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Warum viele Autofahrer in Spanien unter dem Tempolimit fahren
Forum-Nutzer führen langsames Fahren auf Blitzer, hohe Spritpreise und das Alter der Fahrer zurück, ohne offizielle Daten.
Warum immer mehr Autofahrer auf Autobahnen nur noch 90 km/h fahren
Warum fährt das Auto vor dir mit 70 km/h auf einer Straße, die für 120 km/h ausgelegt ist? Die kurze Antwort: weil es kann. Die lange Erklärung umfasst Abschnittsradare, teuren Kraftstoff, eine stetig steigende Durchschnittsalter am Steuer und einen Teil des Fahrzeugbestands, der schlicht nicht mithalten kann. Was als Verkehrsbeschwerde begann, hat sich laut den Diskussionsteilnehmern zu einer wirtschaftlichen Diagnose entwickelt: Langsam fahren ist heute die rationale Entscheidung.
Die Szene wiederholt sich an jeder Auffahrt. Du fährst los, setzt dich hinter das erste Auto und damit ist die Reise vorbei: 15 km/h durch Ortschaften und 70 km/h auf Landstraßen, mit dem Gefühl, dass die Hälfte der Straße beschlossen hat, Eile sei ein fremder Laster. Die andere Hälfte, die mit 150 km/h auf schlechten Straßen rast, existiert zwar, ist aber eine Minderheit und meist gekennzeichnet durch alte Autos und eilige Fahrer.
Der Radar als Mobilitätspolitik
Das häufigste Argument hat nichts mit Fahrstil zu tun, sondern mit Geld. Eine Überschreitung von 20 km/h auf der Autobahn führt laut einem Nutzer zu einer Strafe von rund 100 Euro ohne Punkteabzug, während echtes Rasen — 200 km/h — die Buße auf 300 Euro erhöht, mit Punkteabzug und möglichem strafrechtlichen Tatbestand im Straßenverkehr. Die Asymmetrie ist offensichtlich: Das System bestraft Schnelle hart und Langsame kaum.
Hinzu kommt die Zunahme von Abschnittskontrollen und Grenzen, die alle paar Kilometer wechseln. Manche beschreiben Autobahnabschnitte mit 90, 120 und 100 km/h auf nur fünf Kilometern, was zu abruptem Bremsen mitten auf der Fahrbahn führt. Die praktische Konsequenz ist, dass ein Teil des Fahrzeugbestands beschlossen hat, unterhalb des Limits zu fahren, um sich gegen Bußgelder abzusichern. Es ist keine Feigheit, sondern Risikomanagement.
Wie viel spart man wirklich bei 95 statt 120 km/h?
Mit 95 km/h statt 120 km/h auf der Autobahn sinkt der Verbrauch um etwa 35 %, so eine im Forum kursierende Berechnung. Bei den aktuellen Kraftstoffpreisen wiegt dieser Prozentsatz schwerer als jede Eile. Die Rechnung ist einfach und erklärt, warum manche Fahrer Effizienz zur Lebensregel gemacht haben: lange Gänge, konstante Geschwindigkeit, Klimaanlage aus und Fenster runter, selbst bei 38 Grad. Ein Land voller Geizhälse, fasste einer zusammen.
Der zweite Faktor ist das Alter. Das Durchschnittsalter spanischer Fahrer liegt bereits bei etwa 52 Jahren, so eine oft zitierte Schätzung im Thread, und der Trend zeigt nach oben. Es geht nicht nur darum, dass mehr Ältere am Steuer sitzen: Die gesamte Gesellschaft altert, und das merkt man sowohl im Supermarkt als auch an der Autobahnauffahrt. Jedes Jahr steigt der Durchschnitt weiter.
Mittlere und linke Spur als Niemandsland
Wenn es einen übergreifenden Konsens gibt, dann diesen: Das Problem ist nicht die Geschwindigkeit, sondern die Spurnutzung. Wer mit 100 km/h auf der mittleren oder linken Spur fährt, ohne Überholvorgänge abzuschließen, zwingt andere zum Rechtsüberholen, einer rechtlich umstrittenen und statistisch gefährlichen Manöver. In der Stadt gelten andere Regeln — jede Spur ist erlaubt —, aber auf der Autobahn dient die linke Spur zum Überholen oder zum Einfädeln.
Das Ergebnis ist eine Straße, auf der drei unterschiedliche mentale Geschwindigkeiten koexistieren: derjenige, der aus Effizienzgründen 90 km/h fährt, derjenige, der aus Angst vor Bußgeldern 110 km/h fährt, und derjenige, der 150 km/h fährt, weil sein Auto stark genug ist und ihm Urteilsvermögen fehlt. Wenn zwei dieser Typen auf demselben Abschnitt zusammentreffen, entstehen Unfälle. Die Statistik unterscheidet nicht zwischen Langsam und Schnell: Sie zählt nur den Zusammenstoß.
Die unaufgezeichnete Ablenkung
Es gibt einen Faktor, der in Statistiken zur Durchschnittsgeschwindigkeit nicht auftaucht: der Bildschirm. Es wird immer schwieriger, beim Fahren nicht aufs Handy zu schauen, und die Armaturenbrettdesigns — Tablets, die irgendwie angeklebt sind, so die häufigste Beschreibung — helfen nicht dabei. Auf einer zweitägigen Europa-Reise durch fünf Länder mit zehn Beinahe-Unfällen im Rückspiegel wiederholt sich die Szene: Bei jedem Stau halten Fahrer ihr Telefon in der Hand.
Allerdings ist Langsamkeit nicht nur eine Entscheidung, sondern auch eine Folge. Ein altes Auto, das nie gewartet wurde, mit Stoßdämpfern, die durch Buckel zerstört wurden, die wie Achterbahnen gestaltet sind, kann gar nicht schnell fahren, selbst wenn es wollte. Die extraktive Politik der DGT (Dirección General de Tráfico) und der alternde Fahrzeugbestand verstärken sich gegenseitig.
Die unbequeme Schlussfolgerung lautet, dass der langsame Fahrer wirtschaftlich Recht hat: Er gibt weniger aus, bekommt weniger Bußgelder und kommt fast zur gleichen Zeit an. Das Problem ist, dass seine Logik nicht in eine geteilte Autobahn passt. Und solange niemand das ändert, bleibt die linke Spur der Ort, an dem sich die anderen gegenseitig beschimpfen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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