Windows 11 geleakt: Zentrierte Taskleiste schmeckt nach Aufguss
Reicht es aus, die Taskleiste zu zentrieren, um ein neues Betriebssystem zu rechtfertigen? Die ersten geleakten Bilder von Windows 11 tauchten wieder auf und hinterließen Zweifel: Eine Oberfläche, die in den ersten Kommentaren als Windows 10 mit in die Mitte verschobenen Icons und Startmenü wahrgenommen wird. Die Reaktion war nicht verhalten. Das Design wurde als Aufguss abgetan, und der Vergleich mit dem macOS-Dock tauchte im Thread auf. Die am häufigsten gezogene Schlussfolgerung: Ein kosmetischer Wandel, der nicht zum Sprung der Versionsnummer passt.
Windows 11: Was wurde geleakt und warum ärgerte es?
Was die Ersten bei Blick auf die Screenshots sahen, war ein verdächtig vertrauter Desktop. Die Taskleiste, seit Jahrzehnten das Markenzeichen des Unternehmens, verließ ihren klassischen Platz unten links und rückte in die Mitte; ansonsten schien sich gegenüber der Vorgängerversion kaum etwas zu ändern. Von dort aus spaltete sich die Diskussion zwischen denen, die nur ein simples Restyling sahen, und jenen, die auf die kleinen Details im Code hinwiesen.
In diesen Details fanden sich Dinge wie Linux GUI Support using WSL, der Paketmanager winget, die Windows Terminal als Standard-Terminal oder das Framework WinUI als Standard für Windows-Anwendungen. Auch Verbesserungen bei der Touch-Unterstützung, weniger vorinstallierte Programme und ein neu gestalteter Store wurden aufgelistet. Das Problem ist jedoch, dass nichts davon in einem Screenshot sichtbar ist, und Screenshots waren alles, was kursierte.
Von Windows NT bis Windows 11: Der Maßstab der verfluchten Versionen
Die Community beurteilt Microsoft nicht danach, was es zeigt, sondern danach, was es verspricht und dann bricht. Ein Teilnehmer fasst die Historie wie einen Katechismus zusammen: Windows NT als revolutionäres Werk — verantwortet von Dave Cutler, mit VMS-Pedigree und Unterstützung für Architekturen wie Alpha und MIPS—, Windows 95 als Evolution, Windows 98 als dessen Verbesserung, Windows Me als Desaster, Windows XP als das Beste des Hauses, Vista als dessen Fall, Windows 7 als Korrektur, Windows 8 als das Schlechteste aller Zeiten und Windows 10 als kleineres Übel. Mit diesem Maßstab erwartet niemand Wunder vom nächsten Nummernsprung.
Auf die Frage, welches das beste System war, verteilen sich die Antworten zwischen XP, Windows 7 und einigen Verteidigern von Windows 98 SE als dem ausgewogensten aller Zeiten. Ein anderer Teilnehmer erinnert an die Bluescreens und Neustarts von Windows Me, und Windows 8 erntet den schlechtesten Ruf im Thread. Dies ist der Maßstab, der jeden neuen Launch begleitet.
Ähnlichkeit mit macOS und die Manie, das Rad neu zu erfinden
Ein Teilnehmer behauptet, das Design sei kein Zufall und Redmond blicke seit Jahren neidisch nach Cupertino, wobei das Macintosh-Dock als Referenz diene. Manche erinnern daran, dass Windows XP bereits zwei Jahrzehnte alt ist und dass, nach Meinung eines anderen Forumnutzers, das Design seitdem kaum verändert hat. Die Grundbeschuldigung, in den Worten eines Teilnehmers, ist einfach: Microsoft lebt von seinen vergangenen Erfolgen — Windows, Word und Excel— und wenn die Industrie diese Tools einmal aufgibt, ist das Geschäft vorbei.
Andere relativieren den Ton. Sie behaupten, die Screenshots entsprächen einer alten Build aus der Zeit, als Teile von Windows 10X integriert wurden, und dass bereits Bilder ohne die zentrierte Leiste erschienen sind, die praktisch identisch mit denen von Windows 10 aussehen.
Linux, macOS und der Nutzer, der Windows nicht mehr akzeptiert
Auf jeden Leak folgt das gleiche Ritual: Die Ankündigung, zu Linux zu wechseln. Ein Teilnehmer hat Windows seit Jahren nicht angefasst, außer wenn keine Alternative bestand; ein anderer arbeitet täglich mit macOS und versichert, produktiver zu sein als mit Windows. Im Thread wiederholt sich die Aussage, dass das Betriebssystem zu einem weiteren Baustein einer Unternehmensstrategie geworden ist, mit weniger Spielraum für den Nutzer und mehr Eingriffen. Windows 10 zwang viele bereits dazu, Dienste zu blockieren und Updates zu deaktivieren, um Überraschungen zu vermeiden; die Angst, dass Windows 11 diese Dynamik verstärkt, wiegt schwerer als jedes abgerundete Icon.
Ein Teilnehmer räumt unterdessen ein, dass er vom Betriebssystem kaum mehr als die Taskleiste und die Uhr sieht. Sein Fenster zum Computer sind maximierten Programme — der Browser, die Tabellenkalkulation, die Textverarbeitung— und ihm ist egal, wo das Startmenü liegt. Hier prallt die Kritik der technisch versierten Nutzer auf allgemeine Gleichgültigkeit.
Vom Desktop zu FPGAs: Wie ein Leak in Geopolitik endet
Wie bei fast jeder längeren technologischen Unterhaltung verschob sich der Fokus. Von der Taskleiste ging es über zu den FPGAs, programmierbaren Chips, die laut mehreren Teilnehmern seit mindestens fünfzehn oder sechzehn Jahren Exportbeschränkungen unterliegen, wegen ihrer Nutzung in Avionik und militärischen Systemen. Es wurde STMicroelectronics genannt, die FPGA für Verteidigungs- und Aerospace-Sektoren in Europa herstelle, und daran erinnert, dass die Power-Prozessoren — ehemals PowerPC— noch größere Einschränkungen hatten aufgrund ihrer Rechenleistung pro Watt, entscheidend für Sonarsysteme. Die schlussendlich schwebende Erkenntnis: Software ist nur die Spitze des Eisbergs.
Am Ende ließ die Kontroverse um Windows 11 eine unbequeme Gewissheit zurück: Man kann tagelang über eine Taskleiste, einen Scheduler oder eine FPGA diskutieren, ohne dass jemand das Betriebssystem wechselt. Microsoft wird weiterhin jede Saison sein neues Hemd verkaufen, und der Nutzer wird höchstwahrscheinlich wieder schwören, diesmal wirklich zu Linux zu wechseln. Bis zum nächsten Leak.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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