Rentismus und Wohnungspolitik: Das Hintergrundrauschen

Der Fall hat die Debatte über die Rendite neu entfacht, die aus einem Grundgut gezogen wird. Aus einer politischen Ecke wird gefordert, die Mieten zu senken, und der Regierung vorgeworfen, die Vermieter („Rentiers“) zu schützen, „weil sie selbst Rentiers sind“. Andere Analysen weisen darauf hin, dass sich zur Extraktion von Renditen auch populäre Sektoren mit vermieteten Wohnungen gesellt haben, und dass diese soziale Basis erklärt, warum das Phänomen anhält. Auch wird die kommunale Bürokratie als Vorwand angeführt: Die fehlende Lizenz machte aus einer Kammer eine Straftat, aber niemand bestreitet, dass das Grundproblem das Fehlen legaler und erschwinglicher Alternativen ist.

Vom Bienenkorb-Apartment zur Tokio-Kapsel

Badalona ist keine Ausnahme. Im Großraum Barcelona wurden 116 Bienenkorb-Apartments in Santa Coloma de Gramenet kontrolliert, ein Keller mit Umspannwerk in L'Hospitalet de Llobregat stillgelegt und besetzte Abstellräume in Cancelar geräumt. In Madrid leben manche in Kapseln wie in Tokio, weil sie sich keine Miete leisten können. Das unangenehme Detail: Es gibt Zimmer und Studios für Studenten, die rechtlich als Wohnraum gelten, und der einzige Unterschied zu einem „Zulo“ ist ein Fenster und die Tatsache, dass sie genehmigt sind. Das Rathaus selbst vermutet, dass der Eigentümer nicht nur in Badalona aktiv war, gerade wegen des Professionalisierungsgrads des Aufbaus.

Mit der schwebenden Geldstrafe und den Mietern im Inneren verliert der Markt 18 Unterkünfte, und es gibt keine abschließende Antwort darauf, wo ihre Bewohner nächsten Monat schlafen werden.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (292 Antworten).

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