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200.000 Euro Verlust: Betrug mit Rafa Nadal Bild
Ein 69-jähriger Mann aus Elizondo verlor rund 200.000 Euro durch eine Investition in den Offshore-Broker Millenium One, der mit einem gefälschten Bild von Rafa Nadal warb.
200.000 Euro verdampft durch eine Fake-Anzeige mit Rafa Nadal
Zehntausend Euro zuerst. Dann neunzigtausend. Anschließend fünfzigtausend weitere und noch einmal sechsundvierzigtausend. Der Endstand liegt bei etwa 200.000 Euro – dem Sparvermögen eines ganzen Arbeitslebens – und ging nicht durch einen schlechten Markt verloren: Das Geld wurde freiwillig an Unbekannte überwiesen, die per Telefon kontaktierten. Das Opfer ist ein 69-jähriger Bewohner von Elizondo in Navarra, der sein Vermögen innerhalb weniger Monate verlor, nachdem er auf einen im Internet als unwiderstehliche Chance angepriesenen Betrug hereingefallen war.
Alles begann mit einer falschen Nachricht im Stil einer digitalen Zeitung. Darin erklärte Rafa Nadal, wie gut es ihm beim Investieren über die Finanzplattform Millenium One gehe. Der Link führte zu einem in St. Vincent und den Grenadinen registrierten Offshore-Broker ohne Lizenz in Spanien, der Zugang zu allen Arten von Instrumenten bot. Die erste Einzahlung betrug 10.000 Euro.
Die Fernsteuerung des Computers öffnete die Tür
Danach kam der Anruf eines vermeintlichen Beraters, der ihn ermutigte, seinen Einsatz auf 10.000 oder 15.000 Euro zu erhöhen, ihm seine WhatsApp-Nummer gab und ihn anwies, eine Anwendung zur Fernnutzung seines Computers zu installieren. Er installierte sie. Seiner eigenen Aussage zufolge kann er immer noch nicht erklären, warum er nicht vorsichtiger war.
Der Mechanismus ist unter Ermittlern dieser Betrugsfälle bekannt: Programme wie Anydesk ermöglichen es Betrügern, die Kontrolle über das Gerät zu übernehmen und dessen Inhalte einzusehen. Damit wird das Bankkonto kein Geheimnis mehr. Am 6. Dezember verlangte der falsche Berater Zugang zum Online-Banking und schlug nach Prüfung der Investitionen vor, einige davon zu liquidieren.
„Um Geldwäsche zu vermeiden“: Die Eskalation, die den Schaden vervielfachte
Am 19. Dezember tauchte das entscheidende Argument auf: Die Europäische Zentralbank biete angeblich übertriebene Gewinne für eine Investition von 100.000 Euro in Kryptowährungen mit Rückzahlung in vier Tagen. Unter Berufung auf Skepsis und familiären Druck überwies er am 22. Dezember 90.000 Euro auf ein Konto einer litauischen Bank. Es folgte die Eröffnung eines Bitcoin-Kontos auf der Binance-Website.
Nach Ablauf der vier Tage für die angebliche Rückzahlung änderte sich die Ausrede: Um Geldwäsche zu vermeiden, verlange die EZB einen Nachweis der Mittel, sodass 50.000 Euro über ein Konto einer polnischen Bank in Atomic Wallet eingezahlt werden mussten. Die Wahl bestand darin, die bereits eingesetzten 100.250 Euro zu verlieren oder weiter zu riskieren. Er nahm einen Kredit von 20.000 Euro auf, um die Summe zu komplettieren. Zwei Tage später die nächste Forderung: weitere 46.000 Euro.
Warum fallen Menschen rein, die ein Leben lang gespart haben?
Hier prallen zwei Erklärungen aufeinander. Eine weist auf Gier und übermäßiges Vertrauen in die eigene Urteilskraft hin; die andere besagt, dass Betrüger Profis in psychologischer Analyse sind, die tastend die genaue Schwäche jeder Person finden. Das Profil, das Präventionsensprävention zeichnen, konzentriert sich auf Über-60-Jährige und alleinstehende Frauen über 40: viel Freizeit, geringe Technikaffinität und starke Exposition gegenüber irreführender Werbung.
In diesem Fall räumt das betroffene Opfer selbst ein, dass es familiären Widerstand und Druck in entgegengesetzter Richtung gab. Dieses Detail macht die Sache eher komplizierter als geklärt: Wenn jemand monatelang überzeugt ist, das investierte Geld zurückzuholen, fällt es schwerer, den Betrug gegenüber Angehörigen zuzugeben, als eine weitere Überweisung zu tätigen.
Anzeigen, die Nachrichten imitieren, und Werbung, die niemand kontrolliert
Der Köder ist keine skurrile E-Mail. Es sind Seiten, die das Erscheinungsbild eines Mediums klonen, dessen Layout übernehmen und einen Prominenten als Lockmittel platzieren. Der Text imitiert den Ton leichter Ressorts, Suchmaschinen indexieren ihn mit den richtigen Keywords und der Call-to-Action führt auf eine Verkaufsseite. Weder der Sportler noch das Medium haben etwas mit dem Geschäft zu tun.
Diese Anzeige wird gekauft und bezahlt. Digitale Plattformen verdienen pro Klick und haften praktisch nicht für das, was danach passiert. Jede Anzeige als Spam zu melden, bringt wenig, aber es ist das Einzige, was normale Bürger tun können. Rafa Nadal hat nichts empfohlen: Sein Gesicht diente als Lockmittel.
Die Angst, Geld zu bewegen, die den Betrug nährt
Es gibt einen unangenehmen Hintergrund. Festgeldkonten in Spanien bieten kaum Zinsen, während europäische Institute bessere Zahlen versprechen: Eine lettische Bank bietet ab einem Euro 4,02% p.a., andere Angebote liegen in Italien bei 3,5%. Ersparnisse in ein anderes europäisches Land zu transferieren, erzeugt eine Mischung aus Versuchung und Misstrauen.
Diese Lücke, diejenige, die Rendite sucht, ohne das Produkt ganz zu verstehen, nutzen Betrüger aus. Das Geld floss nach Litauen, Polen und in Krypto-Wallets, Jurisdiktionen, in denen Ansprüche so gut wie unmöglich durchzusetzen sind. Und der Schaden ist nicht nur finanziell: In schweren Fällen ist von Depressionen, Trennungen und roten Zahlen die Rede.
Am Ende bleibt die Frage, die niemand mit einer Zahl beantwortet: Wie viele Menschen wie dieser Bewohner von Elizondo zahlen stillschweigend, ohne es zu erzählen wagen, den Preis dafür, dass sie einer Anzeige geglaubt haben?
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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