Vox und der Wohlfahrtsstaat: Debatte spaltet Spanien

Diskussionsforum über Vox: Vorwürfe des Rechtsabbaus gegenüber Argumenten, sie seien die Einzigen, die Missstände benennen.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Vox und der Wohlfahrtsstaat: Debatte spaltet Spanien
Vox und der Wohlfahrtsstaat: Der Konflikt, der Spanien teilt

Eine Partei, die kaum Grundlagen für eine Regierungsführung hat und deren Diskurs auf Gewalt und die Trennung des Volkes abzielt. So beginnt die Erörterung eines Themas, das seit Jahren in Wirtschaftskreisen umhergeistert: Was würde wirklich passieren, wenn Vox in La Moncloa (dem Sitz der spanischen Regierung) einziehen würde? Die Warnung ist deutlich: Es wäre eine Beleidigung für Großeltern und Eltern, die für Demokratie sowie die heute genossenen Rechte und Freiheiten gekämpft haben. Diese Partei würde als Erstes Rechte abbauen und das Leben der Bürger schleichend ruinieren. Der Hinweis ist nicht geringfügig: Es bleibt eine Woche, um mit klarem Kopf zu denken und zum Wohl aller Spanier zu wählen, ohne Egoismus oder Individualismus, und einen Wohlfahrtsstaat zu erhalten, der weltweit einzigartig ist und dessen Erhalt viel gekostet hat.

Der Wohlfahrtsstaat als Schlachtfeld

Im Kern geht es weniger um Vox selbst als um das dahinterstehende Modell: Ein Gesellschaftsmodell, das als selbstverständlich angesehen wird und laut dieser These gefährdet ist. Das Argument besagt, dass ein Sieg von Abascals Partei einen historischen Rückschritt bedeuten würde, einen direkten Angriff auf die Erinnerung derer, die für Freiheiten kämpften. Der Appell an Großeltern und Eltern ist kein Zufall: Es ist das klassische emotionale Mittel, wenn man strategische Wahlen gegen etwas mobilisieren will.

Die Antwort ließ nicht auf sich warten. Manche behaupten, dass die Wahl von Vox genau das Gegenteil sei: eine Art, den Wohlfahrtsstaat gegen jene zu verteidigen, die ihn von innen ausgehöhlt haben. Das wiederholte Argument lautet, dass Parteien, die sich als pogre bezeichnen, dies nicht wirklich sind, denn die Flucht nach vorn auf einer Welle selbstzerstörerischer Perversionen bedeutet nichts anderes als die Degeneration des Menschen und der sozialen Beziehungen. Familie, Kinder, Haus, Territorium, persönliche Leistung, Vorfahren, religiöse oder spirituelle Bräuche: Alles, was dem Leben Sinn gibt, verschwindet mit dem atheistischen Pogre, so diese Strömung.

Der Konflikt liegt nicht zwischen links und rechts, sondern zwischen zwei Auffassungen davon, was Fortschritt bedeutet. Und dort vergiftet sich die Debatte.

Warum wissen viele Vox-Wähler nicht, was ihre Herrschaft bedeutet?

Einer der häufigsten Vorwürfe ist, dass die Mehrheit der Vox-Wähler keine Ahnung hat, was eine Regierungsbeteiligung dieser Partei bedeutet. Laut dieser Analyse sind sie die Einzigen, die sagen, dass Wasser nass macht, weshalb es sinnvoll ist, sie zu wählen, während andere sich mit Schwulen, Transpersonen oder dem Klimawandel beschäftigen. Der Satz fasst gut die Erschöpfung eines Teils der Wählerschaft zusammen: Man wählt Vox nicht aus tiefster ideologischer Überzeugung, sondern als Strafe für wahrgenommene falsche Prioritäten.

Dem gegenüber steht die andere Seite: Manche warnen, dass intelligente Rechte oder einfach nur jene, die Sánchez nicht mehr wollen, die PP (Partido Popular) wählen werden. Vox zu wählen helfe Sánchez, Sitze dort zu ergattern, wo er sie am dringendsten braucht, argumentiert diese Strömung. Es ist das ewige Dilemma des strategischen Wahlverhaltens, das in Spanien eine lange Tradition hat und hier schonungslos dargestellt wird.

Der Widerspruch ist offensichtlich: Manche sehen in Vox die Strafe, andere das Geschenk an den Gegner. Niemand rückt vor.

Das Gedächtnis der Großeltern und der Mythos der Transition

Der ursprüngliche Ansatz appelliert an Großeltern und Eltern, die für die Demokratie gekämpft haben. Die Antwort ist vernichtend: Die meisten waren zufrieden mit Franco. Dies ist einer der häufigsten Sätze, der den Generationenkonflikt bei diesem Thema am besten zusammenfasst. Es ist keine isolierte Meinung: Manche behaupten, ihre Großeltern hätten nicht dafür gekämpft, dass jemand jeden Onkel Vergewaltiger nennt, noch damit man um Vergebung bittet, nur weil man heterosenshetero und weiß ist, noch damit ihre Töchter sich eine Zukunft aufbauen, nur damit alles unter Quoten, die zur Besetzung von Posten zwingen und die Kompetenz der Leute leugnen, trübe wird.

Die Erzählung der spanischen Transition als kollektive Heldentat bröckelt zunehmend. Manche erinnern daran, dass ihre Großeltern gekämpft haben, um ihre Familie aus der Armut zu holen, und dass vierzig Jahre Sozialismus sie dorthin zurückgebracht haben. In Bezug auf Rechte und Freiheiten hatten sie mehr als ich jetzt, wird behauptet. Die implizite Schlussfolgerung ist, dass die aktuelle Demokratie ihr Versprechen nicht eingelöst hat.

Das historische Gedächtnis ist ein Minenfeld geworden, auf dem jede Generation ihre Toten beansprucht. Und niemand weicht zurück.

Migration, Sicherheit und das Wirtschaftsmodell

Das Migrationsproblem tritt stark hervor, wenn auch mit Nuancen. Manche unterscheiden zwischen Lateinamerikanern, die sie nicht als Migranten betrachten, und anderen Gruppen, für die sie strenge Gesetze fordern und Richter und Polizei vom Staat aus handeln lassen wollen. Die Möglichkeit, Bukeys Gesetze anzuwenden, falls es anders nicht geht, wird erwähnt. Dies ist eine harte Linie, die durch Unsicherheit und Arbeitsmarkt竞争 gerechtfertigt wird: Wenn dein Kind den Job, den du versprichst, nicht findet, weil ein anderer ihn für eine halbe Schüssel Reis macht, erklär das, wird ironisiert.

Auf wirtschaftlicher Ebene ist das wiederkehrende Argument, dass unkontrollierte Migration die Löhne drückt und den Zugang zu Wohnraum erschwert. Ich will nicht, dass meine Kinder kein Haus kaufen können, ich will nicht, dass sie keine Arbeit finden, weil Migranten sie für einen Euro pro Stunde machen, wird wiederholt. Dies ist die wirtschaftliche Version des Unmuts, die sich mit der Unzufriedenheit über die Lebenshaltungskosten verbindet.

Der Wohlfahrtsstaat wird paradoxerweise von beiden Seiten beschworen: manche, um ihn vor Kürzungen zu schützen, andere, um ihn vor unlauterem Wettbewerb zu bewahren. Der Zusammenprall ist total.

Unzufriedenheit mit dem System und die CNI-Theorie

Eine der auffälligsten kursierenden Theorien besagt, dass Podemos eine Kreation des CNI (Spanisches Nationales Nachrichtenzentrum) war, um die Empörung über die Korruption im Regime nach 1978 zu kanalisieren, und dass Vox eine weitere CNI-Kreation ist, um die Empörung über Gender-Politik, migrationsfreundliche Politiken und den katalanischen Unabhängigkeitsprozess zu kanalisieren. Podemos, Vox und Ciudadanos wurden inszeniert, um die Politik zu erneuern, den Bipartidismus zu beseitigen und eine Alternative zum Regime nach 1978 und seiner Korruption anzubieten. Einige Jahre später ist das Ergebnis, dass die PP gestützt durch Ciudadanos und Vox regiert hat, und die PSOE durch Nationalisten. Die Schlussfolgerung ist, dass sich das System recycelt hat, ohne grundlegend zu ändern.

Ein anderer Strom sieht es breiter: Es gibt nur zwei politische Kräfte, Globalisten gegen Souveränisten. Ersterer gewinnen hochkant, halten den Pfannenstiel fest, haben verschiedene Akronyme aber nur eine Nadel am Revers, sind Bauern der Druckmeister. Sie verkaufen ihre Mutter, wenn sie nicht gehorchen, aus Gier oder Angst, aber sie gehorchen, und nicht ihren Wählern. Dies ist die verschwörungstheoretische Version der Sache, die sich mit der Agenda 2030 und der Idee verbindet, dass die Lösung, wenn sie kommt, von außen kommen wird: Dass die USA ihre Hegemonie verlieren und die Chinesen gewähren lassen, oder dass globale Kontrollmaßnahmen durch Bevölkerungsaufstände explodieren.

Die Unzufriedenheit unterscheidet nicht nach Akronym: Das gesamte System steht infrage. Und dort verheddert sich die Analyse.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (134 Antworten).

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