Wurth: 750 Euro im Monat, um Schrauben auf Provision zu verkaufen
Lohnt es sich, bei Wurth anzufangen? Das Angebot, das ein 25-jähriger Bewerber in A Coruña erhält, ist klar: ein Juniorvertrag, drei Monate Ausbildung mit 750 Euro netto, Firmenwagen, Sprit, Tablet, Telefon und 7,50 Euro Verpflegungsgeld fürs Mittagessen. Danach hängt alles von den Provisionen ab. Die Frage, die in der Branche umgeht, ist, ob dieses Fixgehalt, das laut mehreren Berichten bei etwa 700-750 Euro liegt, zum Leben reicht, während man sich einen Kundenstamm aufbaut.
Wurth ist ein deutscher Multikonzern für Schrauben und Befestigungstechnik mit Präsenz in ganz Spanien. 1977 als Würth Tornillos de España S.A. gegründet, vertreibt das Unternehmen heute alles, was zum Befestigen, Verbinden, Kleben und Montieren dient. Das Geschäftsmodell beruht auf einem Netz von Vertrieblern, die Werkstätten, Industriebetriebe und Landwirtschaftsbetriebe besuchen. Das Produkt ist gut, sagen die, die es benutzt haben. Der Preis, sagen sie auch, ist teuer.
Wie viel verdient ein Wurth-Verkäufer
Das Fixgehalt ist niedrig. Mehrere Nachrichten stimmen darin überein, dass das Grundgehalt zwischen 700 und 750 Euro liegt und dass Spesen und Firmenwagen dazukommen. Während der Ausbildung erhält der Bewerber 750 Euro netto. Danach, mit zugewiesenem Verkaufsgebiet, hängt das Gehalt von den Provisionen ab. Ein Bericht versichert, dass man "in den ersten Jahren kaum über 1.000-1.100 Gehalt kommen wird", weil das Verkaufsziel jährlich um 15 bis 35 Prozent steigt. Das heißt: Man kann mehr verkaufen und weniger verdienen.
Ein anderer Bericht, von jemandem, der seit 6-7 Jahren im Unternehmen ist, merkt an, dass "man jedes Jahr mehr bekommt als im Jahr zuvor, aber über die 1.200 Euro kommt man nicht hinaus". Er fährt noch immer denselben Wagen wie am Anfang. Eine Gehaltsentwicklung ist also nicht garantiert.
Wie der Alltag eines Wurth-Vertrieblers aussieht
Die Arbeit ist hart. Man muss Kunden besuchen, viele davon Kfz-Werkstätten oder kleine Industriebetriebe, und Produkte zu Preisen verkaufen, die nicht immer wettbewerbsfähig sind. "Die Arbeit ist beschissen, weil man betteln gehen muss, um einen Karton Schrauben zu verkaufen", fasst eine Nachricht zusammen. Der Vorteil, so manche, ist, dass ein Kunde, der der Marke vertraut, treu nachkauft. Der Nachteil ist, dass die Konkurrenz Druck macht: Leroy Merlin, lokale Eisenwarenhändler und andere Distributoren bieten niedrigere Preise.
Auch die Öffnungszeiten werden kritisiert. Ein Kunde erzählt, er sei fünf Minuten vor Geschäftsschluss gekommen, und der Laden war schon zu. "Die haben eine unglaubliche Beamtenarbeitszeit", spottet er. Außerdem ist die Warenverfügbarkeit nicht immer so, wie man es erwarten würde.
Karriereweg und Fluktuation
Die Fluktuation ist hoch. Mehrere Nachrichten bestätigen das: "Wurth ist berühmt für seine extrem hohe Fluktuation im Vertrieb." Ein anderer versichert, dass "von den Neuen mit 3 Monaten Ausbildung, glaube ich, keiner über 6 Monate in einem Jahr gekommen ist". Das Unternehmen bietet allerdings bezahlte Ausbildung und Erfahrung in einer Branche, dem technischen Vertrieb, die später den Sprung zu Konkurrenten wie Hilti oder Fischer ermöglichen kann.
Der Bewerber selbst sieht es so: "Ich glaube, die Arbeit wird hart. Aber das Unternehmen scheint seriös, und es ist immer Erfahrung für andere Unternehmen." Das ist vielleicht die häufigste Lesart: Wurth als Schule, nicht als Endstation.
Der Preisstreit und die Konkurrenz
Der Preis der Wurth-Produkte ist ein wiederkehrendes Thema. Eine Nachricht vergleicht: "Sachen, die ich direkt in der Fabrik für 0,014 Euro/Stück kaufe (Mindestbestellung 2.000 Stück), verkauft Wurth für 1,10 Euro/Stück (Bestellung von 100 Stück)." Der Unterschied ist gewaltig, auch wenn das Produkt eine bessere Qualität oder einen damit verbundenen Service haben mag. Ein anderer Kunde rechtfertigt es: "Sie verkaufen gutes Produkt, aber zu einem absurden Preis, für Kunden, die nicht viel Zeit haben, nach Angeboten zu suchen."
Diese Nische — der Profi, der keine Zeit mit Vergleichen verlieren will — trägt das Geschäft. Aber es ist auch eine Nische, die die Konkurrenz mit aggressiveren Preisen angreifen kann.
Unter diesen Bedingungen ist die Entscheidung, bei Wurth anzufangen, eine persönliche Abwägung. Für einen jungen Menschen ohne Erfahrung sind die bezahlte Ausbildung und der Firmenwagen ein Polster. Für jemanden, der Stabilität sucht, sind das Fixgehalt von 750 Euro und die hohe Fluktuation Warnsignale. Das Unternehmen wollte auf die Kritik nicht antworten, aber die Zahlen liegen auf dem Tisch.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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