Tierzucht zum Verkauf: vom Liebesvogel für 15 € bis zum Ara für 12.000 €

Ein Agapornis ist von 60 € auf 15 € gefallen, ein zuchtfähiger Hyazinth-Ara kostet 12.000 €. Die Tierzucht als Nebeneinkommen hat eine Kleingedrucktes, das kaum jemand kennt.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Tierzucht zum Verkauf: vom Liebesvogel für 15 € bis zum Ara für 12.000 €
Tierzucht zum Verkauf: vom Liebesvogel für 15 € bis zum Ara für 12.000 €

Die Zucht von Tieren als Nebentätigkeit zum Verdienen eines Zusatzeinkommens ist ein Geschäft mit so vielen Facetten, dass die Preisspanne allein schon überrascht. Ein Agapornis, der vor einigen Jahren noch für 60 Euro verkauft wurde, bringt heute nur noch 15 Euro, während ein zuchtfähiger Hyazinth-Ara bis zu 12.000 Euro erreichen kann. Zwischen diesen Extremen liegt ein Markt, der von den 200 Euro monatlich, die manche als Hobby anstreben, bis zu den Tausenden von Euro pro Jahr reicht, die spezialisierte Züchter umsetzen. Der Schlüssel, so sind sich die Analysen einig, liegt in der Eintrittshürde: Je schwieriger es ist, ein Zuchtpaar zu bekommen, und je mehr Fachwissen die Art erfordert, desto höher ist die Marge. Der Rest ist Illusion.

Der Mythos vom profitablen Hobby: 200 Euro im Monat und eine Badewanne

Die Idee, Kalifornische Rotwürmer in einer Badewanne zu züchten und im Internet zu verkaufen, taucht immer wieder als heiliger Gral des Heimunternehmertums auf. Die Einstiegskosten sind minimal: Erde, eine alte Badewanne und ein Startbestand an Würmern. Das Problem ist die Größenordnung. Damit aus Kleingeld etwas wird, das einem Einkommen ähnelt, bräuchte man so viele Badewannen, dass aus dem Hobby eine Industriehalle würde. Dasselbe gilt für Schnecken, die erhebliche Anlagen und einen Zeitaufwand erfordern, der sich selten lohnt.

Die optimistischste Rechnung geht davon aus, dass man mit ein paar Tieren 200 Euro im Monat herausschinden kann. Das realistische Szenario, so sagen es Leute, die seit Jahren dabei sind, ist, dass die Zucht kleiner Vögel wie Nymphensittiche oder Agapornis gerade mal die Futterkosten deckt. Für 20 Nymphensittiche liegen die jährlichen Mindestkosten für Futter bei etwa 100 Euro. Rechnet man die Arbeitsstunden hinzu, geht das Geschäft nicht auf. Was aufgeht, räumen manche ein, ist der Zeitvertreib: Wenn es einem Spaß macht, hat man eine gute Zeit und hält die Kosten im Griff.

Aras, Chihuahuas und Falabellas: das Geschäft mit der Eintrittshürde

Wo es wirklich Geld gibt, ist bei Arten, die schwer zu finden und zu züchten sind. Ein zuchtfähiger Hyazinth-Ara kann 12.000 Euro kosten, aber die Anfangsinvestition ist erst der Anfang. Falabella-Pferde, die nicht größer als ein Deutscher Schäferhund sein dürfen, sind ein weiteres Beispiel: In Spanien ist es schwer, echte Exemplare zu finden, weil es viele Kreuzungen gibt, die als solche verkauft werden. Teacup-Chihuahuas, die in einen Becher passen, erzielen ebenfalls hohe Preise, aber der Markt ist überschwemmt mit Kreuzungen, die zwei Kilo wiegen und als Rassehunde verkauft werden.

Die Zucht kleiner Hunderassen für Ausstellungen ist ein weiteres Geschäft, das auf dem Papier perfekt erscheint. Eine Hündin kann alle 9 Wochen 3 bis 5 Welpen bekommen, und bei Rassen wie dem Shiba Inu werden Welpen für 400 bis 750 Euro verkauft. Wer aber dabei war, warnt: Die körperliche und seelische Belastung ist enorm – Kaiserschnitte, Todesfälle, Krankheiten, Kunden, die Rückgabe oder Tierarztkosten fordern. Eine Züchterin von Yorkshires, Chihuahuas und Pomeranians hatte zeitweise über 100 Hunde und hörte nach Jahren des Leidens auf.

Der Vogelmarkt: Mutationen, die 1.000 Euro wert sind

Die Vogelzucht ist ein Sektor mit sehr ausgeprägten Zyklen. Nymphensittiche und Agapornis hatten ihre goldene Zeit, aber heute züchtet sie jeder, und der Preis ist eingebrochen. Was früher für 60 Euro verkauft wurde, geht jetzt für 15 Euro weg und findet nicht immer einen Käufer. Das Geschäft hat sich zu Stieglitz-Mutationen und anderen selteneren Arten verlagert. Ein Schwarzkappensittich aus Bolivien kann 500 oder 600 Euro pro Paar erreichen; ein Xanthogastra zwischen 200 und 300. Das sind Vögel, die nicht jeder züchtet und die Erfahrung und Kenntnis der Szene verlangen.

Der extremste Fall sind Falken für die Golfstaaten. Die Zucht von Hybriden aus Gerfalke und Sakerfalke ist nach Aussage von Kennern der Branche das lukrativste Geschäft in der Gefangenschaftszucht. Laut einem Forumsnutzer wurden im vergangenen Jahr mehr als 25 Millionen Dollar für den Kauf dieser Greifvögel ausgegeben, und die Nachfrage übersteigt das weltweite Angebot. Allerdings braucht man tiefes Fachwissen und eine Anfangsinvestition, die für Amateure unerreichbar ist.

Das Kleingedruckte: Vorschriften, Konkurrenz und Blasen

Bevor man rechnet, sollte man die Vorschriften prüfen. Der Verkauf von Tieren ohne Registrierung als núcleo zoológico (eine behördlich lizenzierte Tierhaltung) ist verboten, und das gilt auch für Welpen vom Hund der Schwiegermutter. Die Gesetzgebung ist verschärft worden, und die Kontrollen nehmen zu. 2020 zerschlug die Polizei einen illegalen Chihuahua-Zuchtring und befreite 270 Hunde; die Bande hatte den Tieren die Stimmbänder durchtrennt, damit die Nachbarn nichts merkten. Das Geschäft existierte, aber es war heimlich und grausam.

Abgesehen von der Legalität ist da noch die Frage des Marktes. Jede Tätigkeit, die profitabel erscheint, zieht Konkurrenz an und erzeugt am Ende eine Blase. Wer zuerst kommt, verkauft die Zuchtpaare zu Goldpreisen; wer zu spät kommt, stellt fest, dass der Preis eingebrochen ist. Die Zyklen in der Land- und Viehwirtschaft sind bekannt: Im einen Jahr verdient der Zwiebelbauer ein Vermögen, im nächsten pflanzt jeder Zwiebeln, und die bleiben gar nicht erst im Boden. Mit Tieren ist es genauso. Die Mode regiert.

Lohnt es sich, Tiere zum Verkauf zu züchten?

Die Antwort hängt davon ab, was man will. Wenn das Ziel 200 Euro im Monat als Hobby sind, liefern die meisten kleinen Arten das nicht. Wer ein echtes Geschäft will, muss sich auf schwierige Arten spezialisieren, eine hohe Anfangsinvestition stemmen und den Magen haben, mit Sterblichkeit, Krankheiten und problematischen Kunden umzugehen. Und wer außerhalb des Gesetzes arbeiten will, trägt ein wachsendes Risiko von Strafen.

Wer seit Jahren dabei ist, ist sich in einem Punkt einig: Die Tierzucht macht selten reich, wer sie als Nebentätigkeit betreibt. Reich werden die, die am Anfang des Zyklus die Zuchtpaare verkaufen, die die Distribution kontrollieren und – bei Hunden – die auf dem illegalen Markt operieren. Für den durchschnittlichen Liebhaber ist der greifbarste Ertrag der persönliche Genuss, nicht der wirtschaftliche Gewinn. Unter diesen Vorzeichen wird die Blase der Stunde weiter neue Züchter anziehen, die zu spät kommen und mit Verlusten wieder gehen. Die Geschichte wiederholt sich, aber niemand scheint zu lernen.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (59 Antworten).

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