Andorra verlangt 90 Tage pro Jahr für Wohnsitz ohne Erwerbstätigkeit
Spanien verlassen, ohne arbeiten zu müssen, ist kein Frage des Ziellands, sondern der Steuerbehörde. Wer von Einkünften lebt, kann Andorra, Portugal, Luxemburg, die Schweiz oder halb Lateinamerika in Betracht ziehen, aber die härteste Grenze liegt nicht in den Pyrenäen, sondern in der Steuererklärung. Die Grundvoraussetzung — ausreichende passive Einkünfte, um nicht arbeiten zu müssen, und der Wunsch, ein Haus im Ausland zu kaufen, während man auf eine Verbesserung der Lage im Heimatland wartet — kollidiert mit einem Detail, das viele spät entdecken: Der steuerliche Wohnsitz lässt sich nicht einfach mit dem Gepäck umziehen.
Der Ausgangspunkt ist klar. Eine Person, die nicht arbeiten muss, möchte in Immobilien im Ausland investieren, liquide Mittel „sauber“ im Ausland halten und, falls die Dinge schiefgehen, einen Fuß in der Tür haben. Die Frage ist nicht, wo es mehr Sonne gibt, sondern welche Dokumente jedes Land von jemandem verlangt, der dort weder Arbeitsplätze schafft noch Sozialversicherungsbeiträge zahlt.
Andorra: 90 Tage pro Jahr und ein makelloser Hintergrund
Die nächstgelegene Option außerhalb der EU ist auch die am besten dokumentierte. Nicht-erwerbstätige (passive) Aufenthaltsbewilligungen in Andorra werden zunächst für ein Jahr erteilt und dann in Abschnitten von 3, 3 und 10 Jahren verlängert, mit einer speziellen Vereinbarung für spanische, portugiesische und französische Staatsangehörige. Die Anwesenheitsanforderung liegt bei etwa 90 Tagen pro Kalenderjahr, und die Unterlagen umfassen Reisepass, Zivilstandsbescheinigung und einen makellosen Leumund ohne Vorstrafen.
Die Nachteile sind anderer Natur. Das Land ist winzig und die Einstiegskosten sind nicht für jeden erschwinglich: Manche beschreiben ein Gefühl der Enge zwischen den Bergen, und andere warnen, dass solche Investitionen nur durch hohes Vermögen getragen werden können. Dafür sprechen die Nähe zu Spanien und eine Steuergestaltung, die seit Jahrzehnten Kapital anzieht.
Portugal und die „Golden Visa“-Regelung: Trugbild oder Zuflucht?
Portugal taucht in fast allen Listen auf, und zwar nicht zufällig: Die Politik der letzten Jahre war darauf ausgerichtet, vermögende Residenten anzulocken, mit einem Visaregime, das den Zugang für Käufer von Immobilien erleichtert. Das Argument dafür ist gesundem Menschenverstand geschuldet: verständliche Sprache, moderate Lebenshaltungskosten und eine Kultur, die näher ist, als die Grenze vermuten lässt.
Das Gegenargument ist ökonomischer Natur. Ein Teil der Analyse behauptet, dass das Land unter einem Trugbild litt, gestützt durch die Rettungsschirme der Troika und ausländisches Geld, das die besten Immobilien in Lissabon und Porto verdrängte. Mit weniger Industrie, alternder Bevölkerung, hoher Verschuldung und niedrigem Pro-Kopf-Einkommen ergibt sich das Szenario, nach dem Rauschzustand gleich oder schlechter dazustehen als in Spanien.
[SIZE-5]Schweiz, der Bunker, der langweilt[/SIZE]
Die Schweiz steht immer auf diesen Listen, aus demselben Grund: Sie wirkt wie das Land, das seinen Weg geht, während der Rest zerfällt, wie sie es bereits in beiden Weltkriegen tat. Der französischsprachige Teil mit Genf und Lausanne konzentriert die Präferenzen derer, die einen starken Rechtsstaat und geordnete Steuern suchen.
Das Problem sind Klima und sozialer Kalender. Die Erfahrung derer, die dort gelebt haben, fasst es ohne Umschweife zusammen: Für einen Spanier dauert der Sommer zwei Wochen. Hinzu kommen Lebenshaltungskosten, die keine Improvisation dulden, und eine Aufenthaltsbürokratie, die wenig freundlich gegenüber denen ist, die keine Arbeitskraft beisteuern.
Lateinamerika: Günstig zum Leben, schwer zu bewohnen
Brasilien und Kolumbien erscheinen als ideale Ziele für jene, die nicht arbeiten müssen. Befürworter argumentieren, dass diese Länder ohne die Abhängigkeit vom Job eine Lebensqualität bieten, die in Europa zu diesem Preis kaum zu finden ist. Kritiker, deren Familien seit Jahrzehnten dort leben, entgegnen, dass der Alltag anders aussieht: Man spaziert nicht entspannt durch die Straßen, besonders wenn man einen fremden Akzent hört.
Paraguay mischt sich als Option zur Steuerflucht ein, hat aber ein offensichtliches geografisches Problem: Es hat keinen Zugang zum Meer. Costa Rica, Uruguay, Panama und Puerto Rico vervollständigen die Liste, stets mit derselben Warnung: Wo das Einkommensniveau niedrig ist, wird der wohlhabende Resident zum Ziel. Die VAE erscheinen als Alternative außerhalb Europas für jene, die tatsächlich arbeiten.
Der Nachweis des steuerlichen Wohnsitzes: Autos, Grundsteuer und Einkünfte
Hier wird das Projekt kompliziert. Wenn man nicht arbeitet, bleibt man wahrscheinlich weiterhin steuerlicher Resident in Spanien, was bedeutet, hier weltweit erzielte Einkünfte zu versteuern. Den Status zu ändern erfordert die Anmeldung als Resident im Zielland und die Abmeldung in Spanien. Behaltene Immobilien, aktive Versorgungsanschlüsse oder ein auf den eigenen Namen laufendes Haus können nachteilig sein: Die Finanzverwaltung kann behaupten, der tatsächliche Wohnsitz liege weiterhin in Spanien, und man muss das Gegenteil beweisen.
Die Liste der praktischen Schritte ist lang: Die Grundsteuer (IBI) für zurückgelassene Immobilien, die Ummeldung von Fahrzeugen im Zielland, der Wechsel der Versicherungsgesellschaft und die Verwaltung der Doppelbesteuerung während der Übergangsphase. Jeder Schritt wirft neue Fragen auf, und keiner lässt sich mit einer einzigen Antwort lösen.
Es gibt zudem ein Fundament des Misstrauens, das einen großen Teil der Diskussion durchzieht. Man spricht von Lockdowns, Quarantänen und Grenzschließungen, die jeden einschließen würden, und erwähnt kommerzielle Flüge, die während der Einschränkungen operierten, als Beweis dafür, dass die Kriterien nicht einheitlich sind. Theorien über eine angebliche globale Gesundheitsregierung haben keine überprüfbare Grundlage, erklären aber, warum viele vor Argumenten erst einmal einen Ausweg suchen.
Mit diesen Gegebenheiten ist es vernünftig anzunehmen, dass der Zustrom von Immobilienkäufern außerhalb Spaniens bei jenen wächst, die Vermögen haben und nicht auf ein Gehalt angewiesen sind. Ebenso wahrscheinlich ist, dass die meisten auf halbem Weg stehen bleiben: Die erste steuerliche Hürde entmutigt oft mehr als jede Sprachbarriere. Niemand weiß bisher, wie viele die Schwelle tatsächlich überschreiten.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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