12-Euro-Münzen: Spread von 12,05 bis 18 Euro

Der Sekundärmarkt für 12-Euro-Silbermünzen der Banco de España zeigt Spreads zwischen 12,05 und 18 Euro. Analyse eines BID-ASK ohne Clearingstelle.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

12-Euro-Münzen der BdE: Vom BID bei 12,05 zum ASK bei 18

Die Banco de España (spanische Zentralbank) verkauft 12-Euro-Münzen zu ihrem Nennwert. Um diesen offiziellen Preis herum ist ein Sekundärmarkt gewachsen, auf dem dasselbe Objekt für 12,05 Euro gekauft und für 18,00 verkauft wird. Die Spanne ist kein Rechenfehler: Sie ist das Porträt eines Marktes ohne Clearingstelle, ohne Öffnungszeiten und ohne zentrale Verwahrstelle, wo die einzige Garantie der Ruf desjenigen ist, der den Sendeknopf drückt.

Die Mechanik ist so einfach wie gnadenlos. Ein BID ist das, was jemand für deine Münzen zahlt; ein ASK, was jemand für seine verlangt. Zwischen beiden entsteht die Differenz, und dort liegt das ganze Geschäft. Das Problem ist, dass diese Differenz auf kopierten und eingefügten Listen von Nachricht zu Nachricht beruht, mit Angeboten, die verfallen, ohne dass sie jemand zurückzieht, und Käufern, die nicht mehr antworten.

Was ist der BID-ASK der 12-Euro-Münzen

Das System funktioniert wie ein rudimentäres Orderbuch. Jeder Teilnehmer gibt an, wie viele Einheiten er möchte und zu welchem Preis, und die anderen antworten, indem sie die gesamte Liste zitieren. Die erste Zahl im Material ist 12,55 Euro für 40 Einheiten in Sevilla, gefolgt von 12,51 für 100 in Murcia und 12,50 für tausend oder mehr in Valencia. Auf der Gegenseite verkauft die Banco de España die verbleibenden Bestände in Filialen für 12,00, und ab dort steigt der ASK: 12,70, 13,00, 13,50, 14,00, 15,00, 16,00, 17,00 und bis zu 18,00 Euro pro Einheit.

Diese Preistreppe koexistiert mit einer sich wiederholenden Warnung: Die veröffentlichten Preise werden eingehalten. Einen anderen als den angekündigten Preis zu verlangen, ist ein Grund für den Ausschluss aus dem Markt. Die Regel ist keine Laune: Ohne sie verwandelt sich das System in eine Auktion, bei der der Erste, der anruft, gewinnt und der Rest Zeit verschwendet.

Das Problem der Zombie-Angebote

Mit der Zeit füllen sich die Listen mit Angeboten, die es nicht mehr gibt. Ein Teilnehmer fasst es ungeschönt zusammen: Ein Drittel der Anbieter reagiert nicht und zieht ihre Preise nicht zurück, sie dienen nur zur Irreführung. Der Vorschlag, das Orderbuch von Null neu zu starten, setzt sich durch, und damit eine Diskussion darüber, wer noch aktiv ist und wer nicht.

Der Neustart kommt. Die Listen werden geleert und mit frischen Angeboten wieder gefüllt. Aber der Zyklus wiederholt sich: In wenigen Monaten tritt dasselbe Problem auf. Die Ursache ist nicht böser Wille, sondern das Fehlen eines Mechanismus, der Orders automatisch verfallen lässt. Auf einem realen Markt wird eine Order ohne Bestätigung storniert. Hier überlebt sie wie ein altes Möbelstück im Treppenhaus.

Der Juwelier, der 13,75 zahlt, und das Fundament der Banco de España

Das Fundament des Marktes legt der Emittent selbst. Die Banco de España verkauft für 12,00 Euro, und diese Zahl wirkt als Sicherheitsnetz: Niemand verkauft darunter, wenn er zum Schalter gehen kann. Die Obergrenze hingegen bestimmen professionelle Käufer. Ein Teilnehmer deutet mit Unterton an: der Andorraner zahlt bereits 13,75 Euro pro Einheit, und zu diesem Preis enden viele Münzen eingeschmolzen als Besteck oder Barren.

Diese Tatsache bringt niedrige Angebote durcheinander. Wenn jemand 13,75 für das Metall zahlt, welchen Sinn hat es dann, für 12,70 zu verkaufen? Die Antwort ist Bequemlichkeit: Persönliche Übergabe, ohne Versand und Wartezeiten, hat ihren Preis. Aber wenn die Differenz einen Euro übersteigt, beginnt Bequemlichkeit teuer zu werden.

Wer kauft und wer verkauft auf diesem Flohmarkt

Das Käuferprofil ist vielfältig. Es gibt Sammler, die bestimmte Jahrgänge suchen, Investoren, die physisches Silber akkumulieren, und Opportunisten, die billig kaufen, um an Juweliere weiterzuverkaufen. Auf der Verkäuferseite finden sich sowohl Privatpersonen mit wenigen Einheiten als auch Chargen von 500 oder 1.000 Münzen. Die Preisspanne spiegelt diese Mischung wider: Eine einzelne Münze ist etwas anderes als eine versiegelte Charge.

Auch die Geografie spielt eine Rolle. Madrid, Barcelona, Valencia, Sevilla, Bilbao, Málaga und Murcia konzentrieren die meisten Angebote, und Fahrkosten werden separat verhandelt. Einige Anbieter spezifizieren, dass sie nur persönlich übergeben; andere akzeptieren Versand, mit dem zusätzlichen Risiko, ob das Paket ankommt oder nicht.

Die ungeschriebenen Regeln des Flohmarkts

Das System funktioniert, weil gemeinsame Normen existieren. Erstens: Der veröffentlichte Preis wird respektiert. Zweitens: Bei zwei gleichen Angeboten bleibt das ältere oben. Drittens: Mit Unbekannten ohne Referenzen wird nicht gehandelt. Es ist ein Vertrauensmarkt, kein Vertragsmarkt.

Dieses Vertrauen bricht, wenn jemand nach Veröffentlichung seines Angebots versucht, den Preis zu drücken. Die Reaktion ist sofortig: Wenn du den Preis nicht kennst, poste eine Anzeige ohne Zahl im Kauf-Verkauf-Thread. Wer beharrt, fliegt raus. Die Härte der Regel zeigt, wie sehr das System vom gegebenen Wort abhängt.

Die Differenz, die sich nicht schließt

Die Frage, die das gesamte Material durchzieht, ist, warum BID und ASK nicht konvergieren. Auf einem liquiden Markt schrumpft die Differenz bis zur Unsichtbarkeit. Hier bleibt sie monatelang breit. Die am häufigsten genannte Erklärung ist Liquiditätsmangel: Es gibt wenige Käufer, die hohe Preise zahlen wollen, und viele Verkäufer, die dringend ihre Münzen loswerden möchten.

Aber es gibt eine andere Lesart. Die Differenz ist kein Fehler, sie ist der Preis der Ungewissheit. Niemand weiß wirklich, wie viele Münzen im Umlauf sind, wie viele noch bei der Banco de España liegen oder wie viel der Juwelier morgen zahlen wird. In diesem Vakuum ist jede Transaktion eine Wette.



Mit einem BID, der selten 13,50 überschreitet, und einem ASK, der bei 13,30 startet und bis 18,00 reicht, funktioniert der Markt für 12-Euro-Münzen eher wie ein Sammlerclub als wie eine Börse. Die Spanne bleibt bestehen, weil niemand Anreize hat, sie zu schließen. Wie lange dauert es, bis jemand eine Plattform aufbaut, die das für sie tut?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (452 Antworten).

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