2,8 Millionen Pesetas in 1987: heute wären das 50.000 Euro

Ein Stellenangebot von 1987 bot 2,8 Millionen Pesetas für Assembler-Programmierung. Laut Berechnungen entspräche dies heute einem Bruttogehalt von 50.148 Euro.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

2,8 Millionen Pesetas in 1987: heute wären das 50.000 Euro
2,8 Millionen Pesetas für Assembler-Programmierung im Jahr 1987

Ein Stellenangebot aus dem Jahr 1987 sucht einen Assembler-Programmierer für den Zilog Z80. Geboten werden 2.800.000 Pesetas brutto in vierzehn Monatsgehältern, also etwa 200.000 pro Monat. Die Mehrheit reagiert skeptisch: „Unglaubwürdiger als ein 3000-Peseta-Schein“. Dieser Zweifel ist berechtigt. Spanien kam gerade aus einer Dekade, in der Videospiele in Kinderzimmern entwickelt wurden und Studios spät oder gar nicht zahlten. Doch die Rechnung geht auf.

Erbe war ein seriöses Unternehmen, kein Hobby-Treff. Es wurde von Paco Pastor gegründet, dem Sänger der Band Fórmula V, mit Kapital und Kontakten zur Musikindustrie. Erbe vertrieb Spiele auf Kassette, dem damals dominierenden Format für Heimcomputer. Im Gegensatz zum amateurhaften Ursprung von Dinamic operierte Erbe als professionellster Anbieter der Branche. Das erklärt, warum man sich ein solches Gehalt leisten konnte und seltene Fähigkeiten verlangte: Menschen, die Maschinenbefehle für einen Z80 schreiben konnten.

Was waren 2,8 Millionen Pesetas im Jahr 1987 wert?

Die Zahl wird durch den Vergleich mit damaligen Preisen greifbar. Ein Seat Marbella kostete 750.000 Pesetas. Ein Ford Sierra mit Klimaanlage lag bei rund zwei Millionen. Eine Ein-Zimmer-Wohnung kostete etwa anderthalb Millionen. Ein BMW 325 stieg auf 5,5 Millionen. Mit diesem Jahresgehalt ließ sich eine kleine Wohnung in weniger als zwei Jahren finanzieren. Ein leistungsstarkes Auto in einem Jahr.

Der am häufigsten zitierte Wert ist die kumulierte Inflation. Bei einer Anpassung um 198 % des Kaufkraftverlusts entsprächen diese Beträge heute ungefähr 50.148 Euro brutto jährlich. Das bedeutet, dass das Gehalt von 1987 über dem aktuellen spanischen Durchschnittseinkommen liegt. Dabei bleibt die damals andere Steuerlast unberücksichtigt.

Manche vergleichen es mit dem Gehalt eines Wirtschaftsprüfers bei Renfe (spanische Eisenbahn) im selben Jahr: 2.800.000 Pesetas, inklusive Dienstwagen-Nutzung und Taxi-Fahrten zum Rechenzentrum. Eine qualifizierte, stabile Stelle. Der Assembler-Programmierer verdiente genauso viel. Andere Zeiten.

Warum wurde Assembler so gut bezahlt?

Die Anforderung war simpel: Beherrschung von Assembler. Keine Tech-Stacks, Frameworks oder Integrationen. Die Anzeige passte in zwei Zeilen. Heute füllt eine ähnliche Vakanz zwei Seiten und verlangt zehn Tools, die niemand perfekt beherrscht. Der Markt war klein, die Kandidaten rar. Wer den Z80 programmieren konnte, hatte seinen Job sicher.

Es gab kein Internet. Lernen bedeutete, Handbücher zu lesen, Methoden auswendig zu lernen und ohne Debugger zu arbeiten. Ein Tippfehler führte zu einem Absturz ohne Hinweis auf die Fehlerzeile. Die Produktivität hing vom Kopf ab, nicht von Autocomplete. Viele erinnern daran, dass heute ein einzelner Entwickler mit IDE, Bibliotheken und Syntax-Highlighting mehr schafft, wofür früher ganze Teams nötig waren. Die Paradoxie: Dieses knappe Talent wurde besser bezahlt als das heutige, weitaus häufigere.

Die Schattenseite: Dinamic, Topo und unbezahlte Rechnungen

Das Angebot von Erbe überschattet nicht die dunklen Seiten der Branche. Am häufigsten genannt werden Fälle wie Dinamic, vorgeworfen, Jugendliche auszunutzen und oft nicht zu bezahlen, sowie die Schöpfer von Fernando Martín, einem der erfolgreichsten Spiele jener Zeit. Auch Topo hat eine zwielichtige Geschichte: mittelmäßige Spiele mit hohen Bewertungen in Magazinen, angeblich weil Paco Pastor dafür bezahlte.

Der Kontrast zum Vereinigten Königreich ist eklatant. Dort verdienten die Oliver-Brüder oder Darling reich an 8-Bit-Videospielen. In Spanien arbeiteten die besten Programmierer für Ópera, wie Paco Menéndez, Autor von La abadía del crimen, der sich wegen finanzieller Probleme das Leben nahm. Wenn die Branche so gut gezahlt hätte, wie das Angebot suggeriert, passt dieses Ende nicht dazu. Daher rührt die anfängliche Skepsis.

Was bleibt von jenem Markt?

Die Diskussion lenkt auf die Gegenwart. Ein Assembler-Programmierer für 68k, Z80 und 8086 berichtet, er sei auf ARM und MIPS umgestiegen und arbeite nun im Bauwesen. Ein anderer erinnert sich, dass COBOL während des Y2K-Problems 1998 „gut und viel“ zahlte, und vor dem Dotcom-Boom Gehälter von über 400.000 Pesetas monatlich üblich waren. Knappes Talent war immer hoch bewertet.

Die aktuelle Kritik lautet anders: Management-Software, die sechzehn Kerne benötigt, obwohl sie bei guter Programmierung auf einem Taschenrechner laufen könnte. Dieser Vergleich ist keine Nostalgie, sondern Kritik an der Effizienz. Die Programmierer der Achtziger hätten mit heutigen Servern Raumschiffe bauen können. So heißt es zumindest.

Der Punkt, an dem die Analyse scheitert, ist immer derselbe. Das Angebot ist überprüfbar, die Rechnung stimmt und der Kontext macht es plausibel. Aber die Branche drumherum war voller unbezahlter Rechnungen, gekaufter Magazine und tragischer Enden. Ein gutes Gehalt in einem schlechten Ökosystem. Mit diesen Fakten stellt sich nicht die Frage, ob das Angebot real war, sondern wie viele es jemals vollständig ausgezahlt bekamen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (160 Antworten).

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