VOX zieht sich in sechs Provinzen zurück und bringt die Senatsmehrheit ins Wanken
Was gewinnt VOX, wenn es in sechs Provinzen gar nicht antritt und in vierzehn weiteren nur einen einzigen Senatskandidaten aufstellt? Santiago Abascals Partei kündigte über ihre offiziellen Kanäle einen teilweisen Rückzug für die Senatswahlen an, dargestellt als „Geste der Verantwortung" gegenüber dem, was sie als Pedro Sánchez' Versuch bezeichnet, die Institutionen mit Unterstützung von „Extremisten und Radikalen" zu stürmen. Der Schachzug ist alles andere als ein sauberer Rückzug und zeichnet eine dreigeteilte Landkarte: sechs Provinzen ohne eigene Kandidatur, vierzehn mit nur einem Namen und dreiundzwanzig, wo VOX ganz normal antritt.
Das Detail ist wichtig, weil der Senat die Kammer ist, die über die Dreifünftelmehrheit entscheidet – den Schlüssel zur Ernennung von Verfassungsrichtern und zur Blockade von Gesetzen. Deshalb sind sich PP und VOX einig, dass der PSOE Sitze abgenommen werden müssen, auch wenn sie in allem anderen uneinig sind. Die Frage, die über jeder Nachricht schwebt, ist immer dieselbe: Reicht diese Geste, um die sozialistische Mehrheit in der Oberkammer zu kippen, oder ist es ein blindes Unterfangen, das die eigenen Wähler nur verwirrt?
Die sechs Provinzen, in denen VOX nicht antritt
Las Palmas, Santa Cruz de Tenerife, Cádiz, Valencia, Castellón und die Balearen stehen nicht auf dem Senatswahlzettel von VOX. In diesen Wahlkreisen bleibt den üblichen Wählern der Partei nur die Möglichkeit, das Kästchen der PP anzukreuzen, wenn sie gegen die PSOE etwas bewirken wollen. Nach einer Rechnung, die im Forum kursiert, fehlten der PP in Tenerife rund 20.000 Stimmen, um der PSOE den zweiten Senator wegzunehmen, und VOX hätte selbst mit verdreifachten Stimmen kaum einen Sitz geholt.
In Valencia ist die Marge noch knapper: Nach derselben Rechnung liegt die PP etwa 6.000 Stimmen davon entfernt, der PSOE einen Senator wegzunehmen, und 4% der VOX-Stimmen würden genügen, um den dritten Sitz zu sichern. Der Rückzug in Valencia ist also keine symbolische Geste, sondern reine Wahlarithmetik. Wer das nicht versteht, so argumentieren einige, hat die Rechnung eben nicht mit Bleistift und Papier gemacht.
Vierzehn Provinzen mit nur einem Kandidaten: das Wählerdilemma
Sevilla, Huelva, Asturias, Badajoz, Álava, Navarra, Cáceres, Huesca, Zaragoza, Alicante, Granada, Cuenca, Pontevedra und Jaén werden jeweils nur einen einzigen VOX-Kandidaten für den Senat haben. Nach einer Rechnung, die im Forum kursiert, fehlten der PP in Sevilla gut 10.000 Stimmen, um der PSOE einen Senator wegzunehmen, und wenn ein Viertel der VOX-Stimmen für den Senat zur PP überläuft, können den Sozialisten ein bis zwei Sitze abgenommen werden. Der Schachzug ist chirurgisch präzise, setzt aber voraus, dass der Wähler versteht, dass sein Stimmzettel drei Kästchen hat und dass das Ankreuzen von nur einem die Stimme verschenken kann.
Da liegt das Problem. Ein großer Teil der VOX-Wählerschaft wählt nicht aus Kalkül, sondern aus Identität. Und ihnen zuzumuten, im Senat das Kästchen der PP anzukreuzen – und sei es mit zugehaltener Nase –, verlangt eine Disziplin, zu der viele nicht bereit sind. „Ich wähle keine PP, weder für den Senat, noch für den Kongress, noch zum Teufel damit", fasst eine oft geäußerte Haltung zusammen. Andere sehen es dagegen klar: „Da ich in einer der Provinzen lebe, in denen VOX nicht antritt, wähle ich für den Senat die PP und für den Kongress den Kandidaten von Abascals Leuten."
Die Dreifünftelmehrheit: möglich oder Fata Morgana?
Der Senat braucht Dreifünftel der Stimmen, um Verfassungsrichter zu ernennen und für andere wichtige Entscheidungen. Mit dieser Verteilung ist die Mehrheit schwierig, aber nicht unmöglich. Das Problem: VOX verliert Senatoren dort, wo es nur einen Kandidaten aufstellt, und die PP riskiert, in manchen Provinzen nur zwei zu holen. Die optimistischste Rechnung setzt voraus, dass der VOX-Wähler mit dem Kopf und nicht mit dem Herz entscheidet; das Pessimismus-Szenario geht davon aus, dass viele gar nicht wählen, weil ihre Partei nicht auf dem Stimmzettel steht.
Manche halten dagegen, dass die PP bereits eine pogre Mehrheit am Verfassungsgericht verschenkt hat, als sie den Senat kontrollierte, und es daher keine Garantie gibt, dass sie diese Stimmen gut nutzt. Andere erinnern daran, dass die Linke ihre Wähler kennt und die Rechte nicht, und dass die PSOE in Katalonien in letzter Minute nachgelegt hat, um nicht die Hälfte ihrer Senatoren zu verlieren. Die Partie ist offen.
Der Präzedenzfall, den niemand vergisst
Das Misstrauen gegenüber der PP ist nichts Neues. Im Forum wird daran erinnert, dass die PP den Senat früher kontrollierte und ihn nutzte, um dem Verfassungsgericht eine pogre Mehrheit zu verschaffen, und dass Conde Pumpidos Präsidentschaft am Gericht eine Folge dieser Verwaltung ist. Deshalb verlangen viele VOX-Wähler, nicht ohne Garantien eine „blaue PSOE" wählen zu müssen. Die Erinnerung wiegt schwerer als die Arithmetik.
Die Geste von VOX wird als Opfer dargestellt, ist aber auch ein Härtetest für ihre Wählerschaft. Wenn die Wähler mitziehen, kann die Rechte die sozialistische Mehrheit im Senat kippen. Wenn nicht, hat die Geste nur bestätigt, dass Strategie und Herz nicht immer Hand in Hand gehen.
Am Ende ist der Schachzug auf dem Papier so gut, dass die Linke reagieren musste. Fraglich ist nur, ob der Normalbürger drei Kästchen ankreuzen kann, ohne sich zu vertun. Die Ironie: Die Zukunft des Senats hängt davon ab, dass jemand, der die PP nicht wählen will, es trotzdem tut.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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