Ayuso fordert Antworten zu terrorbelasteten Gruppen im Sol-Camp in Madrid

Madrids Regionalpräsidentin Ayuso will von der Regierungsdelegation wissen, ob eine Gruppe mit Terrorhintergrund das Sol-Camp betreibt, und warnt vor Risiken für die Metro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ayuso fordert Antworten zu terrorbelasteten Gruppen im Sol-Camp in Madrid
Ayuso fordert Antworten zu terrorbelasteten Gruppen im Sol-Camp in Madrid

Was geschieht wirklich im Camp an der Puerta del Sol in Madrid? Die Präsidentin der Autonomen Gemeinschaft Madrid, Isabel Díaz Ayuso, forderte von der Regierungsdelegation (der Vertretung der Zentralregierung in der Region) Aufklärung über die Anwesenheit einer Organisation im Camp, der ein terroristischer Hintergrund und Verbindungen zur Hamas nachgesagt werden. Sie tat dies bei der Veranstaltung «Por Fin» der PP auf dem Messegelände von Madrid, und die Warnung verhallte nicht: Der Regionalminister für Wohnen, Verkehr und Infrastruktur, Jorge Rodrigo, sandte einen Brief an den Regierungsdelegierten in Madrid, Francisco Martín, um auf das Risiko hinzuweisen, das die Besetzung für die Nutzer des öffentlichen Verkehrs bedeutet.

Der Blick richtete sich auf die Station Sol, die nach einem technischen Gutachten für Reinigungsarbeiten geschlossen wurde, in dem laut der Regionalregierung „hochgiftige“ Gase und ein „Bicho“ in der U-Bahn festgestellt worden seien. Die Regionalregierung hält daran fest, dass das Camp die Sicherheit der Linie gefährdet, während die offizielle Darstellung von Wartungsarbeiten spricht. Zwei Versionen, die nicht ganz zusammenpassen.

Wer hinter dem Sol-Camp steckt

Die bekannten Gesichter der Mietergewerkschaft haben den Platz laut veröffentlichten Berichten verlassen, und den Raum hätten eine Reihe linksradikaler Gruppen übernommen. Unter ihnen sticht Samidoun hervor, ein pro-palästinensisches Netzwerk, das in den USA, Deutschland und Kanada als terroristische Organisation eingestuft wird und 2025 den Boykott der Vuelta a España anführte. Der Platz ist laut diesen Quellen übersät mit palästinensischen Flaggen.

Der zeitliche Ablauf ist kein Zufall. Drei Tage bevor Ayuso ihre Warnung aussprach, beherbergte die sogenannte „rote Kirche“ von Entrevías eine Veranstaltung mit zwei Mitgliedern dieser Organisation am Jahrestag des Massakers vom 7. Oktober. Diese Abfolge nährt die These, dass es sich nicht um ein spontanes Camp handelt.

Zwischenfälle, Drohungen und eine Pistole im Camp

Die Zwischenfälle häufen sich. Ein Polizist bemerkte etwas Seltsames im Gelände und wurde beim Näherkommen von mehreren Personen beschimpft; die Auseinandersetzung führte zum Eintreffen weiterer Polizisten. Eine Journalistin von Telemadrid wurde in der Calle Hortaleza überfallen. Und ein junger Spanier maghrebinischer Herkunft, der sich seit mehreren Tagen in der Bewegung aufhielt, wurde festgenommen, weil er mehrere Menschen mit einer Pistole bedroht hatte: „Ich schlitze euch auf und schieße“, heißt es in den gesammelten Zeugenaussagen.

Manche sehen in diesen Vorfällen den Beweis für die Infiltration gewalttätiger Elemente; dagegen steht das Argument, es handele sich um Einzelfälle und die Polizeireaktion sei überdimensioniert. Fest steht: Das Zusammenleben auf dem Platz hat sich verschlechtert.

Der Präzedenzfall der Metro-Linie 6

Die Metro-Linie 6 in Madrid fährt in einer Testphase mit fahrerlosen Zügen, im Rahmen der Automatisierung der Linien. Diese Umstände machen die U-Bahn zu einem besonders sensiblen Knotenpunkt: Ein falscher Bombenalarm hatte bereits die Evakuierung von Nuevos Ministerios erzwungen, einen Tag nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo im Januar 2015. Die Erinnerung an jenes Ereignis schwebt über der aktuellen Schließung von Sol.

Der politische Hintergrund und der Schatten des Wahlbetrugs

Parallel dazu kursieren Umfragen, die der PSOE mehr als 34 % Wahlabsicht und bis zu 152 Abgeordnete zuschreiben – Zahlen, die aus manchen Kreisen eher als statistische Anomalie denn als Meinungsumfrage gelesen werden. Die Unruhe auf der Straße, der soziale Unmut und das Misstrauen gegenüber den Institutionen bilden einen Cocktail, der keinen Anlass zu Optimismus gibt.

Die Frage ist nicht mehr, wie die Campierenden bezeichnet werden, sondern was sie dort tun und wer für das verantwortlich ist, was geschieht. Niemand übernimmt die Verantwortung für das, was sich dort befindet. Und unterdessen bleibt die Station geschlossen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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