Zwölf Prognosen für ein Spanien, das auseinanderfällt

Zwölf Prognosen zu Monarchie, PSOE, Ceuta und Gewalt zeichnen ein Horizontbild institutionellen Zerfalls für Spanien in zehn Jahren.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Spaniens Zukunft in 12 Prognosen, die nach Zusammenbruch riechen

Zerfällt das spanische politische System, oder häutet es sich nur? Eine Zukunftsschau, die in skeptischen Kreisen kursiert, zeichnet einen Zehnjahreshorizont, in dem die Monarchie in ein Referendum kommt, die PSOE (Spaniens größte Mitte-links-Partei) verkümmert, Katalonien und das Baskenland sich abspalten, Ceuta und Melilla die Souveränität wechseln und Gewalt zur Regel wird. Klingt apokalyptisch, doch jeder Punkt bringt sein eigenes Bündel an Argumenten mit.

Das Ende der alten Parteien

Der meistumstrittene Punkt ist das Verschwinden der PSOE. Der Vergleich mit dem Schicksal anderer sozialistischer Parteien Europas stützt die These: Schwestergesellschaften befinden sich bereits im Aussterbeprozess. Dagegen wird eingewandt, dass die spanische Wählerschaft eine schwer zu brechende Treue bewiesen hat, selbst während die Führung mit einer Wende beschäftigt ist, die historische Anliegen wie die Unterstützung des saharauischen Volkes an den Rand gedrängt hat. Die vernünftigste Schlussfolgerung ist nicht das Verschwinden, sondern eine Restpartei, die keine Mehrheiten mehr wiederholen kann. Auch die PP (die große konservative Partei) bleibt nicht verschont: Das Fehlen einer Führung mit populistischer Zugkraft gilt als Urteil zur Bedeutungslosigkeit.

Die Landkarte bekommt Risse

Die Abgabe von Ceuta und Melilla ist für jene keine abwegige Idee, die die Außenpolitik Spaniens und den Migrationsdruck beobachten. Man weist darauf hin, dass die Vorphase bereits läuft. Die Abspaltung Kataloniens und des Baskenlandes wird nicht als Ausbruch, sondern als administrative Fragmentierung des Staates gedacht: Das Verwaltungsrecht, aufmerksam gelesen, vollziehe die Trennung bereits durch die Hintertür. Die Europamüdigkeit gilt als gegeben; die Frage ist, ob sich das Unbehagen in mehr als Umfragen kristallisiert.

Gewalt und Generationenkonflikt

Der Anstieg der Gewalt wird als bereits sichtbarer Trend in der Entwicklung der vorsätzlichen Tötungsdelikte beschrieben. Die Kluft zwischen Jung und Alt ist der andere große Brennpunkt: Renten, Wohnen und Arbeitsmarkt nähren einen Diskurs gegen die Alten, der nach einer Analyse nicht spontan, sondern gesteuert wäre, um von den eigentlichen Ursachen abzulenken. Das Ergebnis wäre eine gesellschaftliche Polarisierung mit verwischten Mittelschichten und einer neuen Kampflinie zwischen Beherrschten und Herrschenden.

Gott und Stadtplanung wechseln die Seite

Die katholische Kirche bleibt nicht außen vor: Seit Jahrhunderten übersteht sie Spaltungen, doch die Wende zu zeitgemäßen Positionen kostet sie Glaubwürdigkeit. Manche sehen einen Katholizismus, der als politischer Sammelpunkt unter Content-Creators wiedergeboren wird. Auf der physischen Ebene segmentiert sich der Städtebau: abgeriegelte Wohnanlagen gegenüber wachsender Slumbildung und Konflikten in den Stadtkernen.

Bei einem solchen Panorama hat der Skeptizismus gute Gründe zu antworten, dass keine dieser Prognosen neu ist: Die Apokalypse kommt seit Jahrzehnten an und landet nie ganz. Aber die vollständige Liste, mit ihrer Mischung aus Politik, Wirtschaft und Kultur, bietet eine Landkarte der realen Ängste jener, die der offiziellen Erzählung nicht trauen. Und wenn dann nichts passiert, bleibt immer noch die Ironie, alles vorhergesagt zu haben.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (78 Antworten).

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