76 € Zuschlag: Beamtengehalt reicht auf Ibiza nicht

Ein SEPE-Beamter in Ibiza erhält 1.400 € netto und ist am 21. des Monats pleite. Der Wettbewerb ließ 13 Stellen auf den Balearen und 10 in Tarragona unbesetzt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

76 € Zuschlag: Beamtengehalt reicht auf Ibiza nicht
Der Beamte, der auf Ibiza am 21. des Monats ohne Geld dasteht

Pablo verdient 1.400 Euro netto im Monat und arbeitet für den staatlichen Arbeitsvermittlungsdienst (SEPE) in Sant Antoni de Portmany auf Ibiza. In manchen Monaten hat er bereits am 21. kein Geld mehr. „Das ist mit Abstand der schlechteste Ort, an den man in Spanien geschickt werden kann“, fasst er zusammen. Das Zimmer, das er mietet, kostet im Winter 500 Euro und kann im Sommer bis zu 1.100 Euro kosten. Sein Gehaltszuschlag beträgt 76 Euro, während er in Ceuta und Melilla fast neunmal so hoch sein kann. Er ließ Frau und Kind zurück, um die Stelle anzunehmen: „Ich bin nicht mehr Mittelklasse, sondern Unterschicht; manchmal habe ich nicht einmal Geld für Öl.“

Das Bier kostet übrigens sechs Euro.

Warum reicht das Gehalt eines Beamten zum Leben auf den Balearen oder in Katalonien nicht aus?

Es ist kein Einzelfall. Mehrere tausend Mitarbeiter der Zentralverwaltung versuchen, die teuersten Standorte zu meiden, beginnend mit Barcelona, Madrid, dem Baskenland und den Balearen, weil das Lebensniveau das Gehalt auffrisst. Wo die Wohnkosten explodieren, reicht der Betrag, der in Soria oder Zamora ein Solo-Leben ermöglicht, gerade noch für nichts, wie ein Teilnehmer der Debatte anmerkt.

Hier liegt die Falle der Erzählung. Hohes Lebensniveau bedeutet nicht teureres Brot oder anderes Benzin: Es bedeutet ein Zimmer zum Preis einer Hypothek. Dagegen können 76 Euro Zuschlag nichts ausrichten. Und es gab eine Zeit, in der eine Ausgleichszahlung für Inselbewohner existierte, die sich laut einem Debattenteilnehmer auf rund 40 % des Gehalts belaufen konnte.

Unbesetzte Beamtenstellen: 13 auf den Balearen und 10 in Tarragona

Der letzte SEPE-Wettbewerb ließ in mehreren Regionen 100 % der Stellen unbesetzt. Auf den Balearen bewarb sich niemand auf die 13 freien Stellen. In Tarragona niemand auf die 10. In Girona wurde keine der acht verfügbaren Stellen besetzt, in Barcelona nur vier von 37. In Ávila, Burgos, Cuenca, Navarra, Segovia oder Soria ist die Zahl der ausgeschriebenen Stellen sehr gering.

Das Muster legt eine Lesart nahe: Je teurer der Standort, desto schwieriger die Besetzung.

Katalonien, die Durchgangsregion, in der der Staat weniger zahlt als die Regionalregierung

In Katalonien kommt ein zusätzlicher Faktor hinzu. Die Regionalregierung (Generalitat) und die Gemeinden vergüten ihre Angestellten besser: in einigen Fällen zwischen 300 und 400 Euro mehr pro Monat. Dieser Unterschied kippt die Waage bei jedem Kandidaten mit lokalen Wurzeln und erklärt, warum der Personalbestand des Staates so dünn ist. In Girona gibt es 963 Beamte und 185 Tarifangestellte. In Tarragona 958 und 145. In Lleida 643 und 111. In Barcelona 7.596 Beamte und 1.724 Tarifangestellte für eine ganze Provinz.

„Die erste Frage, die Neuankömmlinge stellen, ist, wann die nächste Ausschreibung stattfindet, damit sie wegkönnen“, sagt ein Gewerkschaftskoordinator des Sektors, der schätzt, dass von zehn Neuen acht bereits im Folgejahr gegangen sind. Ein anderer Mitarbeiter, der aus León kam, fand für 500 Euro „eine renovierte Garage“ in einem Dorf in der Provinz Girona. Seit Jahren gleicht der Staat Pensionierungen nicht mehr durch Neueinstellungen aus, und die leeren Stühle machen sich in ganzen Landkreisen bemerkbar: In der Lechonanya oder im Ripollès, mit 300.000 Einwohnern, spielt die Zentralverwaltung nur noch eine fast symbolische Rolle.

Warum wird ausgeschlossen, dass das Problem politischer oder sprachlicher Natur ist?

Man hat versucht, die Abwanderung von diesen Standorten mit dem Unabhängigkeitsprozess (Procés) oder der Sprache in Verbindung zu bringen. Die dort Arbeitenden bestreiten dies: Die Situation wiederholt sich in Gemeinschaften, wo keines der beiden Phänomene vorliegt, und der eigentliche Grund sind die Lebenshaltungskosten. Katalonien war immer ein Durchgangsgebiet, behaupten sie, weil es wenige lokale Bewerber gibt und wer sich bewirbt, bevorzugt die regional- oder kommunale Verwaltung, die besser bezahlt ist und stärkere lokale Verankerung bietet.

Das Argument: „Wechselt doch in die Privatwirtschaft“

Die häufigste Antwort von außen lautet wie immer: Wenn es euch nicht passt, geht in die Privatwirtschaft. Der Vergleich hält dem Spott nicht immer stand, meinen einige Teilnehmer: Eine Verwaltungsangestellte in der Privatwirtschaft beginnt mit einem Grundgehalt und verbessert sich nur mit sehr spezifischen Profilen oder Sprachkenntnissen. Was die Rechnung tatsächlich verändert, ist die Besteuerung: Mit Abzügen, die nach Angaben der Betroffenen in manchen Fällen 33 % erreichen, entfernt sich das Nettogehalt noch weiter von den Mietkosten.

Verkehrszulassungsstelle öffnet auf Ibiza nur montags und mittwochs wegen Personalmangel

Das Problem hört auf, eine reine Lohnbeschwerde zu sein, wenn es den Dienst betrifft. Die Gewerkschaft CCOO warnte vor der „teilweisen Schließung“ der Büros der Generaldirektion für Verkehr (DGT) auf Ibiza, die nur noch zwei Tage pro Woche – Montag und Mittwoch – mit drei Mitarbeitern geöffnet sind. Weniger Tage für den Publikumsverkehr.

Die Rechnung braucht keine Ausschmückungen: 76 Euro Zuschlag decken nicht einmal eine Nacht im August für ein Zimmer ab. Und solange die Wettbewerbe weiterhin mit unbesetzten Stellen enden, wird der Staat weiterhin Menschen an Orte schicken, an denen ihr Gehalt nicht bis zum Monatsende reicht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (235 Antworten).

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