Wohnen in Spanien: Wenn die Stromrechnung Frauen-WGs sprengt

In Spanien reichen zwei Gehälter nicht mehr für eine Wohnung, und Frauen in einer WG streiten am Ende über die Stromrechnung. Das Problem ist nicht, wer putzt: Es ist der Preis.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Wohnen in Spanien: Wenn die Stromrechnung Frauen-WGs sprengt
Frauen-WG: Die Wohngemeinschaft, die an der Rechnung zerbricht

Warum können zwei berufstätige Personen sich keine Wohnung leisten und streiten am Ende über vierzig Cent Waschmittel? Das ist die Frage, die über einer aktuellen Diskussion über das Zusammenleben von Frauen in einer WG schwebt, und die unbequeme Antwort lautet: Das Problem ist nicht, wer die Toilette schrubbt, sondern der Preis für Wohnraum. Ausgangspunkt ist eine häusliche Szene: zwei unabhängige Frauen, jede mit ihrem eigenen Zimmer, gemeinsamer Küche und Bad, und eine erste Stromrechnung, die die Harmonie in einen Untersuchungsausschuss darüber verwandelt, wer vierzig Minuten und wer fünf duscht.

Die eigentliche These lautet: Eine WG vereint alle Nachteile der Ehe mit keinen ihrer Vorteile. Was als wirtschaftliche Lösung beginnt, endet als Managementkonflikt: Wer kauft die Markenwaschmittel, wer stellt die Heizung auf fünfundzwanzig Grad, wer kommt um drei Uhr nachts nach Hause. Und wenn ein Mann auftaucht, der nur zum Übernachten kommt, aber duscht, frühstückt und seine Unterhosen liegen lässt, wo sie nicht hingehören, geht es im Streit nicht mehr um Wasser, sondern um den Energieverbrauch der Liebhaber.

Geld ist der eigentliche Auslöser des Zusammenlebens

Der finanzielle Konflikt zeigt sich früh. Die eine gerät mit der Miete zehn Tage in Verzug, dann zwanzig, und die andere legt ihren Anteil vor und fühlt sich zunehmend ausgenutzt. Da jemand Einkäufe, Putzen und Zahlungen organisieren muss, übernimmt am Ende eine die Führung, und da fällt der Satz, der alles zusammenfasst: "Du bist nicht meine Mutter!". Die Folge: Das Zusammenleben wird zu einer Excel-Tabelle zur Aufteilung des Waschmittels, ohne Zuneigung und ohne Verbindlichkeit.

Das Ausmaß des Problems wächst mit der Zahl der Mitbewohner. Bei zwei Personen gibt es Reibereien; bei drei entstehen Mehrheiten, und zwei verbünden sich gegen die dritte; bei vier bilden sich zwei Lager; bei fünf wird die Wohnung zu einem Landesparlament mit Koalitionen und Misstrauensanträgen, um zu entscheiden, wer die Küche putzt. Die gezogene Schlussfolgerung: Keine improvisierte Wohngemeinschaft löst, was die Wirtschaft nicht löst.

Das klassische Paar als ökonomisches, nicht sarracena Argument

Die Verteidigung des klassischen Paares wird hier als Frage der Aufgabenverteilung und nicht der Sarracena geführt. Es wird behauptet, das Paar aus Mann und Frau habe über Jahrhunderte eine Rollenverteilung entwickelt, die die Gesellschaft kennt, und Ungerechtigkeiten zu korrigieren sei etwas anderes, als diese Aufteilung durch eine andere zu ersetzen, die dieselben Konflikte ohne Zuneigung und Verbindlichkeit reproduziert. Das Argument endet mit einer bewusst provokanten Aussage über die Komplementarität, die der Autor selbst als sens bezeichnet wissen wird.

Die bitterste Wendung bringt die emotionale Variante. Wenn sich eine der beiden Mitbewohnerinnen in die andere verliebt, entdeckt diejenige, die eine Wohnung teilen wollte, dass sie ihr Leben teilt – und Eifersucht, Abwesenheiten und Paarstreit tauchen auf, ohne dass je etwas unterschrieben wurde. Die vorgeschlagene Lösung – eine dritte Person aufnehmen – macht emotionale Vielfalt zu einem lokalen Problem, mit drei Personen, die sich im Wohnzimmer die Haare raufen.

Was die Stromrechnung über den Wohnungsmarkt verrät

Der Kern der Sache ist nicht das Zusammenleben, sondern der Markt. Die unausweichliche Schlussfolgerung: Die Gesellschaft ist an einem Punkt angelangt, an dem zwei berufstätige Personen sich keine würdige Wohnung leisten können, aber drei Stunden darüber streiten können, wer vierzig Cent mehr für Toilettenpapier ausgegeben hat. Wenn das Emanzipation ist, dann verdient jemand prächtig an der Freiheit.

Die Diskussion driftete zu Behauptungen über den Charakter von Frauen und ihre angebliche Schwierigkeit, miteinander zu leben, mit persönlichen Erfahrungen über Nachbarinnen, Arbeitskolleginnen und Paare in WGs. Das sind Meinungen, keine Daten: Es gibt keine Statistik, die belegt, dass das Zusammenleben von Frauen öfter scheitert als jede andere Form. Das einzig Überprüfbare sind die Wohnungsmieten und die Lücke zwischen Gehalt und Miete.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (107 Antworten).

Weitere Zusammenfassungen

Alle Zusammenfassungen auf Deutsch →

-
Volver