Ibiza: Wohnungskrise lähmt öffentliche Dienste

Wenig Personal in Ibizas Verkehrsamt: Nur zwei Öffnungstage wegen fünf Mitarbeitern und 16 offenen Stellen belasten die Behörden.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Ibiza: Wohnungskrise lähmt öffentliche Dienste
Ibizas Verkehrsamt öffnet nur zwei Tage pro Woche wegen Personalmangel

Wie viele Beamte braucht eine Insel, um nicht im Chaos zu versinken? Auf Ibiza sind es mehr als vorhanden und deutlich weniger, als die Wohnkosten erlauben. Das Straßenverkehrsamt ist zwei Tage pro Woche geöffnet. Es fehlt nicht an Fahrzeugen oder Fahrern, sondern am Personal für die Bearbeitung der Anträge.

Von den fünf dort gemeldeten Mitarbeitern bedient nur einer das Publikum, während die anderen zusätzliche Aufgaben übernehmen; 16 Stellen sind unbesetzt. Die Folge sind Warteschlangen in öffentlichen Gebäuden, Verzögerungen bei der Verwaltung und ein Dienstleistungsangebot, das nicht ausreicht. Policía Nacional, Guardia Civil, Justizverwaltung und Agencia Tributaria warnen, dass ohne Maßnahmen die öffentlichen Dienste der Insel im Kollaps enden könnten. Der Protest zeigte sich bei einer Demonstration auf dem Paseo Vara del Rey, mitten in der Hauptstadt der Pityusen.

Warum öffnet Ibizas Verkehrsamt nur zwei Tage?

Weil das verfügbare Personal nicht für längere Schalterzeiten reicht. Laut internen Informationen muss diese kleine Gruppe von fünf Angestellten Publikumsverkehr, Übertragungen, Zulassungen, Führerscheine und Bußgelder abdecken, weshalb der Kontakt zum Bürger auf zwei Tage konzentriert wird. Bei 16 offenen Stellen wäre die Alternative, Schichten zu verlängern oder Aufgaben liegen zu lassen – beides hat seinen Preis.

Das Paradoxon besteht darin, dass der administrativen Aktivität auf der Insel kein Mangel herrscht. Je mehr Menschen leben, fahren und zulassen, desto mehr Arbeit fließt durch denselben Schalter. Und je weniger Personal zur Verfügung steht, desto länger werden die Warteschlangen.

Vom Paseo Vara del Rey zu den Hotels der Guardia Civil

Der Personalmangel wurde vom reinen Büroproblem zur Krise, als Beamte verschiedener Corps und der Agencia Tributaria warnten, dass die öffentlichen Dienste Ibizas kollabieren könnten, wenn keine Maßnahmen ergriffen werden. Die Unzufriedenheit trug man auf die Straße mit einer Versammlung auf dem Paseo Vara del Rey im Zentrum der Hauptstadt.

Ein unbeabsichtigter Beweis des Problems: Wie Berichte über den Einsatz zeigen, wohnen die meisten Verstärkungen der Guardia Civil auf der Insel in Hotels. Wenn der Staat selbst touristische Unterkünfte nutzt, um seine Agenten unterzubringen, wird die Frage nach den Wohnkosten von einer abstrakten Debatte zur logistischen Notwendigkeit öffentlicher Dienste.

Sozialmiete bei 400 Euro: Wer zahlt die Rechnung?

Eine häufig diskutierte Lösung sieht vor, dass die Verwaltung einfache Wohnungen baut und sie ihren Bediensteten zu erschwinglichen Konditionen vermietet: Als Beispiel dient eine monatliche Rate von rund 400 Euro, unter der Voraussetzung, dass der Mieter keine andere Immobilie auf der Insel besitzt.

Das Pro-Argument ist reine Arithmetik: Wenn ein Beamter in Cuenca dasselbe Gehalt erhält wie in Ibiza, aber in Ibiza die Miete das Gehalt auffrisst, wird niemand nach Ibiza gehen. Das Contra-Argument ist ebenfalls arithmetisch: Den Bau und die Subventionierung von Wohnraum mit Steuergeldern zu finanzieren, um ein Problem zu lösen, das durch private Marktpreise verursacht wurde, bedeutet doppeltes Zahlen. In dieser Richtung werden Vermieter, die Geschäfte mit Mieten machen, und Spekulation als Hauptursache genannt; vorgeschlagen wird, Boden zu besteuern statt Besitz zu belohnen, etwa durch starke Erhöhungen der Grundsteuer (IBI), um Zweitwohnungskaufinteressenten abzuschrecken. Wer genau was und wie viel zahlt, bleibt jedoch offen.

Das Arztshaus, die Baracke und das schwedische Vorbild

Die lange Geschichte der Debatte erinnert daran, dass dies früher üblich war. Einst gab es Häuser für Ärzte, Apotheker, Pfarrer und Tierärzte: Professionen, die eine Gemeinschaft brauchte, lebten in dienstgebundenem Wohnraum. Die Guardia Civil bewahrt ihre Baracken, die in Gebieten mit wenig privatem Wohnungsmarkt weiterhin eine unbestrittene Funktion erfüllen.

Auch Beispiele aus der Privatwirtschaft werden angeführt: Stromversorger, die ihren Mitarbeitern kostenlose Nutzungsrechte an Wohnungen gaben, die später oft deren Eigentum wurden. Und der nordische Verweis, wo der Einstieg in mittelständische Unternehmen oft mit kostenlosem Wohnraum verbunden ist. Dies sei keine Wohltätigkeit, so das Argument, sondern Sozialpolitik und Talentbindung. Mit einem unbequemen Unterschied: Das funktionierte, als Boden noch kein Finanzanlageobjekt war.

Gleiches Gehalt, andere Insel

Der Kern des Problems liegt darin, dass das öffentliche Gehalt nicht an die lokalen Lebenshaltungskosten gekoppelt ist. Ein Mitarbeiter der Generalstaatsverwaltung (Administración General del Estado) erhält dieselbe Besoldung in einer Binnenstadt wie auf einer Insel, deren Quadratmeterpreis zum internationalen Objekt der Begierde geworden ist. Circulierende Schätzungen sehen einen Beamten der Gruppe A1 in oberen Stufen zwischen 50.000 und 60.000 Euro jährlich – eine Zahl, die auf Ibiza schnell schwindet.

Um die Diskrepanz zu verdeutlichen, genügt ein einzelner Datenpunkt: Die Miete für einen Balkon, nur einen Balkon, wurde zeitweise auf 700 Euro beziffert. Und ein 700-Quadratmeter-Grundstück in einer unspektakulären Lage, mit Baugenehmigung für ca. 500 nutzbare Quadratmeter, erhielt ein Angebot von 1.400.000 Euro. Mit solchen Rahmenbedingungen konkurriert die Insel um qualifiziertes Personal mit Madrid, Barcelona und jeder anderen Stadt, in der dasselbe Gehalt ein Leben ermöglicht.

Die vorläufige Schlussfolgerung ist für alle unbequem. Der Einwohner leidet unter Warteschlangen, der Unternehmer findet keine Arbeiter, die sich Wohnraum leisten können, und der Staat findet niemanden, der die Insel verwalten will. Wenn der einzige Hebel darin besteht, die Vergütung zu erhöhen oder einen Teil der Miete zu subventionieren, muss jemand den Scheck unterschreiben. Bis dahin bleibt der Schalter nur zwei Tage pro Woche geöffnet: einer für die Wartenden und, wenn möglich, einer für die Bearbeiter.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (203 Antworten).

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