Yolanda Díaz verlängert Trauerurlaub auf zehn Tage

Spaniens Arbeitsministerin Yolanda Díaz kündigt an, den Trauerurlaub von zwei auf zehn Tage zu erhöhen und neue Regelungen für Palliativbetreuung einzuführen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Yolanda Díaz verlängert Trauerurlaub auf zehn Tage
Yolanda Díaz erweitert Trauerurlaub auf zehn Tage

Zehn Tage Urlaub erwecken niemanden zum Leben, aber sie geben demjenigen Struktur, der gerade einen Elternteil beerdigt hat. Die zweite Vizepräsidentin und Arbeitsministerin Yolanda Díaz kündigte am Donnerstag die Ausweitung des Trauerurlaubs auf zehn Tage sowie die Einführung einer neuen gerechtfertigten Abwesenheit zur Begleitung von Angehörigen in der Palliativversorgung an. Dies geschah bei einem Informationsfrühstück, organisiert von Europa Press, und soll schnellstmöglich durch ein vom Ministerium vorbereitetes Real Decreto Ley (Königliches Dekret-Gesetz) umgesetzt werden.

„Niemand kann zwei Tage nach dem Tod eines Vaters, einer Mutter, eines Sohnes, einer Tochter oder eines Freundes zur Arbeit gehen“, sagte sie. Die Ministerin verknüpfte die Maßnahme mit der Produktivität: „Eines der Probleme Spaniens ist, dass Menschen gezwungen werden, unter ungünstigen Bedingungen zu arbeiten.“ Sie brachte auch den zweiten Fall zur Sprache: „Kein Vater oder keine Mutter kann so tun, als wäre nichts passiert, wenn ihre Tochter in der Palliativversorgung ist.“ Bislang ist dies alles: eine Ankündigung ohne festes Datum und ohne konkreten Gesetzestext.

Von zwei auf zehn Tage: Was ändert sich und für wen?

Die geltende Regelung sieht grundsätzlich zwei Tage vor. Der Vorschlag verfünffacht diese Dauer. In der Mitte liegt unsicherer Boden: Es gibt Tarifverträge, die bereits sechs Tage Trauerurlaub gewähren, und viele Stimmen sehen drei bis fünf Tage je nach Verwandtschaftsgrad und Ort des Todes als angemessene Untergrenze.

Der kritische Punkt ist der Kreis der Begünstigten. Die ausdrückliche Erwähnung von „Freunden“ in der Aussage der Ministerin hat die Debatte entfacht: Der aktuelle Schutz erstreckt sich bis zum zweiten Grad, und halb Spanien fragt sich, wie man nachweisen soll, dass der Verstorbene ein Freund und nicht nur ein Bekannter aus dem Aufzug war. Demgegenüber plädieren einige dafür, die Erweiterung auf Eltern, Kinder, Geschwister und Ehepartner zu beschränken und das Maximum für den ersten Grad vorzusehen. Am Ende unterschreibt dieselbe Person die Genehmigung, die auch die Sterbeurkunde prüft.

Arbeitskosten und das Gespenst des Absentismus

Die zweite Front ist wirtschaftlicher Natur. In Unternehmen mit knappen Personalressourcen wird jede Abwesenheit zum Schichtplan-Puzzle, und die Personalabteilungen warnen, dass der Urlaub wegen Krankenhausaufenthalt eines Angehörigen bereits Ketten von Krankmeldungen auslöst, wenn ein älterer Mensch wiederholt ins Krankenhaus muss: Enkel, Kinder und Schwiegersöhne wechseln sich ab, bis zum nächsten Aufenthalt.

Das Gegenargument ist so alt wie der Urlaub selbst: Jedes neue Recht führt zu Missbrauch, und die Kosten tragen Selbstständige und KMUs. Die Antwort der Gegenseite lautet, dass Trauerurlaube bereits geregelt waren und dass die Produktivität nicht steigt, wenn man jemanden zwingt, zwei Tage nach einer Beerdigung zu kommen. Bisher wurde keine offizielle Berechnung der Zusatzkosten vorgelegt. Auch nicht der Einsparungen durch vermeidbare psychische Ausfälle.

Wie lange dauert die Bürokratie nach einem Todesfall?

Der Urlaub hat eine wenig romantische, aber sehr reale Funktion: Er dient der Bestattung und der Erledigung von Formalitäten. Die Sterbeurkunde, das Standesamt, das Testament, die Kündigung von Konten und Verträgen. Wer dies durchgemacht hat, erinnert sich an strikte Fristen für Bürger gegenüber einer Verwaltung, die überlastet ist von Terminbuchungen und Wochen braucht, um ein Dokument auszustellen.

Deshalb finden die Anpassungen der Tage Befürworter bei denen, die nicht um längere Trauerzeit bitten, sondern um Verwaltungszeit. Die für schwere Fälle genannte Alternative existiert bereits: die Krankschreibung wegen Depression oder Angstzuständen, die in der Praxis problemlos gewährt wird. Ein Beispiel wird oft zitiert: Ein Arbeitnehmer, der seinen Sohn bei einem Motorradunfall verlor, war sechs Monate krankgeschrieben, ohne dass ihm auch nur ein Tag angerechnet wurde.

Trauer lässt sich nicht in Tagen oder Verwandtschaftsgraden messen

Hier bricht die Statistik zusammen. Derselbe Mitarbeiter kann nichts für einen abwesenden Elternteil empfinden und an einer Freundin zerbrechen. Manche gehen nicht zur Beerdigung ihres Vaters, andere weinen drei Tage um jemanden, der keine Familie war. Trauer ist subjektiv, daher ist jede Tabelle von Tagen per Definition willkürlich.

Es gibt auch ein zugrunde liegendes Muster, das niemand bestreitet: Ab einem bestimmten Alter beginnen Mitarbeiter, alle paar Monate Beerdigungen, Messen und Trauerfeiern aneinanderzureihen, unter direkten Angehörigen, Politikern und Nachbarn. Das ist reine Demografie, nicht Faulheit.

Mit diesen Voraussetzungen ist es wahrscheinlich, dass ein Real Decreto Ley den ersten Grad eingrenzt und „Freunde“ ausschließt oder in eine nicht anwendbare Grauzone stellt. Wenn es so kommt, wird die Maßnahme in den Unternehmensbilanzen kaum auffallen und als Schlagzeile der Woche sterben. Wenn es wörtlich umgesetzt wird, sind die im Personalbüro befürchteten Schlupflöcher das kleinere Problem: Man müsste einem Richter erklären, wie man eine Freundschaft beweist.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (260 Antworten).

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