Zweite Runde der spanischen Liga unter 600.000 Zuschauern

Kein Spiel der zweiten Runde erreichte 600.000 TV-Zuschauer, während das Fußball-Abo über 100 Euro monatlich kostet.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Zweite Runde der spanischen Liga unter 600.000 Zuschauern
100 Euro pro Monat für Fußball und die Liga verliert Zuschauer

Kein Spiel der zweiten Runde der spanischen Liga erreichte 600.000 Fernsehzuschauer. Parallel dazu verlangt die Plattform, die die Rechte in Spanien hält, mehr als 100 Euro pro Monat für den Fußball, eine Summe, die sich viele Haushalte nicht leisten können. Das Ergebnis ist ein Wettbewerb, der gleichzeitig Einnahmen aus dem Ticketverkauf und Einschaltquoten verliert, sowie ein Geschäft, das seinen eigenen Kunden den Preis diktiert.

Es sei vorweg gesagt: Die spanische Liga fällt nicht aus einem einzigen Grund, sondern aus mehreren gleichzeitig. Und keiner davon wird durch eine Erhöhung der Abogebühr behoben.

Was kostet es, die Liga im Fernsehen zu sehen?

Mehr als 100 Euro monatlich für das Fußball-Paket. Diese Zahl taucht in Analysen immer wieder als Hindernis auf, das den Fan von der Show trennt. Hinzu kommt eine Geschäftsbedingung, die besonders ärgert: Die Plattform zwingt dazu, Internet und Telefon zusammen mit dem Fußball abzuschließen, oder verkauft das Paket nicht separat. Man zahlt nicht für das Spiel, man zahlt für den Zugang zum System.

Der Kontrast zur Tribüne bringt die offizielle Erzählung in Verlegenheit. Ja, Dauerkarten für die Primera División sind teurer als das Abo, aber sie beinhalten Liga, Pokal und europäische Wettbewerbe, und das Spiel wird live und mit Publikum gesehen. Während das Bezahlfernsehen teurer wird, bleibt das Stadion für Fans in der Nähe die rationalere Option. Für alle anderen gibt es weder das eine noch das andere.

Unten, in der Stufe, die den Amateurfußball speist, wiederholt sich das Muster: 13 Euro pro Monat für die Primera RFEF. Und diese werden gezahlt.

Warum die italienische Liga doppelt so viel für Transfers ausgibt wie die spanische

Im Thread wird gefragt, ob die italienische Serie A ihre Ausgaben für Transfers verdoppelt im Vergleich zur spanischen Liga, basierend auf einer Rangliste, die die ausgegebenen Mittel in einem Transferfenster misst und nicht die finanzielle Gesundheit der Clubs. Aber es zeigt einen Trend: Die Premier League wird von US-Investitionsfonds und Golf-Kapital gestützt, und einige argumentieren, dass solche Geldquellen in Spanien nicht mit derselben Freiheit verfügbar sind.

Ein Teilnehmer ist der Meinung, dass der wirklich bemerkenswerte Transfer der Saison Bellingham war, der Real Madrid wählte – nicht die Liga, sondern Real Madrid –, anstatt in England zu bleiben, und ordnet dahinter Gundogan ein, dessen Leistung beim FC Barcelona er bezweifelt, da ein Nachwuchsspieler möglicherweise ausreichend gewesen wäre. Außerhalb dieser beiden Namen geht derselbe Kommentar von einer Realitätswaschung aus: Das Etikett „Liga der Stars“ war die Ausnahme, nicht die Regel.

Der Fall des Chelsea FC, dem ein Teilnehmer Ausgaben von 300 Millionen auf dem Januar-Transfermarkt und etwa 200 weitere im Sommer zuschreibt, lässt die Frage des Financial Fair Play offen. Die Schlussfolgerung im Thread ist, dass es nur eines Magnaten bedarf.

Bosman-Urteil: Die Norm, die die Verteilung des Talents änderte

Das Bosman-Urteil, das Mitte der Neunzigerjahre die Begrenzung für EU-Ausländer aufhob, ist der am häufigsten genannte Wendepunkt. Zuvor durften nur drei ausländische Spieler auflaufen; danach belegte jeder Spieler mit EU-Pass keinen Ausländerplatz mehr. Die Folge, so argumentiert ein Teil der Analyse, war die Konzentration des Talents bei einer Handvoll Clubs und der Verlust der Wettbewerbsfähigkeit ganzer Ligen.

Die chronologische Entwicklung endet hier nicht. Die Clubs wurden zu Aktiengesellschaften, Transfers erfolgten über Ausstiegsklauseln und die Verschuldung wurde durch die Immobilienblase des Jahres 2000 verdeckt, als viele Teams ihre Stadien verkauften, um neue Arenen zu bauen. Jetzt sind die Fernsehrechte die Haupteinnahmequelle, und dort schließt sich der Kreis zulasten des Fans.

Eine andere Diskussionsebene führt zur nationalen Herkunft der Spieler. Dies ist eine identitäre Nebenspur, die weder Preise noch Einschaltquoten erklärt, und diese Analyse unterstützt sie nicht.

Vom Platz aufs Sofa: Das verfügbare Einkommen reicht nicht

Das greifbarste Argument ist das des Warenkorbs. Bei niedrigen Löhnen, hoher Steuerlast und monatlichen Rechnungen für Hypothek, Strom, Gas, Benzin und Supermarkt, die keine Pause gönnen, ist das verfügbare Einkommen erschöpft, bevor Freizeit dran ist. In diesem Szenario ist die Zahlung von 100 Euro pro Monat für Fußball ein Luxus, keine Gewohnheit. Der Fußball war ein Volkssport und ist zu einem Premiumartikel geworden.

Auf dieser Grundlage spaltet sich die Debatte. Einige betonen das Bezahlfernsehen als Hauptursache; andere verteidigen, dass das Problem älter ist und mit Globalisierung und völlig freiem Markt zusammenhängt, der das Talent an den Höchstbietenden übergibt. Die Daten lösen das Patt nicht: Wenn man ein Tor ohne Grenzen öffnet, fließt das Geld dorthin, wo es schon immer war.

MotoGP und F1 verlieren ebenfalls Zuschauer in Spanien

Der Rückgang beschränkt sich nicht auf den Ball. Die Einschaltquoten der MotoGP sind in Spanien, dem Land mit der zweitgrößten Motorradfanschaft nach Italien, miserabel. Auch die Formel 1 entkommt nicht. Das Muster wiederholt sich: Das Event versteckt sich hinter einer Bezahlschranke und das Publikum, das es jahrzehntelang trug, bleibt weg.

Einige weisen darauf hin, dass es eine Liga gibt, in der im Grunde zwei Teams konkurrieren, und das mindert das Interesse, unabhängig vom Fernsehen. Wenn das Ergebnis schon vor der Auslosung festzustehen scheint, verkauft sich das Abo nicht mehr von selbst.

Angesichts dieser Daten kehrt die Diskussion immer zum selben Stillstand zurück: Ist das Problem eine Norm aus den Neunzigern oder eine monatliche Gebühr? Niemand hat ein Datum für die Erholung genannt. Und solange tut der durchschnittliche Fan das Einzige, was er mit seinem Geld tun kann: Nicht zahlen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (156 Antworten).

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