Volkswagen Vento von 1992 fährt 755 km mit 42,5 Litern, Reserve bleibt intakt
Das im Jahr 1994 zugelassene Auto hat seit Tag eins eine durch die ITV (spanische Fahrzeugprüfung) zertifizierte Laufleistung von 95.180 Kilometern. Es hat gerade halb Spanien durchquert und dabei 42,5 Liter Superbenzin (95 Oktan) verbraucht. Der Tank fasst 50 Liter. Bei der Ankunft in Ponferrada waren nach dem erneuten Volltanken noch 7,5 Liter in der Reserve. Die Rechnung ergibt 5,65 Liter pro 100 Kilometer. Der Motor ist ein 1,8-Liter-Benziner mit 90 PS. Die Strecke umfasste 155 Kilometer Landstraße und 600 Kilometer Autobahn, ohne jemals 120 km/h zu überschreiten, auch nicht beim Überholen.
Der Besitzer kaufte das Auto 2021 mit 83.193 Kilometern. Verkauft wurde es vom Freund der Tochter des Erstbesitzers, der es zwei Jahre lang hatte, aber kaum nutzte, da er sich mit Roller oder Motorrad fortbewegte. Das Auto stand immer in einer Garage. Jetzt hat es 95.180 Kilometer. In vier Jahren wurden knapp 12.000 Kilometer gefahren. Die Verbrauchsrechnung erfolgte durch vollständiges Tanken an einer Tankstelle in einem Dorf bei Sevilla für 1,57 Euro pro Liter und erneutem Volltanken in Ponferrada für 1,52 Euro. Der Tank fasst 50 Liter, und die Reservelampe leuchtet, wenn noch etwa sieben bis acht Liter übrig sind.
Wie viel verbraucht ein Auto der 90er wirklich bei zulässiger Geschwindigkeit?
Die Zahl von 5,65 Litern pro 100 km ist kein homologierter Wert. Es ist die Berechnung des Besitzers, gemessen anhand von Quittungen. Der Fahrer besteht darauf, dass er nicht schnell fuhr: 90 oder 100 km/h auf der Autobahn, 80 auf der Landstraße, 120 nur zum Überholen. Bei diesen Geschwindigkeiten erreichen gut gewartete Saugmotoren aus den 90ern Verbrauchswerte, vor denen sich viele moderne Kleinwagen schämen müssten. Der Vento hat keinen Turbo, keine Direkteinspritzung, kein Start-Stopp-System, keine Partikelfilter und keine ECO-Plakette. Er hat einen einfachen Block, ein moderates Gewicht und eine Aerodynamik, die nicht herausragend ist. Und dennoch berechnet der Besitzer, dass er die Reserve bis zur Neige fahren könnte und so auf 870 Kilometer kommen würde.
Manche behaupten, der Vergleich mit einem aktuellen Auto sei unfaire. Moderne Motoren, so das Argument, seien bei höheren Geschwindigkeiten und Last effizienter. Das Gegenargument ist ebenso einfach: Bei 100 km/h braucht ein 90-PS-Benziner aus den 90ern nichts weiter als Grundwartung, um diese Werte zu halten. Der Unterschied liegt nicht in der Mechanik, sondern im Benzinpreis und in der Plakette, die Sie zwingt, das Auto stehen zu lassen.
Tatsächliche Laufleistung und die Obsession mit der Plakette
Das Auto hat 95.180 Kilometer. Die ITV-Papiere von Anfang an bestätigen, dass sie echt sind. Der Erstbesitzer nutzte es wenig und stellte es in die Garage. Der Zweite, der Freund seiner Tochter, hatte es zwei Jahre lang und konnte es nicht instand halten. Der aktuelle Besitzer kaufte es 2021 mit 83.193 Kilometern. In vier Jahren fuhr er 12.000 Kilometer. Das bedeutet, das Auto hat seit der Auslieferung durchschnittlich 3.000 Kilometer pro Jahr zurückgelegt. Für viele Fahrer entspricht das einem Monat Nutzung.
Die Diskussion dreht sich um die Umweltplakette. Ein Auto von 1992 hat keine oder die niedrigste Kategorie. Es ist egal, ob es 5,65 Liter pro 100 km verbraucht und die ITV jedes Jahr problemlos besteht. Umweltzonen schließen es aus. Der Besitzer sagt unverblümt: „Hoffentlich schaffen sie die Aufkleber und den ganzen Unsinn ab.“ Er fügt hinzu, dass er einen makellosen, neuwertigen Renault 4L gesehen habe. Geplante Obsoleszenz, so sein Argument, sei der Feind. Nicht der alte Motor.
Sicherheit: Das Argument, das niemand bestreitet
Hier ist der Konsens unbequem. Ein Auto von 1992 hat keine Vorhang-Airbags, kein Stabilitätsprogramm, kein Notbremssystem und keine Deformationsstruktur für einen Seitenaufprall bei 60 km/h. Die Diskussion bringt dies zur Sprache: Der Unterschied zwischen einem Unfall in einem Auto von 1995 und einem von 2018 kann sein, dass man auf eigenen Beinen geht oder gar nicht mehr geht. Geringer Verbrauch und mechanische Zuverlässigkeit kompensieren das nicht. Der Besitzer leugnet es nicht. Er fährt einfach langsam, schaut in den Spiegel und sucht keinen Ärger.
Auch die Diskussion über die Geschwindigkeit taucht auf. Manche verteidigen, dass 90 km/h auf der Autobahn gefährlich sei, weil es andere zum Überholen zwinge. Andere antworten, dass die reale Gefahr derjenige ist, der mit 150 km/h auf einer kurvenreichen Landstraße dicht auffährt. Der Besitzer ist klar: „Das Beste im Leben ist, keine Eile zu haben. Und andere nicht zu nerven.“
Gegenbeispiel: Ein Škoda Fabia mit 64 PS unter 4,2 Litern
Man muss nicht bis 1992 zurückgehen, um homologierte Verbrauchswerte zu schlagen. Ein Škoda Fabia 1.2 Dreizylinder mit 64 PS und 12 Ventilen, mit einem 45-Liter-Tank, hat kürzlich 1.024 Kilometer in Strecken von 20 bis 50 Kilometern zurückgelegt, wobei er 80 oder 90 km/h hielt. Die Berechnung ergibt 4,2 Liter pro 100 km. Der Fahrer erklärt, dass Homologationstests ohne Steigungen, Wind oder Bremsmanöver und mit Neuwagen durchgeführt werden. Unter realen Bedingungen, so sagt er, sei es schwieriger, diese Werte zu erreichen. Aber es ist möglich.
Die Diskussion über Einfahrphase und Verschleiß verheddert sich. Einige behaupten, dass ein gut eingefahrener Motor mit 100.000 oder 150.000 Kilometern weniger verbrauche als ein fabrikneuer. Andere antworten, dass das Zehntel sind, keine Wunder. Die Tatsache, die niemand bestreitet: Homologierte Verbräuche werden im Labor gemessen, nicht auf der A-6 an einem Sonntagmorgen.
Der Vento fährt weiter. 755 Kilometer, 42,5 Liter, 7,5 Liter Reserve. Die Frage ist nicht, ob das Auto wenig verbraucht. Die Frage ist, wie lange es noch durch bestimmte Straßen fahren darf.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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