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1.300 Polizisten sichern Goya-Gala während Agrarprotesten
In Valladolid werden die Goya-Filmpreise von 1.300 Sicherheitskräften geschützt, während Traktor-Proteste spanische Filmsubventionen in den Fokus rücken.
Valladolid schirmt Goya-Gala mit 1.300 Polizisten ab, während Landwirte protestieren
1.300 Einsatzkräfte. Diese Zahl soll laut Berichten Valladolid für die Goya-Gala absichern, damit das Event nicht zu einem politischen Schlagabtausch auf dem roten Teppich wird. Die Policía Nacional und die Guardia Civil kündigten an, Verstöße gegen die Ordnung streng ahnden zu wollen, um «die Freiheit und Sicherheit aller Bürger und Gäste» zu gewährleisten. Die Drohung der Demonstranten ist explizit: «Die Gäste werden ihre Party nicht erreichen.» Ein Detail ist zudem erwähnenswert: Pedro Sánchez könnte – noch unbestätigt – zusammen mit vier weiteren Ministern erscheinen.
Eine Preisverleihung abzusichern kostet öffentliche Gelder. Unklar bleibt jedoch, wer die kulturellen Kosten trägt und wer am Ende die Rechnung zahlt.
Warum fallen Traktor-Proteste und Goya-Gala zeitlich zusammen?
Weil beide Ereignisse in derselben Stadt stattfinden und der agrarpolitische Kalender keine Rücksicht auf Fototermine nimmt. Am vergangenen Dienstag, dem ersten Tag der Bauernproteste, umzingelten Hunderte Traktoren das Regionalparlament, während sich hunderte Demonstranten vor dem Gebäude versammelten, nachdem sie den gesamten Tag über wichtige Verkehrsadern blockiert hatten.
Der Druck beschränkte sich nicht nur auf Castilla y León. In Los Alcázares (Murcia) räumten Bereitschaftspolizisten der Guardia Civil Bauern von der Autobahn AP7, woraufhin die Demonstranten den Sicherheitskräften bei deren Abzug applaudierten. Eine Szene, die das Narrativ des offenen Konflikts unterläuft und manch einen Inszenierungsplan durchkreuzt haben dürfte.
Spanischer Film und Subventionen: Die Zahlen im Vergleich
Hier beginnt der unbequeme Teil. Laut einer verbreiteten Berechnung erwirtschaftet der spanische Film etwa 80 Millionen Euro, mit rund 13 Millionen Zuschauern bei durchschnittlich 6 Euro pro Ticket. Zum Vergleich: Die Stierkampfarena Las Ventas generiert mit einer Million Plätzen à 40 Euro allein 40 Millionen Euro – fast die Hälfte der Einnahmen der nationalen Produktion. Und das, so heißt es weiter, oft bei halb leeren Rängen.
Der Rest der Branche, so die harte Kritik, lebt von Steuern. Der Großteil der 13 Millionen Tickets entfällt auf wenige Titel, viele davon sind Koproduktionen mit ausländischem Schwerpunkt und nur geringem spanischen Anteil. Der Rest schreibt Verluste. So verhält es sich seit Jahren.
Stierkampf, subventionierter Film und zwei Welten ohne Dialog
Der Konflikt ist nicht nur ökonomisch. Befürworter der Filmbranche betonen, dass Wertschöpfung nicht nur an der Kinokasse entsteht: Auch Drehbuchautoren, Verleiher und Saalbetreiber leben vom Geschäft. Zudem töte der subventionierte Film, ob man ihn mag oder nicht, keine Tiere zur Unterhaltung.
Auf der anderen Seite steht das wirtschaftliche Argument der Toreros: Die Fiesta beschäftigt 200.000 Arbeitnehmer, erzielt Gewinne und bringt Steuereinnahmen. Der Film hingegen finanziert sich aus fremden Mitteln. Jeder wählt seine Kultur und seine Kasse.
Das Problem des Arguments der Internationalisierung ist, dass es laut Kritikern im Netz leicht widerlegt werden kann. Englische Trailer von Filmen wie La sociedad de la nieve, La piel que habito oder Contratiempo sammeln auf YouTube Aufrufe und Kommentare, die darauf hindeuten, dass das Produkt mehr Interesse weckt, als das Katastrophenszenario suggeriert.
Marlaska, Barbate und die Verteilung der Kräfte
Die meistdiskutierte Vergleichsgröße dieser Tage ist die Polizeipräsenz. Eine wiederkehrende Kritik lautet, dass in Gebieten wie Barbate nicht genug Beamte zur Bekämpfung des Drogenhandels entsandt werden, während für eine Gala 1.300 Kräfte mobilisiert werden. Die Zahl ist unstrittig; die Proportion schon.
Politisch hat sich die Gala zum Stimmungsbild entwickelt. Teile des Publikums erwarteten Unterstützungserklärungen für die Bauern auf dem roten Teppich. Mindestens eine kam – von Ana Belén. Den Rest des Abends beobachtete man gespannt, ob die spanische Filmindustrie bereit ist, sich dem ländlichen Raum zuzuwenden, oder lieber in sich geht.
Von Saura bis Machos Alfa: Das Kulturbild unter Verdacht
Auch die Übertragung selbst bot bemerkenswerte Momente. Eine Moderatorin sprach davon, «ein Jahr nach Carlos Sauras Tod zu feiern», ein Wortlaut, der zumindest missverständlich wirkt. Manche Zuschauer berichten zudem, Serien wie Machos Alfa nach der zweiten Staffel abgebrochen zu haben, weil sie sich belehrt statt unterhalten fühlten.
Genau hier liegt der Kern des Problems. Die 1.300 Polizisten schützen eine Feier. Niemand schützt den Steuerzahler, der dafür aufkommt.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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