Dosrius: Drei betreute Minderjährige und Klagen von 6.000 Anwohnern

Drei betreute Minderjährige mobilisieren ein Dorf mit 6.000 Einwohnern und das katalanische Sozialministerium. Der Rechnungshof stellte Unregelmäßigkeiten bei der DGAIA fest.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Dosrius: Drei betreute Minderjährige und Klagen von 6.000 Anwohnern
Drei betreute Minderjährige und 6.000 Anwohner am Limit in Dosrius

Bei Tageslicht wurden in Dosrius (Barcelona) drei Kinder im Alter von 11 bis 13 Jahren mit einem Messer überfallen. Einer der Angreifer soll eines der Opfer unsittlich berührt haben, so die verbreitete Schilderung des Vorfalls. Die Täter waren drei von der Generalitat de Cataluña betreute Minderjährige, die im Heim Mas Silvestre untergebracht waren, einer Einrichtung, die seit 2017 von der DGAIA verwaltet wird. Die Gemeinde hat rund 6.000 Einwohner. Drei Jugendliche reichten aus, um den Fall vom Eingang des Heims bis zum Ministerium zu tragen.

Der Vorfall löste eine massive Unterschriftenaktion aus und erzwang die Intervention des Departements für Soziale Rechte, das schließlich eingestand, dass die Einrichtung ein «dauerhafter Herd von Problemen» sei. Vom Ministerium wurde eine Reduzierung der Plätze und eine Aufstockung des Personals angekündigt; nach der Verlegung der drei Minderjährigen bestehe im Heim «keine problematische Situation». Die offizielle Darstellung widerspricht jahrelangen Beschwerden der Anwohner, die laut Berichten aus ideologischen Gründen beiseitegelegt worden seien.

Was ist die DGAIA und was prüfte der Rechnungshof?

Die Direktion für Kindheits- und Jugendbetreuung (DGAIA) ist die Behörde der Generalitat de Cataluña, zuständig für die Vormundschaft schutzbedürftiger Minderjähriger, einschließlich unbegleiteter Flüchtlinge ohne Familie. Laut Berichten steht sie unter politischer Kontrolle der ERC und hat eine Geschichte von Skandalen.

Der Sindicatura de Cuentas, das katalanische Rechnungsprüfungsorgan, stellte für den Zeitraum 2016–2020 eine Reihe von Unregelmäßigkeiten fest: intransparente Vergaben an Organisationen, die von Personen mit Verbindungen zur ERC kontrolliert werden, Zuschüsse an junge Menschen, die die Voraussetzungen nicht erfüllten, sowie ein erheblicher Mangel an Aufsicht über betreute Minderjährige. Hinzu kommen laut denselben Quellen kürzlich aufgedeckte Netzwerke der Kinderprostitution. Es handelt sich um Feststellungen aus Berichten und veröffentlichte Anschuldigungen, nicht um rechtskräftige Verurteilungen.

Warum die Verlegung der Minderjährigen das Problem nicht löst

Drei konfliktreiche Bewohner von einer Einrichtung in eine andere zu verlegen, ändert nur die Richtung des Konflikts, nicht seine Natur. Dies ist das Argument, das einen Großteil der Analyse nach dem Fall trägt: Wenn das Betreuungsmodell nicht geändert wird, wird die nächste aufnehmende Gemeinde in wenigen Monaten dieselbe Beschwerde haben. Der Fall Dosrius wird zudem als Spitze eines Eisbergs dargestellt, unter dessen Oberfläche viele Einrichtungen unter Verdacht stehen.

Dem gegenüber steht die administrative Lesart. Das Ministerium hat die Plätze reduziert – weniger Nutzer pro Einrichtung, weniger Reibung – und das Personal aufgestockt, zwei Maßnahmen, die nur das Symptom bekämpfen. Die unbeantwortete Frage bleibt, wie viele Einrichtungen im System ähnliche Belastungsverhältnisse haben und wie viele Anwohnerbeschwerden nie einmal schriftlich eingereicht wurden.

Unterschriften, Passivität und die Debatte über die Zuständigkeit

Die Unterschriftenaktion hat die Diskussion polarisiert. Eine Strömung argumentiert, dass ein Dorf mit 6.000 Einwohnern nicht schriftlich darum bitten sollte, dass die Sicherheit auf seiner Straße gewährleistet wird. Eine andere warnt, dass die Alternative zur Unterschrift der direkte Konflikt sei, und dieser Weg ende immer damit, dass Privatpersonen vor Gericht landen: Manche zitieren Verurteilungen von Hausbesitzern, die sich gegen Einbrüche gewehrt hatten, um das Ungleichgewicht zu illustrieren.

Ein dritter Block fokussiert auf die politische Verantwortung. Es wird argumentiert, dass die DGAIA seit Jahren ohne wirksame Kontrolle arbeite, dass Zuschüsse und Verträge ohne nachvollziehbare Kriterien vergeben worden seien und dass keine Lösung eintreten werde, solange die Behörde unter derselben Obhut bleibe. Über allem liegt eine wiederkehrende Kritik: Dass Anwohnerbeschwerden jahrelang unter dem Label beiseitegelegt wurden, man dürfe keinen Rassismus schüren.



Der Bericht des Sindicatura de Cuentas deckt vier volle Geschäftsjahre ab, von 2016 bis 2020: intransparente Verträge, Zuschüsse ohne geprüfte Voraussetzungen und fehlende Aufsicht. Drei Minderjährige haben ausgereicht, um ein Dorf mit 6.000 Einwohnern bis zum Ministerium zu treiben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (204 Antworten).

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