Wovon Revolut lebt: Devisenwechsel, Tarife und Gebühren

Revolut verdient an der Wechselkursmarge, an Abo-Tarifen und an Krypto-Gebühren – ohne die 3 %, die klassische Banken verlangen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Revolut verdient am Devisenwechsel, was es an Gebühren nicht nimmt

Eine Reise nach Dänemark, 500 Euro in Kronen umgetauscht und zwei gegensätzliche Ergebnisse. Wer mit der Karte seiner Hausbank bezahlte, sah den angewandten Wechselkurs und obendrein einen Aufschlag. Wer es über eine dieser Apps machte, erklärt, nichts bezahlt zu haben. Die Szene wiederholt sich jeden Sommer und lässt dieselbe Frage im Raum stehen: Wenn es keine Gebühr gibt, wovon lebt Revolut dann?

Die kurze Antwort lautet: Es werden durchaus Gebühren verlangt. Die lange: Der Großteil des Geschäfts liegt, nach Aussage der Nutzer selbst, nicht dort, wo der Kunde hinschaut.

Wovon lebt Revolut, wenn es damit prahlt, keine Gebühren zu nehmen?

Das Geschäft verteilt sich, so die Teilnehmer der Debatte, auf mehrere Säulen. Die erste ist der Devisenwechsel: Das Unternehmen verdient an der Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis jeder Währung – eine Marge, die der Kunde auf keinem Beleg ausgewiesen sieht. Die zweite sind die Abo-Tarife. Die dritte sind die Finanzprodukte – Aktien, Kryptowährungen, Kredite –, die nach und nach in die App integriert wurden und auf denen ein großer Teil der Einnahmen ruht.

Manche bringen es auf den Punkt: Der gebührenfreie Währungstausch ist das Einfallstor, danach schnuppern die Kunden an allem anderen. Für andere besteht die Akquisitionsstrategie darin, anfangs Gebühren zu minimieren, solange es darum geht, Kunden zu gewinnen, und später von Krediten und vom Börsenwert zu leben. Sobald die Nutzerbasis groß genug ist, ändern sich die Konditionen.

Die 3 %, die die klassische Bank doch verlangt

Hier liegt der kommerzielle Köder. Mit einer herkömmlichen Karte wendet die Bank den Wechselkurs an und rechnet danach 3 % Gebühr auf den gezahlten Betrag auf. Auf einer Reise außerhalb des Euroraums fällt dieser Prozentsatz ins Gewicht. Revolut und ähnliche Anbieter verlangen diese 3 % nicht – und genau damit gewinnen sie ein ganz bestimmtes Profil: Menschen, die reisen, monatlich mit mehreren Währungen hantieren und jede Abbuchung prüfen.

Das Problem, wie ein Teilnehmer anmerkt: Der Devisenhandel ist ein schwach reguliertes Feld. Er fällt weder unter die Vorschriften für Finanzinstrumente noch unter diejenigen gegen Missbrauch im Bankwesen, sodass die angewandte Spanne im Ermessen des Instituts läge. Es gäbe keinen offiziellen Kurs, auf den man sich später berufen könnte.

Abo-Tarife: 15 Euro im Monat für die Metal-Karte

Die zweite Säule sind die Abos. Die Metal-Karte kostet 15 Euro im Monat und enthält alle Währungswechsel ohne Aufpreis sowie ein verzinstes Konto mit 2 %. Für Vielflieger rechnet sich das Konto von selbst; für alle anderen ist es eine Fixkosten. Die Gratis-Stufe bietet eine kostenlose Investitionsorder pro Monat; darüber hinaus fallen Gebühren an. Wer mittlere Depots bewegt, zahlt am Ende den Tarif, nur um diesen Aufschlag pro Order zu vermeiden.

Dazu kommen die Drittanbieter-Abos, die die App in den Bezahl-Tarifen bündelt und die viele Kunden nie nutzen. Von mehreren Seiten wird kritisiert, dass der Devisenwechsel der eigentliche Motor des Geschäfts ist, während die verzinsten Konten weniger auszahlen, als das Unternehmen selbst mit der Anlage desselben Geldes verdient. Die klassische Bank lockt mit Hypotheken; die Generation, die keine Hypothek aufnimmt, muss über Reisen gewonnen werden.

Ist das Modell tragfähig oder steigen die Gebühren irgendwann?

Der Skeptizismus hat Argumente. Nach dieser Lesart erhöhen digitale Banken, die ohne Gebühren starten, diese meist, wenn der Kundenstamm reift – vor allem, wenn das Risikokapital die Finanzierung einstellt und sie sich aus eigenen Einnahmen tragen müssen. Bei Kryptowährungen etwa halten die Händler die Gebühren bereits für hoch, argumentieren aber, es lohne sich wegen der Leichtigkeit, dieses Geld zurück in klassische Währung zu tauschen.

Manche erinnern auch an den emotionalen Ursprung des Produkts: 2012 suchte halb Spanien nach einer Möglichkeit, sein Geld mit einem Klick in eine andere Währung umzutauschen, es vor den Bankeneinlagen zu schützen und genauso leicht zu bewegen wie das Versenden einer Nachricht.

Nichts davon ist gratis. Es ist nur auf Stellen verteilt, an denen man es nicht sieht.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (15 Antworten).

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