Was verdiente ein Fabrikarbeiter 1988? Der Lohnzettel entlarvt Mythen

Ein Arbeiter bei General Motors verdiente 1988 184.000 Peseten, umgerechnet 1.106 Euro. Ohne Zuschläge war der Grundlohn jedoch niedriger. Wie sieht der Vergleich mit heute aus?

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Was verdiente ein Fabrikarbeiter 1988? Der echte Lohnzettel überrascht

Ein Tweet mit dem Lohnzettel eines Arbeiters bei General Motors aus dem Jahr 1988 —184.000 Peseten brutto— hat die Debatte über die verlorene Kaufkraft neu entfacht. Der Betrag, der Überstunden und anteilige Zuschläge enthält, entspricht zum offiziellen Wechselkurs 1.106 Euro. Der tatsächliche Grundlohn lag aber bei rund 140.000 Peseten (841 Euro), und viele behaupten, dass das übliche Gehalt in Fabriken zwischen 80.000 und 120.000 Peseten (480-720 Euro) lag.

Der Trugbild der 184.000 Peseten

Die Analyse des Lohnzettels zeigt, dass Überstunden die Zahl aufblähen. Ohne sie und ohne Anteilung sank der Grundlohn auf 140.000 Peseten. In gewöhnlicheren Firmen kam ein einfacher Hilfsarbeiter nicht einmal auf diesen Betrag: Nach mehreren Erfahrungsberichten lag die typische Spanne bei 80.000 bis 100.000 Peseten. General Motors zahlte überdurchschnittlich. In Euro umgerechnet sind diese 100.000 Peseten etwa 600 Euro von damals, die mit der kumulierten Inflation heute rund 1.200 Euro Kaufkraft entsprechen würden … aber nur, wenn die Wohnkosten nicht explodiert wären.

Wohnen, Steuern und die große Kluft[/ZIZE]

Die Paradoxie: Die damaligen Nominallöhne —zwischen 600 und 1.100 heutigen Euro— reichten aus, um in 10 Jahren eine Wohnung zu kaufen. Heute ist der Zugang zu Wohnraum bei ähnlichen oder leicht höheren Nominallöhnen eine Illusion. „Die Löhne haben sich kaum verändert, gestiegen ist die steuerliche Ausplünderung“, fasst einer der Beiträge zusammen. Während sich die Lebenshaltungskosten vervielfacht haben, insbesondere Wohnen und Steuern, ist das verfügbare Einkommen geschrumpft.

Der Vergleich mit anderen Branchen

Außerhalb der Fabrik konnten die Löhne schlechter oder besser ausfallen: Ein Kellner kam 1992 auf bis zu 250.000 Peseten, Mitte der 90er aber kaum noch auf 180.000. Ein Bügler verdiente in den 90ern über 200.000 Peseten. Der Dienstleistungssektor zahlte weniger als die Industrie. Der allgemeine Eindruck ist, dass die reale Kaufkraft gesunken ist, selbst wenn die nackten Zahlen stagnierend wirken.

Die Debatte hinterlässt ein unbequemes Fazit: Ein Arbeiter verdiente 1988 in Peseten, was man heute in Euro verdient, aber zu dreimal oder viermal niedrigeren Wohnkosten. Die Frage, die in der Luft hängt: Haben wir uns verbessert oder nur die Schuldenform gewechselt?

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (17 Antworten).

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