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WH Smith: Deep-Value-Kandidat oder fallendes Messer?
WH Smith notiert bei 0,45-fachem Umsatz und dem 3-fachen EBITDA, während der Markt die Restrukturierung und den Iran-Konflikt bestraft. Chance oder Wertfalle?
Wie weit muss eine Aktie fallen, bis sie keine Falle mehr ist und zum Schnäppchen wird? Das ist die Frage, die über WH Smith (LSE: SMWH) schwebt, der britischen Kette von Flughafen- und Bahnhofsfilialen, die seit Monaten im freien Fall ist. Und die Antwort ist nicht offensichtlich.
WH Smith: Der Markt bestraft ein Geschäft, das weiter wächst
WH Smith steckt mitten in der Transformation und hat Gegenwind aus allen Richtungen: ein neuer CEO, der gerade erst angetreten ist, eine Gewinnwarnung zwei Wochen nach Amtsübernahme, ein Problem mit der Umsatzrealisierung, eine komplette Neustrukturierung des Geschäftsmodells und im Hintergrund der Iran-Konflikt, der das Flughafengeschäft voll trifft. All das zusammen hat den Wert auf Niveaus gedrückt, die manche als „Marktextrem" bezeichnen, während andere einfach ein fallendes Messer sehen.
Ein Cocktail aus Problemen mitten in der Restrukturierung
Die bärische These ist klar: der Umbau des Geschäfts, die buchhalterischen Risiken und der geringere Gewinn durch sinkende Flughafenumätze erzeugen eine Liquidierungsstimmung. Doch manche halten dagegen, dass der Markt aus Narrativ und Angst verkauft, nicht wegen der Fundamentaldaten. Das Unternehmen eröffnet weiter Filialen, und der weltweite Passagierverkehr wächst unaufhörlich: In den USA liegt das Wachstum bei 5-6% pro Jahr. In diesem Jahr soll WH Smith acht Filialen im neuen Terminal One des JFK eröffnen, was Anhänger der These als „Millionen an neuen Umsätzen" betrachten. Das Geschäft gibt zudem die Inflation an die Preise weiter und generiert Cash direkt beim Verkauf.
Die Zahlen, die zur Bestrafung nicht passen
Der auffälligste Teil sind die Multiples. Die Aktie notiert bei 0,45-fachem Umsatz, dem 6-fachen Cashbestand und dem 3-fachen EBITDA, ein EBITDA, das laut Analysen „künstlich niedrig" ist, wegen der Rückstellungen, die der neue CEO für die Säuberung des Hauses belastet. Die Flughafeneröffnungen mit Convenience-Stores, die deutlich höhere Preise als auf der Straße verlangen (hat schon mal jemand einen Kinder Bueno für 2,69 Pfund am Heathrow gesehen?), sollten dieses Bild umkehren. Man erinnert sich an Fälle wie Currys oder Aryzta, bei denen der Markt die Nerven verlor und überschoss, bevor die Wende kam.
Die Deep-Value-These gegen das fallende Messer
Die Debatte ist eröffnet. Ein Lager sieht ein Unternehmen, das eine Cashflow-Maschine ist, mit einem Zyklus kurz vor der Wende und einem neuen CEO, der das Haus einmal gründlich putzen will. Das andere Lager warnt, dass Dinge im Abwärtstrend weiter fallen, egal wie sehr sich ein paar Leute wehren. Unterdessen bewegt sich der Wert mit den Nachrichten aus dem Iran, und das erlaubt weitere Abwärtsbewegungen. Die immer wieder empfohlene Strategie ist Geduld: auf ein konsistentes, gefestigtes Umkehrmuster warten, bevor man einsteigt. Die Aktie ist schon recht günstig, fällt aber weiter, und die Technik regiert.
Am Ende lautet die Frage, ob der Markt WH Smith in ein Marktextrem treibt, aus dem die Aktie später durchstarten wird, oder ob es tiefere Gründe für die Bestrafung gibt. Wer sich am besten auskennt, sagt: warten. Wer zu früh eingestiegen ist, wie derjenige, der bei 6,60 Pfund gekauft hat und inzwischen 12,7% verliert, spricht aus schmerzhafter Erfahrung. Vielleicht hat der Markt recht, einen Wert im Umbau zu bestrafen, aber die Geschichte zeigt: Wenn die Preise so weit von den Fundamentaldaten abweichen, macht am Ende jemand Kasse. Die Frage ist, ob der Anleger die Geduld hat, den Schmerz auszuhalten.
Dieser Artikel stellt keine Finanzberatung dar. Die Informationen stammen aus Analysen und Meinungen Dritter und können Fehler oder Auslassungen enthalten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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