Gefallene ausländische Freiwillige in der Ukraine: Die Liste wächst

Spanier, Briten, Georgier, Kanadier und Amerikaner erweitern die Liste der getöteten ausländischen Freiwilligen. Ein unvollständiges Verzeichnis.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Gefallene ausländische Freiwillige in der Ukraine: Das Verzeichnis, das nicht aufhört zu wachsen

Ein 31-jähriger mallorquinischer Telekommunikationsingenieur ohne militärische Vorerfahrung, gefallen in Sewjerodonezk. Ein pensionierter kanadischer Feuerwehrmann. Ein Neuseeländer. Ein Farmer aus Saskatchewan mit zwei Afghanistan-Einsätzen. Ein US-Legionär mit zwölf Jahren Armeedienst, Fallschirmjäger der 82nd Airborne Division. Die Liste der ausländischen Freiwilligen, die auf ukrainischer Seite im Kampf gestorben sind, ist seit Beginn der russischen Invasion ein ständiger Tropfen; jede neue Bestätigung fügt eine Nationalität, ein Alter und fast immer eine persönliche Geschichte hinzu, die nicht zum Klischee des Söldners passt.

Das Verzeichnis, rekonstruiert aus offiziellen und familiären Bestätigungen, umfasst mindestens einen Spanier, mehrere Briten, Amerikaner, Kanadier, Georgier, Polen, Niederländer, einen Taiwaner und einen Kolumbianer. Georgien allein zählt laut dem Präsidenten seines Parlaments 33 tote Freiwillige, fünf davon bei einer einzigen Aktion nahe Bachmut. Dies sind keine Zahlen eines Blitzkriegs: Es sind Zahlen eines Abnutzungskriegs.

Wer geht und warum sie gehen

Das dominante Profil ist nicht das des Abenteurers. Es gibt Veteranen aus Irak und Afghanistan, gewiss, aber auch zivile Fachkräfte ohne militärische Ausbildung, die an der Grenze mit dem erschienen, was sie am Leibe trugen. Die Internationale Legion der Territorialverteidigung der Ukraine nahm beide Gruppen auf, und diese lockere Auswahl hatte Konsequenzen. Ein gefallener US-Legionär beschwerte sich per Nachricht bei seiner Familie über mangelnde Organisation und Ausrüstung sowie Methoden, die er als „wie in alten Zeiten“ beschrieb. Das Bataillon, dem er angehörte, unterstand dem ukrainischen Militärgeheimdienst.

Die erklärte Motivation wiederholt sich in fast allen Fällen: Russland stoppen, bevor der Konflikt sich ausweitet. „Wenn wir sie hier nicht aufhalten, werden wir am Ende im Westen gegen sie kämpfen“, sagte ein im Gefecht getöteter US-Infanterieoffizier. Dieser Satz, in Varianten wiederholt, dient als kollektive Rechtfertigung. Das Problem ist, dass die Rechtfertigung das Risiko nicht mindert.

Lohnt sich das Opfer? Die unbequeme Debatte

Hier bricht die Diskussion ab. Eine Seite argumentiert, es sei unverantwortlich, jemanden ohne militärische Erfahrung an eine Artillerie- und Drohnenfront zu schicken, und wenn dieser noch Familie hat, grenze es an Egoismus. Das Gegenargument besagt, dass viele der Gefallenen genau Veteranen waren und dass Erfahrung in konventionellen Kriegen nichts garantiert angesichts eines Abnutzungskonflikts mit russischer Artillerieüberlegenheit.

Manche gehen weiter und bezeichnen Parolen wie „Sie kämpfen für unsere Lebensweise“ als Propaganda. Die Antwort von der anderen Seite lautet, dass die Geringschätzung der Freiwillige ein Detail ignoriert: Die Ukrainer, so heißt es, können die Invasion selbst stoppen, und Ausländer seien eine Ergänzung, keine Notwendigkeit. Die Diskussion über Geld – die westlichen Fonds, die den Widerstand tragen – taucht immer wieder auf, mit Zahlen, die niemand konkretisiert, und gegenseitigen Anschuldigungen, die keine Daten liefern.

Die Geografie der Rekrutierung

Die Karte der Verluste zeichnet ein merkwürdiges Muster. Georgien, ein Land mit eingefrorenen territorialen Konflikten und gespannten Beziehungen zu Moskau, stellt proportional das größte Kontingent. Danach folgen die USA, Großbritannien, Kanada und Polen. Spanien erscheint mit einem einzigen bestätigten Namen, dem eines Telekommunikationsingenieurs von Mallorca; die spanischen Behörden haben seinen Status offiziell nicht bestätigt.

Die Gesamtzahl der getöteten Ausländer ist nicht konsolidiert. Bestätigungen kommen auf verschiedenen Wegen – Mitteilungen von Familien, Pressemitteilungen, Nachrichten in sozialen Medien von Militäreinheiten – und es gibt kein öffentliches zentrales Register. Das bedeutet, dass jede Zählung definitionsgemäß eine Untergrenze ist, keine Obergrenze.



Wie viele ausländische Freiwillige sind in der Ukraine gestorben und wie viele bleiben? Die ehrliche Antwort ist, dass niemand es genau weiß. Was sicher ist: Die Liste wächst weiter, die Altersgruppe liegt um die Dreißig und die Nationalitäten häufen sich, ohne dass eine zentrale Behörde sie erfasst. Ein Verzeichnis, das durch lose Bestätigungen voranschreitet, als wäre der Krieg ein tropfender Wasserhahn und keine Front.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (149 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

Volver