Zwölf Suizide an Türklinken: Mythos und Realität

Drei Todesfälle im Juni 2018 teilten ein Szenario. Ein Narrativ verbindet zwölf Prominententode mit Pädophilie-Ritualen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zwölf Suizide an Türklinken: Mythos und Realität
Zwölf Tode an Türklinken: Fakten und Verschwörungsnarrativ

Zwischen dem 5. und 8. Juni 2018 wurden drei Todesfälle registriert, die ein gemeinsames Szenario teilen: Leichen, die an einer Türklinke aufgehängt waren. Die Modedesignerin Kate Spade wurde so in ihrer Wohnung in Manhattan gefunden; Inés Astut, die Schwester der niederländischen Königin Máxima, in ihrer Wohnung im Buenos-Aires-Viertel Almagro; und der Koch und Moderator Anthony Bourdain in Frankreich. Alle drei Fälle wurden offiziell als Suizid abgeschlossen.

An diese Übereinstimmung klammert sich ein seit Jahren kursierendes Narrativ: die These, dass eine Reihe von zwölf Berühmtheitstoden tatsächlich ein Ritual und das mundtot machen von Zeugen pädophiler Netzwerke verdeckt. Die Liste beginnt bei Michael Hutchence (1997) und endet bei Bourdain, mit David Carradine, Robin Williams, Chris Cornell, Chester Bennington oder Avicii dazwischen.

Was der Gerichtsmediziner in jedem Fall feststellte

Die offiziellen Akten deuten auf Suizid oder Unfall hin. Hutchence wurde am 22. November 1997 im Zimmer 524 des Ritz-Carlton-Hotels in Sydney gefunden; der Gerichtsmediziner von New South Wales, Derrick Hand, stellte im Februar 1998 Selbstmord fest, obwohl ein Gast im Nebenzimmer angab, gegen fünf Uhr morgens einen Streit mit einer anderen männlichen Stimme gehört zu haben. Carradine tauchte am 3. Juni 2009 in einem Hotel in Bangkok auf: Die erste Version lautete Suizid, später wurde autoerotische Erstickung ins Spiel gebracht. Cornell wurde am 18. Mai 2017 im MGM Grand in Detroit mit einem elastischen Band um den Hals gefunden.

Aaron Swartz, Mitbegründer von Reddit, starb am 11. Januar 2013 in seiner Wohnung in Brooklyn. Der New Yorker Gerichtsmediziner sprach von Strangulation, es wurde kein Abschiedsbrief gefunden. In mehreren dieser Akten hakt es im Detail: Ein Brief, den die Polizei als nicht verdächtig einstuft, aber nicht als Suizid bestätigt, oder Zeugen, die einen vorangegangenen Streit beschreiben.

Die These vom Zwölfer-Ritual

Das Narrativ behauptet nicht, dass sich diese Menschen das Leben nahmen: Es behauptet, sie seien zur Übermittlung einer Botschaft erhängt worden und die Zahl sei kein Zufall. Es stützt sich auf zwei Säulen. Die erste ist die Wiederholung der Methode, wobei die Türklinke als gemeinsamer Ankerpunkt dient. Die zweite sind die Verbindungen, die mehreren Opfern mit Umgebungen zugeschrieben werden, die durch Missbrauchsskandale aufgefallen sind. Daraus entstehen ungeprüfte Behauptungen, wie die angebliche Verwandtschaft zwischen Chester Bennington und dem US-Politiker John Podesta, die dem öffentlichen Faktum widerspricht: Der anerkannte Vater des Sängers war Lee Russell Bennington.

Das numerologische Gerüst vervollständigt das Bild: die Zahl zwölf, die Sonne, der elfte Januar oder die dreiunddreißig Jahre. Dies ist die Art von Argument, das sich selbst verstärkt und keine Widerlegung zulässt.

Zufall, riskante sens Praxis oder Mafia-Botschaft?

Hier öffnet sich die Interpretation in verschiedene Strömungen. Eine reduziert alles auf statistischen Zufall: Sich an einer Türklinke aufzuhängen, ist eine zugängliche Form der Erhängung im Innenraum, und autoerotische Erstickung wurde in einigen Fällen erwähnt. Eine andere Lesart räumt ein, dass nicht alle Tode zusammenhängen, behauptet aber, dass mehrere einem Muster der Einschüchterung folgen. Eine dritte, minoritäre Haltung beschränkt sich darauf, die Übereinstimmung der Methode hervorzuheben, ohne sich zur Ursache zu äußern. Die vollständige Aufschlüsselung jedes Falls, mit Daten, Gerichtsmedizinern und Hotels, ist der Punkt, an dem das Narrativ dichter und schwerer abzutun wird.

Mit diesen Zutaten wächst und schrumpft die Liste je nach Bedarf: Neue Fälle passen hinein, solche, die nicht passen, werden verworfen. Der Gerichtsmediziner unterschreibt Suizid, die Statistik sieht kein Muster, und der Verdacht braucht keine Beweise. Niemand hat bewiesen, dass die zwölf eine Serie bilden. Ebenso wenig wird jemand überzeugen können, wer die Serie bereits sieht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (49 Antworten).

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