Wunschwaffen, die das spanische Gesetz nicht erlaubt

Die spanische Obergrenze ist hoch, aber nicht unendlich: vom erlaubten .22 bis zur unmöglichen .50 BMG – so entscheidet sich, welche Waffe man besitzen darf und welche ein Traum bleibt

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wunschwaffen, die das spanische Gesetz nicht erlaubt
Waffen, die das spanische Gesetz nicht erlaubt

Ein Repetierergewehr im Kaliber .22 für Präzisionsschießen auf 300 Meter ist in Spanien legal. Eine MP7-Maschinenpistole, ein Flammenwerfer oder ein Atomsprengkopf nicht. Zwischen diesen beiden Extremen lässt die spanische Waffengesetzgebung mehr Spielraum, als man meist glaubt: Die Obergrenze existiert, aber sie liegt hoch. Die entscheidende Frage lautet nicht, was verboten ist, sondern was man mit gültigen Papieren besitzen darf und was im Reich des unerreichbaren Wunsches bleibt.

Die kurze Antwort: Fast alles, was halbautomatisch feuert und keine verbotenen Kaliber verwendet, ist machbar – vorausgesetzt, der Schütze besitzt eine Lizenz F, die dritte Kategorie, und einen zugelassenen Waffenhändler. Alles andere – Vollautomatik, bestimmte Militärkaliber, Artillerie – existiert im Limbo der Träumerei.

Was man in Spanien besitzen darf und was nicht

Die spanischen Vorschriften erlauben den Besitz von Kurz- und Langwaffen mit entsprechender Lizenz, schränken aber die Kaliber ein und verbieten automatische Mechanismen. Entscheidend ist die Kategorie: Ein Repetierer im Kaliber .22 für Präzision auf 300 Meter ist mit der F-Lizenz völlig problemlos möglich, während ein modernes Sturmgewehr wegen seiner Automatik ausscheidet. Die M-14 und die Ruger Mini-14, zwei Klassiker, die als Wunschobjekte auftauchen, fallen in ihrer Originalversion auf die nicht erlaubte Seite.

Die Magazinkapazität fügt eine weitere Ebene hinzu. Für die Jagd müssen Magazine auf zwei Patronen plus eine im Lauf begrenzt sein, für Sportdisziplinen auf fünf. Dreißig-Schuss-Magazine zu besitzen ist nicht an sich illegal, aber ihre Verwendung in einer regulierten Disziplin erfordert eine Begrenzung. Diese Trennung zwischen Besitz und Nutzung sorgt für Verwirrung: Sammlerstücke oder Kuriositäten kann man ohne spezifische Waffenbesitzkarte erwerben, und dann setzt die Intervención de Armas (die spanische Waffenbehörde) die Filter, wenn es darauf ankommt.

Die .338 Lapua Magnum ist nichts fürs Plinking

Es gibt Kaliber, die ihr eigenes Ritual verlangen. Die .338 Lapua Magnum, als Wunschobjekt zitiert, erfordert mühsame und teure Handladung, und jeder Schuss ist eher eine Verantwortung als ein Vergnügen. Kommerzielle Munition verteuert den Prozess, und auf Schießständen ist das beliebige Recreativeschießen mit dieser Patrone nicht erlaubt. Wer preiswertes und präzises Vergnügen sucht, fährt mit .22 LR oder 9 mm Luger besser, auch wenn das Dopamin des großen Kalibers stark zieht.

Die .50 BMG erscheint als höchster Wunsch, und die .408 CheyTac – die des Gewehrs aus dem Film – als noch größere Verfeinerung. In Spanien gibt es einige registrierte .375 CheyTac, aber die Endverbraucherregel für Polizeior Militärmaterial erschwert die .408. Präzision geht nicht immer mit Leistung einher: Die .408 ist präziser als die .50 BMG, aber auch schwerer in den rechtlichen Rahmen einzupassen.

Das M1 Garand und seine höllischen Visiere

Das M1 Garand, eine Ikone des Zweiten Weltkriegs, hat ein praktisches Problem: Sein Dioptervisier eignet sich nicht für die Jagd bei wenig Licht. Wer es auf 100 Meter probiert hat, gibt zu, dass konstante MOA schwierig sind. Zweischuss-Ladestreifen für die Jagd existieren, aber die Waffe ist für den Sportsschießen gedacht, nicht fürs Revier. Die Anekdote des M1A1 National Match mit Lothar-Walter-Lauf, der entwischt ist, fasst die Nostalgie des Sammlers zusammen: Stücke, die weg sind und nicht wiederkommen.

Die Mauser C96, der Besengriff-Revolver, ist ein weiteres Kultobjekt. Sie verschießt .30 Carbine, Munition, die nur über spezielle Kanäle zu bekommen ist, und ihr praktischer Nutzen beschränkt sich auf den Schießstand. Ihr großer Bruder, das M1 Garand, teilt diese Vitrinen-Bestimmung mit gelegentlichen Ausflügen.

Die FG42 und der Mythos des Fallschirmjägergewehrs

Die deutsche FG42, mit Mündungsfeuerdämpfer und Kompensator, erlaubte geübten Händen, das Magazin ohne aus der Fassung zu geraten zu leeren. Aber ihre Herstellung war extrem teuer, und der Lauf heizte sich bei anhaltendem Feuer auf unangenehme Grenzen auf. Ihre Entwicklung ist mit dem Angriff auf das Fort Eben Emael verbunden, und ihre Legende übertrifft ihre Praktikabilität. Sie ist das perfekte Beispiel einer Waffe, die mehr durch ihre Geschichte anzieht als durch ihre Leistung.

Die Hardballer aus Terminator und das Gewicht des Schlittens

Die AMT Hardballer, basierend auf der M1911-Serie und durch Terminator, Resident Evil und Hitman bekannt geworden, ist nicht teuer, aber ihr langer Schlitten macht sie unpraktisch zum Tragen. Es gibt ein Modell in 10 mm Auto mit derselben Länge, und wer sie probiert hat, ist sich einig: Außer als Laune sprechen weder Tragekomfort noch Gewicht für sie. Das Kaliber .45 ACP und Vollmantelgeschosse vervollständigen das Porträt einer Pistole, die mehr fürs Kino als für die Funktion ist.

Das Zeppelin und der Atomsprengkopf: die Grenze des Absurden

Im Reich des Unmöglichen ist ein Zeppelin vom Typ X – die L70, in der Kapitän Peter Strasser im August 1918 starb, mit ihren sieben Maybach-Motoren – genauso illegal wie faszinierend. Ein Atomsprengkopf, ein TOS-1A mit thermobarischer Munition oder ein Flammenwerfer Flammenwerfer 41 vervollständigen die Wunschliste, an die das spanische Gesetz nicht einmal denkt. Die Ironie: Die spanische Obergrenze ist hoch, aber nicht unendlich.

Der M1 Carbine und die Stoppwirkung

Der M1 Carbine, mit 110-Grain-Geschossen bei 600 m/s, bot im Kampf nicht die Stoppwirkung, die man ihm zuschrieb. Adrenalin und Stress sorgten dafür, dass ein oder zwei Treffer außerhalb der tödlichen Zone nicht genügten. Für die Drückjagd verlangt er Präzision und Glück; zur Bejagung, wenn das Tier ruhig ist, funktioniert er. Die Schlussfolgerung: Das Kaliber ist weniger wichtig als der Sitz des Schusses.

Das Dilemma .22 LR gegen 9 mm

Die Frage, ob man mit .22 LR oder 9 mm einsteigen soll, stellt sich immer wieder. Die .22 ist günstig, präzise und erlaubt viele Stunden auf dem Stand; die 9 mm bietet beherrschbaren Rückstoß und Munition, die es auf jedem Schießstand gibt. Für Anfänger gewinnt die .22 bei Kosten und Vergnügen; wer ernsthafter trainieren will, geht zur 9 mm über. Der administrative Faulheit, nicht der Illegalität, ist oft die eigentliche Bremse.

Vor diesem Hintergrund lautet die Frage nicht, welche Waffe man gerne hätte, sondern wie viel Bürokratie man bereit ist auf sich zu nehmen, um sie zu besitzen. Und wenn die spanische Obergrenze hoch ist, warum gibt es dann immer noch so viele Waffen, die man nur im Kino sieht?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (401 Antworten).

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