Selbsternannter Hochbegabter und abgelehnte Mensa-Bewerber

Ein Nutzer behauptet, hochbegabt zu sein, ohne Tests gemacht zu haben; ein anderer scheiterte mit IQ 136 an der Mensa-Aufnahme.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Selbsternannter Hochbegabter und abgelehnte Mensa-Bewerber
Der selbsternannte Hochbegabte und die abgelehnten 136

Ein 32-jähriger Mann präsentiert sich mit einer selbst verliehenen Medaille: Hochbegabung. Er stellt klar, dass er nie ernsthaft getestet wurde, sondern nur „einige Tests im Laufe meines Lebens“ gemacht hat, und prahlt damit, dass es ihm „finanziell gut geht für meine 32 Jahre“, sowie über Fitnessstudio und Liebesleben. Dann öffnet er die Runde für Fragen. Was folgt, ist kein Lehrstück.

Ab diesem Punkt wird das Thema Intelligenzquotient unter drei Dingen begraben: einem Streit darüber, welche Zahl überhaupt etwas bedeutet, einem Zahlenrätsel und einem unerwünschten Abschwenk auf Impfungen. Das ursprüngliche Etikett bleibt weiterhin unbelegt.

Eine 136 und die uneinheitliche Aufnahme-Schwelle

Die Zahl taucht früh im Thread auf und wird sofort infrage gestellt, wenn nach der Skala gefragt wird. Ein Teilnehmer behauptet, unter 140 komme man nicht in die Mensa, und versichert, dass er selbst mit 136 abgewiesen wurde, nachdem er buchstäblich „vor verschlossener Tür stand“. Ein anderer Beitrag senkt die Hürde: Die Grenze liege bei 125, und 130 entspräche „in der Wechsler-Skala“. Drei Zahlen, drei Regeln, kein Konsens.

Die bizarrste Aussage stammt von jemandem, der einen IQ von 180 als erreichbar für „1 von 20.000.000 Menschen, wenn man großzügig rechnet“ darstellt. Dies dient dem üblichen Zweck: Damit die 136 nicht mehr so beeindruckend wirkt. Die Statistik fungiert hier wie ein Eimer kaltes Wasser.

Zwischen Zahl und Realität

Die häufigste Antwort diskutiert nicht die Zahl, sondern die Ausdrucksweise dessen, der sie vorbringt. „Um hochbegabt zu sein, drückst du dich schrecklich aus“, fasst ein Kommentar zusammen, und der Ton verbessert sich danach nicht. Der zugrunde liegende Verdacht ist alt und bekannt: die Kluft zwischen dem, was jemand von sich behauptet, und dem, was er beim Schreiben beweist.

Das schärfste Argument kommt von anderer Seite: Mit einem hohen IQ anzugeben, beeindruckt nur jene, die keinen haben. Die Idee, ungeschminkt dargelegt, besagt, dass ein brillantes Gehirn nur für andere Brillante sichtbar ist – und für diese wirst du immer der Schwächere sein. Manche behaupten auch, dass Hochbegabung in Spanien kein Vorteil, sondern eine Last sei: Man erkenne zu viel und könne nichts ändern.

Das Rätsel, das jahrelang niemand löste

Mitten im Streit taucht eine Neugier auf, die mehr Anziehungskraft hat als alles andere: eine Zahlenreihe vom Typ 134537 → 56745, mit mehreren Zeilen desselben Musters, vorgestellt vom Autor als Beweis dafür, dass laut seiner Information niemand in den Jahren ihrer Zirkulation die Lösung fand. Er selbst gibt zu, fast zwei Minuten gebraucht zu haben.

Es ist der einzige Moment, in dem jemand ein überprüfbares Ergebnis statt eines Etiketts zeigt. Und dennoch bleibt es im Hintergrund.

Der Abschwenk: Vom IQ zu ELbichito-Impfungen

Mitte des Gesprächs verliert Intelligenz an Bedeutung und das PandemietHEMA tritt in den Vordergrund. Ein Teilnehmer behauptet, die höchsten IQs, die er kenne, hätten sich „gegen ELbichito impfen lassen“, und der IQ messe daher Gehorsam, nicht Intelligenz. Er geht sogar so weit zu sagen, es habe keine Pandemie gegeben, weil „nicht genug berühmte Leute gestorben seien“, und die Medien hätten Nebenwirkungen vertuscht.

Hier muss Klarheit herrschen: Diese Behauptungen sind nicht durch Beweise gedeckt. Der Austausch endet, wie fast immer, mit gegenseitigen Beleidigungen und Sperren, nicht mit Schlussfolgerungen.

Sieben Intelligenzen gegen die einzelne Zahl

Gegen die Einzelzahl wird das klassische Argument der multiplen Intelligenzen ins Feld geführt: linguistisch, logisch-mathematisch, räumlich, musikalisch, körperlich-kinästhetisch, interpersonell und intrapersonell. Die grundlegende Kritik lautet, dass viele dieser Fähigkeiten nicht in einen Test passen und dass die Messung aller Dinge mit einer einzigen Zahl jene ausschließt, die Geige nach Gehör spielen oder besser mit Menschen als mit Gleichungen umgehen können.

Das Gegenargument lässt nicht auf sich warten: Alles ist ein Abwägungsprozess, und wer im Abstrakten brillant ist, weist oft Defizite im Alltag auf. Als Beispiel werden erstklassige Mathematiker genannt, deren soziale Anpassungsfähigkeit zumindest fragwürdig ist.

Hier gerät die Analyse ins Stocken. Ungeklärt bleibt, wozu die Zahl dient: Im Thread behaupten einige, sie sei wertlos, während andere daran erinnern, dass sie keine Vernunft garantiert.

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (218 Antworten).

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