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Warum Matilde heute schön klingt und Mateo allgegenwärtig ist
Huerta de Rey (Burgos) hat über 500 ungewöhnliche Namen und einen Guinness-Weltrekord. Die Mode bestimmt, was schön klingt: heute Matilde, gestern altmodisch.
Matilde galt vor zwanzig Jahren als hässlich; heute gehört es zu den schönsten Namen
Huerta de Rey in Burgos hat mehr seltene Eigennamen als jede andere Gemeinde der Welt: Es hält den Guinness-Weltrekord für die ungewöhnlichsten Vornamen des Planeten. Der Ursprung ist alles andere als poetisch. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wiederholten die Nachbarn dieselben Namen innerhalb der Familien, was das Papierchaos vergrößerte. Also griff der Gemeindesekretär zum Römischen Martyrologium und taufte mit dem Erstbesten, was er fand. So entstanden Burgundófora, Hierónides, Gláfida, Filogonio, Sindulfo oder Evilasio. Die Liste mit über 500 Einträgen wird weiterhin konsultiert.
Dieser Fall dient als Beispiel für das Entscheidende hier: Die Schönheit eines weiblichen Vornamens liegt nicht im Wort selbst. Sie liegt im Preis, den die jeweilige Epoche darauf legt.
Welche sind heute die schönsten weiblichen Vornamen?
Die ehrliche Antwort lautet: Es gibt keine. In den zirkulierenden Listen koexistieren Matilde und Micaela neben Julia, Livia, Diana, Helvia, Adriana, Mónica, Marta, Beatriz, Lucía, Carla, Esther, Mireia, Nuria, Claudia, Iria, Naroa, Eloisa, Calpurnia, Constanza oder Regina Mencía. Fast jeder Name, den man schreiben kann, wird von jemandem verteidigt und im selben Satz von einem anderen verworfen. Die einzige echte Übereinstimmung ist negativ: Niemand bestreitet, dass es hässliche Namen gibt. Was nicht existiert, ist ein Gericht, das dies zertifiziert.
Wie viele Frauen heißen Iris in Spanien?
Etwa 14.500, mit einem Durchschnittsalter von nur 21 Jahren. Dies ist das Porträt eines jungen Namens aus einer einzigen Generation, bei dem in zwanzig Jahren noch keine Abnutzung eingetreten ist. Diese Daten – niedriges Durchschnittsalter und mittleres Volumen – sind der beste Indikator für einen aufstrebenden Namen. Matilde hingegen hat eine viel breitere Altersverteilung, weil es bereits „zurück“ ist.
Mateo und Matilde: Vom alten Modename zum Trendnamen
Matilde war hässlich. Heute ist es angesagt. Mateo ging im männlichen Bereich denselben Weg umgekehrt: Er klang einst nach einem alten Dorflehrer und ist nun einer der häufigsten Namen unter Neugeborenen. Der Mechanismus wiederholt sich bei Jimena oder Varianten, die nach mittelalterlicher Romanze klingen, und hat einen Haken: Der Name ändert sich nicht, sondern wer ihn trägt. Wenn die Generation, die ihn als spießig empfand, aus den Statistiken verschwindet, rettet die nächste Generation ihn und kleidet ihn in Eleganz. Was gestern Dorf war, ist heute Wurzel.
Dolores, Angustias y Socorro: Wenn der Name wie eine Warnung klingt
Es gibt eine Strömung, die behauptet, diese Namen fungieren eher als Warnung denn als Eigenname und tragen eine semantische Last, die unmöglich recycelt werden kann. Das Urteil fällt nicht über die Träger, sondern über das Ohr des Hörers: Dolores war generationenlang ein gebräuchlicher Name und steht heute am Rand der administrativen Ausrottung. Niemand hat bewiesen, dass es schlechter klingt. Es hat einfach aufgehört, gut zu klingen.
Der Name als Marker der sozialen Klasse
Es gibt die Idee, dass bestimmte Namen ihre Träger kennzeichnen und dass manche Entscheidungen ein Kind verurteilen, bevor es sprechen lernt. Dies ist eine alte und sehr unsolide Intuition: Gemessen wird nicht der Name, sondern der Nachname und die Postleitzahl dahinter. Die Onomastik funktioniert als soziales Signal, nicht als Ursache. Und Signale veralten: Der Name, der heute als ordinär wahrgenommen wird, wird in dreißig Jahren derjenige sein, den die Tochter eines Notars trägt.
Urraca. In Spanien gibt es keine mehr: Die letzte Frau, die mit diesem Namen registriert war, starb 2015. In hundert Jahren wird jemand eine Liste wie die von Huerta de Rey lesen und vermuten, dass Gláfida nie existiert hat.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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