La Sexta: 17 Millionen Migranten für Spaniens Sozialstaat

La Sexta nennt 17 Millionen Migranten als Lösung. Doch Spanien hat bereits so viele Ausländer. Das wirft Fragen zu Renten und öffentlichen Diensten auf.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

La Sexta: 17 Millionen Migranten für Spaniens Sozialstaat
Die von La Sens genannten 17 Millionen Migranten

Siebzehn Millionen Migranten, um den spanischen Wohlfahrtsstaat zu retten. Diese Zahl, die einem Beitrag bei La Sens zugeschrieben wird, kollidiert mit einem anderen Faktum in derselben Debatte: Laut Informationen der La Vanguardia leben in Spanien bereits etwa 17 Millionen Menschen ausländischer Herkunft. Wenn die Anzahl, die zur Rettung des Systems gefordert wird, mit der bereits vorhandenen übereinstimmt, ist das Problem nicht, wie viele kommen, sondern über welches System wir sprechen. Die Diskussion wurde in wenigen Zeilen mit Studien, kommunalen Prozentwerten und Rentenkalkulationen gefüllt.

Die zitierte niederländische Studie zu Migration und Wohlfahrt

Das am häufigsten wiederholte Argument diskutiert nicht das Volumen, sondern das Profil. Es wird eine niederländische Studie angeführt, wonach nicht-westliche Immigration keinen wirtschaftlichen Nettogewinn für europäische Nationen bringt und nur Arbeitsmigration aus Nordamerika, Lateinamerika, Ozeanien, den Britischen Inseln, Skandinavien, Belgien, Luxemburg, Frankreich oder Deutschland rentabel sei. Daraus folgt die Schlussfolgerung, die einen großen Teil des Austauschs dominiert: Es geht nicht darum, mehr Menschen zu holen, sondern welche Menschen. Und die Warnung, dass ein gering qualifizierter Zustrom, der wenig einzahlt und öffentliche Dienstleistungen konsumiert, die Bilanz negativ belasten kann.

Es empfiehlt sich, die Daten von der Interpretation zu trennen. Die Studie wird erwähnt, aber nicht reproduziert. Was drumherum konstruiert wird, ist vor allem fiskalische Politik-Fiktion.

Werden Renten durch mehr Bevölkerung getragen?

Hier wird die Sache strukturell. Der zentrale Einwand ist, dass das Umlageverfahren wie eine Pyramide funktioniert: Die Beiträge der Erwerbstätigen zahlen die Renten der Nicht-Erwerbstätigen, sodass es eine immer breitere Basis benötigt. Mehr Bevölkerung verzögert das Problem, löst es aber nicht. Jemand formuliert dies mit typisch spanischem Humor als unbequeme Frage: Wer wird in dreißig Jahren die Renten derer zahlen, die jetzt kommen, um die Renten zu zahlen?

Die Alternative, die aus dieser Perspektive verteidigt wird, ist ein System individueller Kapitaldeckung, bei dem jeder entsprechend seiner Einzahlungen erhält. Die Gegenseite – dass ohne Zuwanderung von Arbeitnehmern das Ungleichgewicht früher eintritt – wird eher vorausgesetzt als bewiesen. Und dieses gegenseitige Schweigen ist an sich der Kern der Uneinigkeit.

Ärzte, Klassenräume und Wartelisten: Gleiches auf mehr verteilen

Der zweite Argumentationsblock ist häusliche Arithmetik. Wenn in einer Gemeinde ein Arzt pro hundert Einwohner da ist und dreißig weitere Menschen hinzukommen, verschiebt sich das Verhältnis auf eins pro hundertdreißig. Und so weiter bei Schulen, Transport, Wohnraum und Wartelisten. Bei bereits angespannten Dienstleistungen wird argumentiert, dass jede Bevölkerungsvermehrung die wahrgenommene Qualität für die bereits Anwesenden senkt.

Das Beispiel, das auf den Tisch gelegt wird, ist Vícar in Almería: eine von der PSOE regierte Gemeinde mit 34 % Migrationsanteil und knapp 30.000 Einwohnern, deren Bürgermeister erklärt, man bereite sich darauf vor, in zwei Jahrzehnten 50.000 zu erreichen. Die Schlagzeile dieser Information behauptet, viele kämen «nicht zum Arbeiten, sondern um vom Staat zu leben». Das Beispiel dient mehr als nur der Schlagzeile: Es zeigt, dass die Diskussion nicht abstrakt ist, sondern im Sprechzimmer des Gesundheitszentrums ausgetragen wird.

Löhne, Mieten und Wettbewerb um Arbeitsplätze

Es gibt eine dritte Front, die arbeitsmarktliche. Wer sie anspricht, vertritt die Ansicht, dass der massive Zuzug gering qualifizierter Arbeitskräfte die Löhne am unteren Ende der Skala drückt und die Gentrifizierung der Viertel beschleunigt, mit dem paradoxen Ergebnis, dass gerade einkommensschwache Arbeitnehmer dies am stärksten spüren. Ein verwirrender Nuance wird hinzugefügt: Selbst wenn 17 Millionen Akademiker, Installateure, Elektriker und qualifizierte Reaccionariorbeiter kämen, würde nichts repariert, solange das System gleich bleibt.

Parallel kursiert eine Veröffentlichung, die zwei Richtungen des Flusses vergleicht: Niederlande, Norwegen, Großbritannien und Irland stellen spanische Pflegekräfte und Ärzte ein; Mexiko, Brasilien, Deutschland und die VAE stellen spanische Ingenieure und Architekten ein; und, laut derselben Publikation, stellt die spanische Regierung 250.000 Mauretanier «nach Gewicht» ein. Die Ironie braucht keinen Kommentar, auch wenn die Symmetrie allein nichts beweist.

Die offene Frage

Am Ende bestreitet niemand den Druck auf die Haushalte oder den Geburtenrückgang. Diskutiert wird, ob die Antwort darin besteht, Bevölkerung ohne Bedingungen hinzuzufügen, sie mit professionellen Filtern zu ergänzen oder den Mechanismus, der das Loch erzeugt, grundlegend zu ändern. Solange die Zahl das Argument ist, wird die Diskussion weiterhin Menschen messen und nicht Designs. Was wäre, wenn das Problem nie gewesen wäre, wie viele Millionen fehlen, sondern wie viele Millionen genutzt werden, um zu verbergen, wie das System aufgebaut ist?

Auch verfügbar auf: English

Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (250 Antworten).

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