Was man sich wünschen sollte, wenn alles mit zehn multipliziert wird

Ein Gedankenexperiment über einen Wunsch, der mit zehn multipliziert wird, entwickelt sich zu einem Katalog gefährlicher Wünsche: Kokain, Blutabnahme und Gift

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Was man sich wünschen sollte, wenn alles mit zehn multipliziert wird
Das Spiel mit dem multiplizierten Wunsch: ein halber Liter Blut für ein belegtes Brot

Ein Gramm Kokain auf einmal. Ein halber Liter abgenommenes Blut. Die halbe tödliche Dosis eines beliebigen Gifts. Die Prämisse war einfach —du kannst haben, was du willst, aber es wird dir verzehnfacht— und einige antworteten nicht mit Geld oder Häusern, sondern wünschten sich kontrollierten Schaden. Das Gedankenexperiment, das in einem Forum startete, entwickelte sich zu einer Reihe gefährlicher Wünsche, bis jemand darauf hinwies, dass der Multiplikator auch bei guten Dingen funktioniert.

Die Mechanik ist die übliche: ein Flaschengeist, ein Fallenvertrag, das Kleingedruckte. Nur dass hier das Kleingedruckte vom Wunschenden selbst geschrieben wurde. Wer sich ein Gramm Kokain wünscht, bekommt zehn Gramm, was einer klassischen Überdosis entspricht. Wer sich einen halben Liter Blut wünscht, bekommt fünf Liter, was ungefähr dem gesamten Blutvolumen eines Erwachsenen entspricht. Das Spiel belohnt nicht den Ehrgeiz: Es belohnt aufmerksames Lesen.

Die Rechnung, die vor dem Wünschen niemand gemacht hat

Die erste Antwort, die zündet, kommt von jemandem, der die umgekehrte Rechnung bereits angestellt hat. Einmal im Leben Blut gespendet, in der Kaserne, gegen ein belegtes Brot und eine Limonade: Das ist der Referenzpreis. Wenn es dafür einen halben Liter gab, sollte die Entschädigung für fünf Liter zehnmal höher ausfallen. Nächstenliebe hat einen Wechselkurs, und jemand rechnete ihn in Echtzeit durch, während die anderen Gift wünschten.

Darin liegt die interessante Wendung. Mehrere der ersten Antworten suchen kein Vergnügen: Sie suchen einen Ausweg. Fünf Kilo abnehmen. Ein Schlaganfall, aber ein ganz kleiner. Die halbe tödliche Dosis eines beliebigen Gifts. Das sind Wünsche von Menschen, die im Grunde wollen, dass etwas von außen ein inneres Problem löst, ohne dass sie selbst arbeiten müssen. Der Zehnfach-Multiplikator macht jeden Wunsch zu einem Urteil, und trotzdem wird er ausgesprochen.

Wenn der Multiplikator auf gute Dinge angewendet wird

Die zweite Hälfte der Konversation schlägt eine andere Richtung ein. Jemand weist darauf hin, dass das Problem nicht der Multiplikator ist, sondern die Richtung des Wunsches: Wer sich wünscht, bis zur Hüfte in Goldmünzen eingehüllt zu werden, bekommt einen Goldberg, der den Wünschenden wahrscheinlich erschlägt. Der Schluss, der sich aufdrängt: Der Vertrag ist darauf ausgelegt, Gier zu bestrafen, und verschont nur den, der wenig und klug wünscht.

Das logische Korollar —etwas Kleines und Wertvolles wünschen, nicht etwas Großes und Gefährliches— erscheint spät und nur spärlich. Die Konversation verstrickt sich in skatologische Varianten und in einen Exkurs über die Größe des ursprünglichen Wunsches, den niemand abschließt. Die eigentliche Frage bleibt in der Luft: Wenn der Flaschengeist existiert, warum wünscht sich niemand, dass der Multiplikator umgekehrt funktioniert?

Nach diesen Regeln wäre es vernünftig, sich eine Ein-Euro-Münze zu wünschen und zehn einzustreichen. Das hat niemand ernsthaft vorgeschlagen. Der Mensch zieht das Drama der Arithmetik vor.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (16 Antworten).

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