Afrikanische Schweinepest: 39 Höfe gesperrt, 20-Kilometer-Zone

Nach zwei infizierten Wildschweinen in Bellaterra verhängt das spanische Landwirtschaftsministerium strenge Maßnahmen: Sperre von 39 Betrieben und eine 20-Kilometer-Schutzzone.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Afrikanische Schweinepest: 39 Höfe gesperrt, 20-Kilometer-Zone
Landwirtschaft sperrt 39 Betriebe und riegelt 20 km gegen Afrikanische Schweinepest ab

Das von Luis Planas geleitete Ministerium für Landwirtschaft, Fischerei und Ernährung hat das Protokoll gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) aktiviert, nachdem das Zentrale Veterinärlabor in Algete zwei infizierte Wildschweine in Bellaterra, nur einen Kilometer vom Campus der Autonomen Universität Barcelona entfernt, bestätigt hatte. Es sind die ersten positiven Fälle in Spanien seit 1994. Das Ressort spricht von „sehr harten und drakonischen“ Maßnahmen: eine 20-Kilometer-Schutzzone, Viehsperren und Jagdverbot. Bisher gibt es keine Fälle auf landwirtschaftlichen Betrieben.

Emilio García Muro, Generaldirektor für Gesundheit in der Agrar- und Lebensmittelproduktion sowie Tierschutz, gab einen Zeitplan vor: mindestens zwölf Monate, um das Bicho wieder zu tilgen. Er betonte auch den Ton der gesamten Operation: „Wir lassen die Wildschweine in Ruhe, weder jagen noch verscheuchen.“ Für Spanien, dem weltweit führenden Exporteur von Schweinefleisch, steht das Handelsvolumen auf dem Spiel.

Was bedeutet eine Schutzzone von 20 Kilometern?

Innerhalb des Perimeters liegen 39 Schweinezuchtbetriebe, die kein einziges Tier mehr ausführen dürfen. Physische Zäune sollen die Wildschweine zurückhalten, die Jagd ist verboten, und eine „Gesundheitspolizei“ überwacht die Bewegungen. Außerhalb des Radius atmen die Landwirte auf: Ein Betrieb, der 25 Kilometer entfernt liegt, kann sein Vieh normal bewegen. Das Ministerium selbst räumt ein, dass sich die Einschränkung auf einen sehr konkreten Streifen konzentriert.

Hier beginnt der erste technische Dissens. Ein verbreiteter Einwand besagt, dass die Zone zu klein sei, da die Fläche innerhalb eines Umfangs von 20 Kilometern viel kleiner ist als bei einem Radius dieser Distanz. Der richtige Weg wäre intensive Treibjagden mit bezahlten Jägern, wie sie in Belgien oder Frankreich praktiziert wurden. Das Ministerium hat sich dagegen entschieden.

Ein weiteres Detail wirft Fragen auf: Ein Zaun, der Wildtiere einschließt, unterscheidet nicht zwischen Wildschweinen und anderen Arten. Und wenn ein Wildschwein durch will, gräbt es sich unter dem Zaun hindurch.

Warum infiziert es Menschen nicht, aber ruiniert eine Branche?

Die Afrikanische Schweinepest ist keine Zoonose. Weder Kontakt mit den Tieren noch der Verzehr von Fleisch übertragen das Bicho auf den Menschen. Die wirtschaftliche Gefahr ist enorm: Die Sterblichkeit in den Ställen ist extrem hoch, und Importländer schließen ihre Grenzen sofort nach einem positiven Befund. Es gibt keinen Impfstoff, und das Bicho mutiert leicht, was pharmakologische Entwicklungen erschwert.

Nach Daten, die im Rahmen der Debatte zirkulieren, umfasst der spanische Schweinebestand etwa 34 Millionen Hausschweine, davon rund 9 Millionen in Katalonien. Diese Berechnung geht davon aus, dass mehr als ein Viertel der spanischen Tierproduktion auf Schweine entfällt und über 40 % der tierischen Exporte aus diesem Sektor stammen. Spanien ist zudem der größte Exporteur weltweit, wobei China zu den Hauptabnehmern gehört. Eine Grenzschließung hier wäre kein schlechtes Quartal, sondern ein tiefes Loch.

Auswirkungen auf den Fleischpreis

Die kursierenden Schätzungen deuten auf drei harte Jahre für die Branche hin. Ein Teilnehmer warnt, dass trotz eines Überangebots auf dem Binnenmarkt die Preise für nationale Verbraucher nicht sinken würden.

Ein anderer Teilnehmer beschreibt ein vertrautes Muster: Blauzungenkrankheit führt zu steigenden Lammpreisen; Vogelgrippe treibt Hähnchen- und Eierpreise in die Höhe; Schweinepest erhöht den Druck auf Schweinefleisch. Manche sehen darin nur Zufälle in einer global angespannten Branche. Andere nicht.

Der Stamm passt nicht zum europäischen Ausbruchsgeschehen

Hier wird die Analyse komplex. Laut veröffentlichten Informationen würde der in den Wildschweinen gefundene Stamm nicht mit dem in Europa zirkulierenden übereinstimmen und ähnle einer Variante, die in der Forschung verwendet wird. Nahe am Fundort eines Kadavers liegt das CRESA, ein veterinärmedizinisches Referenzzentrum. Von dort auf einen unnatürlichen Ursprung zu schließen, ist ein Sprung, den niemand bewiesen hat.

Es muss betont werden: Dies ist eine kursierende Hypothese, keine offizielle Schlussfolgerung. Was feststeht, ist, dass die Europäische Kommission den Ausbruch in Vallès Occidental in ihre Karte der veterinärmedizinischen Warnungen aufgenommen hat. Dies deutet zumindest auf einen Fall natürlicher Übertragung zwischen Wildschweinen hin, mit dem die Behörden konfrontiert sind.

Was geschah 1994 und warum ist es jetzt relevant?

Spanien meldete seinen letzten Fall im November 1994 und wurde 1995 als seuchenfrei erklärt. Das Bicho ist seit 2014 in der Europäischen Union präsent, als es über die baltischen Staaten und Polen aus Russland eingeschleppt wurde. Heute betrifft es Wildschweinpopulationen und in einigen Fällen Betriebe in dreizehn Ländern: Italien, Deutschland, Polen, Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Tschechien, Ungarn, Griechenland, Rumänien, Bulgarien und Kroatien.

Die Schutzzone ist errichtet, die 39 Betriebe sind gesperrt und die zwölfmonatige Frist läuft. Unbeantwortet bleibt die entscheidende Frage: Wie gelangte das Bicho in einen Wald, der von Wohngebieten umgeben ist, nur einen Kilometer von einem Universitätscampus entfernt? Genau dort stößt die Analyse an ihre Grenzen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (283 Antworten).

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