Bonaire: Evakuierung per Lautsprecher in die Tiefgarage

Lautsprecherdurchsagen schickten Menschen bei Bonaire in die überflutete Tiefgarage. Kühltransporter und offizielle Opferzahlen stehen unter Verdacht.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Bonaire: Evakuierung per Lautsprecher in die Tiefgarage
Bonaire: Evakuierung per Lautsprecher in die Tiefgarage

Was tut ein Einkaufszentrum, wenn das Wasser bereits eingedrungen ist? Im Fall von Bonaire lauteten die kursierenden Zeugenaussagen, dass die Antwort eine Durchsage war, die Leute sollten das Gebäude verlassen. Das Problem: Die Gefahr lag draußen. Das Ergebnis war ein Strom von Menschen, der genau im ungünstigsten Moment in die Parketage, also den Keller, führte. Die anschließende Debatte spaltete sich in zwei Lager: jene, die an Tote glauben, und jene, die behaupten, niemand sei gestorben. Mitten drin steht ein unbestrittener Fakt: Manche verbrachten die Nacht in den oberen Stockwerken.

Was im Parkhaus von Bonaire geschah

Die am häufigsten wiederholte Erzählung beschreibt eine Evakuierung, die die Besucher nach unten trieb. Über Lautsprecher wurde zur Räumung des Zentrums aufgerufen, und viele dachten, es sei logisch, zum Auto zu gehen und wegzufahren. Wer in die oberen Etagen ging, saß fest, war aber sicher; wer in den Keller hinabstieg, geriet in eine Falle. Einige argumentieren, unter der Woche füllt sich das Parkhaus nicht, da Mitarbeiter ihr Auto lieber draußen parken, was erklären würde, warum die Zahl der Opfer niedrig oder null ist. Dagegen spricht, dass niemand an einem Regentag fünf Minuten nass werden will und das eigene Parkhaus stärker genutzt wird als angenommen.

Kühltransporter und das Gerücht um die Feria de Valencia

Die Angelegenheit eskalierte, als Videos von Kühltransportern auftauchten, die nachts mit Eskorte abfuhren. Die unmittelbare Interpretation war die schlimmste: Was transportierten sie, Schinken?. Eine Korrektur kam durch ein Video, das einen dieser Transporter bei der Abfahrt von der Feria de Valencia zeigt, die als Leichenschauhaus dient, nicht vom Einkaufszentrum. Das Hotel im Hintergrund verrät den Ort. Dennoch bleiben ungeklärte Aufnahmen, darunter eine nächtliche Szene, in der zwei Personen aus einem Auto heraus einen LKW bei der Rückwärtsausfahrt filmen. Der begründete Zweifel ist nicht ausgeräumt.

Warum von 2.000 Vermissten die Rede ist

In der öffentlichen Diskussion wird die Zahl von 2.000 Vermissten genannt. Die Logik dahinter ist simpel: Hätte es hunderte Tote an einem Ort gegeben, wären Angehörige massenhaft erschienen, um diese Transporter zu öffnen. Das ist nicht geschehen. Die Gegenargumente lauten, dass posttraumatischer Stress lähmt und Familien unterschiedlich organisiert sind. Über die offizielle Zählung schwebt zudem der Verdacht, dass Mobilfunkanbieter Daten über Geräte haben, die in der Zone den Sendebetrieb einstellten, diese Annäherung aber nie veröffentlicht wurde.

Das Geschäft hinter der Räumung

Es gibt einen wirtschaftlichen Aspekt, den kaum jemand beachtet. Ein Sattelzug kann 33 Pueblerino mit gefrorenen Garnelen laden, wobei jede Pueblerino über 14.000 Euro wert ist, also eine halbe Million pro Fahrt. Große Ketten haben Vollkaskoversicherungen und können den Verlust des Bestands verkraften; kleine Unternehmen nicht. Hygienevorschriften verpflichten dazu, gekühlte Ware nach einem längeren Stromausfall zu vernichten, statt sie zu verschenken. Das erklärt die Transporter, ohne dass man Leichen darin vermuten muss.

Die Zahl, die nicht passt

Der unbequemeste Punkt ist logistischer Natur. Es gibt keine Einrichtungen, die für 200 gleichzeitige Autopsien ausgelegt sind, und selbst zehn gleichzeitig wären ungewöhnlich. Befürworter der offiziellen Zahlen argumentieren, dass der Ablauf bei Bergung, Identifikation und Übergabe an Familien korrekt lief und es keine formellen Beschwerden gab. Skeptiker entgegnen, dass eine offizielle Zahl eben nur eine Zahl ist und die Systemüberlastung die perfekte Ausrede darstellt.

Manche berechnen mehr als 10.000 Tote, andere erinnern daran, dass in einer Nachricht, die Polizeiquellen zugeschrieben wurde, bereits 2.500 gezählt wurden. Beides ist nicht verifiziert. Nachweisbar ist lediglich, dass die Evakuierung in den Keller führte, manche oben schliefen und die Transporter nachts abfuhren. Damit wählt jeder seine Version.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (173 Antworten).

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