Adif-Präsident tritt nach Korruptionsverdacht zurück

Luis Pedro Marco de la Peña tritt als Adif-Präsident zurück, nachdem die UCO wegen mutmaßlicher Manipulationen das Hauptquartier durchsucht hat.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Adif-Präsident tritt nach Korruptionsverdacht zurück
Adif verliert vierten Präsidenten in fünf Jahren

Luis Pedro Marco de la Peña reichte seinen Rücktritt bei Minister Carlos Cuerpo ein, wie aus veröffentlichten Berichten hervorgeht, nur 24 Stunden nachdem der vorherige Verkehrsminister sein Amt niedergelegt hatte. Der vierte Adif-Präsident in kaum fünf Jahren geht mitten im Sturm: Die UCO (Zentrale Operationseinheit) durchsuchte das Hauptquartier von Adif Alta Velocidad wegen angeblicher Manipulationen bei Infrastruktur- und Sicherheitsarbeiten, während der Rechnungshof die tatsächlichen Investitionen aus EU-Mitteln bezweifelt. Die Frage ist nicht mehr, wer geht, sondern wer das Amt übernimmt.

Manche sagen es offen: Nur ein Karrierist oder jemand Unvorsichtiges würde jetzt diese tickende Zeitbombe leiten wollen, wo die Gleise angeblich durch Korruption gebrochen sind. Dieser Satz ist eher Diagnose als Beleidigung. Eine Position, die einst als politisches Sprungbrett galt, ist zu einem unbequemen Stuhl geworden, unter gerichtlicher Beobachtung und vor dem Hintergrund von Todesfällen auf den Gleisen.

UCO durchsucht Adif und nimmt Ex-Fahrer von Sánchez fest

Die Operation wird vom Richter des Koldo-Falls geleitet und läuft unter Verschluss. Die UCO erschien im Hauptquartier von Adif Alta Velocidad, forderte Unterlagen vom öffentlichen Unternehmen an und durchsuchte Wohnungen in Madrid und Córdoba, darunter die von Ábalos. Unter den Festgenommenen war Cristian Corvillo, Fahrer von Pedro Sánchez während der Vorwahlen 2017. Auch das Hauptquartier von Azvi in Sevilla wurde wegen Verträgen mit Adif durchsucht. Die sechs Festgenommenen in dieser neuen Untersuchung wegen angeblicher Manipulationen wurden freigelassen.

Offizielle Berichte sprechen von Säuberungen. Die Chronologie deutet auf etwas anderes hin: Die per Handbesetzung eingesetzte Führungsspitze bei Renfe und Adif bleibt laut Gewerkschaft CSIF im Visier. „Jetzt ist die Reihe an der übrigen Spitze“, lautete die Botschaft nach dem Ausscheiden von Marco de la Peña. Es ist keine Drohung, sondern eine Beschreibung des nächsten Kapitels.

Was ist mit EU-Mitteln und Adif-Bauarbeiten?

Laut veröffentlichten Informationen zweifelt der Rechnungshof an der tatsächlichen Investition der EU-Mittel. Die Richterin in Adamuz ordnete an, dass die Guardia Civil die Arbeiten von Adif am verunfallten Iryo-Zug überwacht. Zwei verschiedene Schwerpunkte – Geld und Infrastruktursicherheit – zeigen auf denselben Ort: das Management des staatseigenen Unternehmens.

Das Gehalt von 195.000 Euro des scheidenden Präsidenten und die Zahl von 115 kumulierten Toten kursierten als Munition in der Krisenerzählung, laut einem Tweet von Okdiario. Dies sind Daten, die das Material selbst auf den Tisch legt, keine abgeschlossenen Schlussfolgerungen. Was sicher ist, ist das Tropfen der Abgänge: erst Puente, dann Marco de la Peña, und die Frage, wer den nächsten Brief unterschreibt.

Die Paradoxie ist fein: Je mehr über Rücktritte gesprochen wird, desto weniger über die Ursachen. Der vierte Präsident in fünf Jahren ist kein Personenproblem. Es ist ein Strukturproblem. Und solange die Struktur gleich bleibt, erbt der nächste Mieter des Stuhls dieselbe Uhr mit derselben Lunte.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (21 Antworten).

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