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Umfrage misst Wähler und Nichtwähler: Enthaltung und Trend zu VOX in Spanien
Ein Experiment zur Wahlabsicht beziffert die 76 % Nichtwähler und einen Trend, der unter den Wählern nahe an der absoluten Mehrheit liegt.
Die Umfrage, die Wähler und Nichtwähler misst, die sonst niemand zählt
Wahlumfragen haben eine chronische Lücke: Sie wissen nicht, was sie mit Leuten anfangen sollen, die auch unter Androhung von Gewalt kein Wahllool betreten würden. Ein Experiment zur Wahlabsicht, das nach und nach auf verschiedene Sektionen einer digitalen Community ausgeweitet wurde, setzt diese Stille in Zahlen – und das Ergebnis ist unbequem. In den ersten Tagen lag die Enthaltung laut einer im Thread kursierenden Rechnung bei 76%, wenn man diejenigen dazurechnet, die nie wählen werden, und diejenigen, die heute wählen, später aber zu Hause bleiben. Die meistgewählte Option unter den Wählern ist VOX, mit einem Trend, der in der Stichprobe nahe an der absoluten Mehrheit liegt.
Die Mechanik ist einfach und etwas trickreich, wie fast alles. Angeboten wird ein vereinfachtes Menü – ganz links, ganz rechts, PP, PSOE, VOX, Enthaltung –, und nach und nach kommen thematische Unterforen dazu, um zu sehen, wie sich das Gesamtergebnis verschiebt. Der Autor warnt, dass jede neue Sektion die Prozentwerte verändern wird, und dass das Ganze alle 48 Stunden aktualisiert wird, „vorbehaltlich von Schwierigkeiten" durch einen Schwiegermutterbesuch. Reine Bar-Theke-Wissenschaft, aber ehrlicher als viele Tracking-Umfragen.
Die Stimme, die das Fernsehen nicht vorsieht
Der zentrale Befund ist nicht, welche Partei gewinnt, sondern wie viele Menschen unter dem Radar bleiben. Die Enthaltung, die keine kommerzielle Umfrage als politische Option behandelt, erscheint hier als größter Block. Manche verteidigen sie mit Argumenten: Würden die Nichtstimmen im Verhältnis zu den Ergebnissen verteilt, würde die Enthaltung der meistgewählten Partei nützen. Daher der gegenseitige Vorwurf, Enthaltungswähler seien „Sanchismo-Arschkriecher" – so derb wie im Original – oder, eleganter formuliert, dass Spaniens Zweiparteiensystem bei so vielen Enthaltungen nie stürzt.
Die optimistischste Rechnung besagt, dass der Enthaltungswähler besser informiert ist als der Durchschnittswähler, der sich über nicht subventionierte Medien informiert. Das pessimistische Szenario geht vom Gegenteil aus: Enthaltung sei Faulheit, verkleidet als Prinzipien. Dazwischen eine sich wiederholende Tatsache: Bei den letzten Wahlen in Lettland gingen 52% wählen, und ein glatzköpfiger Autoverkäufer wurde gewählt. Die Anekdote taugt für alles, je nachdem, wer sie erzählt.
VOX und die geliehene Stimme
Der dominante Trend in der Stichprobe ist VOX, und nicht aus reiner Überzeugung. Mehrere Beiträge führen das auf „Hass auf den Hund Sanxe" zurück statt auf ein gelesenes Programm. Der Autor der Umfrage gibt selbst zu, dass auch ihn die Lust packt, VOX zu wählen, „bis es wieder vergeht", und erinnert an die Episode der Impfpflicht im Programm, die Wochen nach der Ankündigung zurückgezogen wurde. Dieses Detail, so seine These, kostete VOX Stimmen bei den wahlkritischen Wählern, die mit dem Gesundheitsmanagement unzufrieden sind.
Die PP erscheint als Instrumentaloption: Der einzige anerkannte Pluspunkt ist, dass Pedro Sánchez den Moncloa-Palast verlässt. Nichts weiter. Und die reine extreme Rechte – Falange, Democracia Nacional – bleibt marginal, mit der Klage, dass der Falange-Wähler sich in die Schublade einordnen muss, die das Fernsehen ihm zuweist.
Das System ist für zwei gebaut
Die Kritik am Zweiparteiensystem zieht sich durch die gesamte Diskussion. Die Behauptung: Kleine Parteien schaden dem System nicht, weil sie sich am Ende mit einer der beiden großen Parteien verbünden. Und dass das Wahlsystem die Stimme für kleine Parteien in eine ins Klo gespülte Stimme verwandelt, in Provinzen, wo nie ein Sitz erobert wird. Dagegen der Vorschlag, irgendeine kleine Partei zu wählen, nur damit sie gezählt wird und das Zweiparteiensystem nicht weiter anwächst.
Genau dort stockt die Analyse am Ende: Wenn der institutionelle Aufbau den Wechsel zwischen zwei Parteien garantiert, wozu dann wählen? Und wenn man nicht wählt, wer verteilt dann die verwaisten Sitze? Die Umfrage löst das nicht. Sie zählt es nur.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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