100 Montaditos-Franchise: 2 Mio. Investition, Verluste am Montag

Ein Franchisenehmer von 100 Montaditos in Spanien investierte 2 Millionen Euro und verlor Geld an Promotion-Tagen wegen hoher Gebühren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

100 Montaditos-Franchise: 2 Mio. Investition, Verluste am Montag
100 Montaditos-Franchise: 2 Mio. Investition, Verluste am Montag

Die beliebteste Gastronomie-Franchise in Spanien hat ein Problem, das nicht in den Broschüren steht: Der Franchisenehmer stellt die Immobilie, das Personal und die Investition bereit, während die Zentrale einen Prozentsatz des Bruttoumsatzes erhält. Ein konkreter Fall, der in einem Unternehmerforum geschildert wurde, beschreibt, wie ein 100-Montaditos-Lokal montags, dem Tag der wichtigsten Aktion, Geld verlor. Die Anfangsinvestition betrug 2 Millionen Euro. Das Ergebnis: Schließung und Schulden.

Das Geschäftsmodell von Restalia, der Muttergesellschaft, basiert auf einer Provision von 7 % auf den Bruttoumsatz, nicht auf den Gewinnen. Das bedeutet, dass der Franchisenehmer auch dann zahlt, wenn der Tag ruinös war. Die Aktion mit Sandwiches für 50 Cent am Montag füllte das Lokal, aber die Bilanz stimmte nicht. „Der Tag der 50-Cent-Sandwiches... das war eine enorme Katastrophe“, fasst der Bericht zusammen. Die Schlussfolgerung ist unbequem: Ein volles Lokal garantiert keine Rentabilität.

Das Franchise-Geschäft: Wer gewinnt und wer verliert

Im organisierten Gastgewerbe ist die Kostenstruktur gnadenlos. Der Franchisenehmer trägt die Anfangsinvestition, die Miete, die Löhne und die Rohstoffkosten. Die Zentrale erhebt einen Prozentsatz des Bruttoumsatzes und verpflichtet in vielen Fällen zum Kauf bei vorgeschriebenen Lieferanten. Dieser doppelte Hebel — Umsatzprovision und Aufpreis für Lieferungen — macht das Geschäft zu einer Maschine, die den Unternehmer ausquetscht.

Der Fall von 100 Montaditos ist kein Einzelfall. Andere Franchisenehmer derselben Marke haben die Bedingungen öffentlich angeprangert. Die Qualitätsverschlechterung der Produkte war die Antwort der Zentrale auf steigende Kosten: Statt Preise zu erhöhen, wurde die Qualität reduziert. Die Kunden bemerkten es. Und der Franchisenehmer, der weder das Menü noch die Preise kontrolliert, musste den Imageschaden hinnehmen.

Manche behaupten, das Problem liege nicht an der Franchise selbst, sondern an der Lage oder dem Management. Es stimmt, dass dasselbe Geschäft zwei Straßen weiter funktionieren und zwei Straßen tiefer scheitern kann. Aber wenn die Zentrale Aktionen vorschreibt, die unter den Kosten verkaufen, wird die Lage irrelevant. Der Montag der 50 Cent ist ein buchhalterisches schwarzes Loch.

Warum sind 7 % auf den Bruttoumsatz tödlich für den Franchisenehmer?

Weil sie auf dem Gesamtumsatz berechnet werden, einschließlich MwSt. und ohne Abzug der Kosten. In einem Geschäft mit engen Margen kann dieser Prozentsatz den Großteil des Nettogewinns darstellen. Wenn der Franchisenehmer an einem Tag 1.000 Euro umsetzt, zahlt er 70 Euro an die Zentrale. Wenn die Kosten für Personal, Miete und Rohstoffe an diesem Tag 930 Euro übersteigen, macht er Verlust. Die Provision wird trotzdem gezahlt.

Die vollständige Berechnung, Posten für Posten aufgeschlüsselt, ergibt eine überraschende Differenz. Im Fall des 100-Montaditos-Lokals beschloss der Franchisenehmer, montags, den Tag mit dem höchsten Andrang, nicht mehr zu öffnen, weil jeder Arbeitstag mit Verlust endete. Die Paradoxie ist perfekt: Der Tag, an dem die meisten Leute kommen, ist der Tag, an dem man am meisten verliert.

Qualität als Anpassungsvariable

Wenn die Rohstoffpreise steigen und die Zentrale den Verkaufspreis nicht ändern will, bleibt nur die Qualität als Variable. Tiefkühlbrot, billiger Schinken und verdünntes Bier sind das Ergebnis dieser Gleichung. Die Kunden erkennen es und bleiben weg. Der Franchisenehmer zahlt unterdessen weiterhin seine Provision und Lieferkosten.

Die Strategie von Restalia war es, das Versprechen niedriger Preise — den Euro, die 50 Cent — als Markenzeichen beizubehalten. Das funktioniert, um Volumen anzuziehen, zerstört aber die Marge. Und wenn die Marge verschwindet, wird der Franchisenehmer zu einem unbezahlten Angestellten, der zudem sein Vermögen riskiert hat.

Das Profil des Franchisenehmers: Millionäre Investition und Sklavenarbeit

Die Investition für ein 100-Montaditos-Lokal kann in Top-Lagen 2 Millionen Euro erreichen. Im Gegenzug verpflichtet sich der Franchisenehmer, 14 Stunden täglich zu arbeiten, die Aktionen der Zentrale zu akzeptieren und Waren bei vorgeschriebenen Lieferanten zu kaufen. Es ist ein Modell, das das gesamte Risiko auf den Unternehmer abwälzt und die Gewinne an der Spitze konzentriert.

Eine andere Analyseströmung weist darauf hin, dass etablierte Franchises wie McDonald's oder Burger King mehr Sicherheit bieten, weil ihre Marke getestet ist und ihr Geschäftsvolumen bessere Verhandlungspreise ermöglicht. Aber auch diese erfordern millionenschwere Investitionen und garantieren keine Gewinne. Der Unterschied ist, dass der Franchisenehmer bei großen Ketten oft mehr Verhandlungsmacht hat und die Zentrale nicht davon abhängt, die eigenen Partner auszupressen.

Der Aufstand der Franchisenehmer

In den letzten Jahren haben sich Gruppen von 100-Montaditos-Franchisenehmern organisiert, um die von Restalia auferlegten Bedingungen anzuprangern. Das Fass zum Überlaufen brachte die Politik aggressiver Aktionen, die zum Verkauf unter den Kosten zwangen. Die Zentrale verteidigt ihr Modell unterdessen als bewährte Geschäftschance.

Der Fall des Lokals, das montags Geld verlor, ist nur ein Beispiel. Andere Franchisenehmer haben geschlossen oder mit Verlust verkauft. Die Geschichte wiederholt sich: Hohe Investition, Umsatzprovision, ruinöse Aktionen und eine Qualität, die zur Zahlenkosmetik degradiert wird. Das Ergebnis ist eine Spur ruiniierter Unternehmer und eine Marke, die weiterhin Umsätze generiert.



Die Frage, die im Raum steht, ist, wie viele weitere Franchisenehmer schließen müssen, bevor die Zentrale ihr Modell überprüft. Unterdessen bleiben die Montage mit 50 Cent die besucherstärksten und unwirtschaftlichsten Tage. Die Zeche zahlt immer derselbe.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (157 Antworten).

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