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Historischer Führer des galizischen Nationalismus stirbt
Xosé Manuel Beiras, Schlüsselfigur des galizischen Nationalismus, stirbt mit 90 Jahren. Die Nachricht löste geteilte Reaktionen aus.
Beiras stirbt, eine Schlüsselfigur des galizischen Nationalismus
Xosé Manuel Beiras, führender Vertreter des galizischen Nationalismus und jahrzehntelange intellektuelle Referenz, ist im Alter von 90 Jahren verstorben. Die Nachricht, zuerst von elDiario.es gemeldet, löste eine Welle von Reaktionen aus, die von Würdigung bis zu ideologischen Abrechnungen reichten.
Vom Professor zum nationalistischen Anführer
In Santiago de Compostela in eine wohlhabende Familie geboren – sein Vater war Mitgründer von Televés – kombinierte Beiras seinen Lehrstuhl für Wirtschaftswissenschaften mit politischem Engagement. Seine Mischung aus Marxismus und Galizianismus machte ihn während der Ära Fraga zur zentralen Figur des galizischen Nationalismus. 2005 trat er als nationaler Sprecher des BNG (Bloque Nacionalista Galego) zurück.
Seine Rückkehr ins Rampenlicht 2012 als Kopf der AGE (Alternativa Galega de Esquerda) war ein Erdbeben: Der BNG verlor Sitze, und Beiras wurde zur Referenz der radikalen Linken. 2016, im Alter von 80 Jahren, wurde er Abgeordneter für En Marea, eine Koalition aus Podemos, Vereinigter Linken und anderen Kräften. Sein Verhältnis zu Yolanda Díaz endete im Bruch; laut Aussagen bezeichnete er Díaz als „die erste Person, die mich verraten hat“.
Wirtschaftliches Erbe: offene Debatte
Über seine politische Rolle hinaus hinterlässt Beiras ein umstrittenes wirtschaftliches Erbe. Kritiker behaupten, sein Einsatz für einen linken Nationalismus habe die Entwicklung Galiziens gebremst, einer Region, die stark von staatlichen Transferzahlungen abhängt. „Eine separatistische Bewegung in einem armen, alternden Galicien aufzubauen, das völlig vom Staat abhängig ist, ist absurd“, fasst eine verbreitete Ansicht zusammen. Andere verteidigen seine Kohärenz: „Er war ein kultivierter Bourgeois, wie es kaum noch gibt.“
Dennoch gelang es Beiras, den galizischen Nationalismus aus der Nische zu holen. Sein Einfluss reichte bis zur nationalen Linken: Er unterstützte früh Podemos und baute Brücken zur 15-M-Bewegung.
Reaktionen: von Würdigung zur Abrechnung
Der Tod von Beiras löste eine Kaskade von Reaktionen aus, die die Spaltung widerspiegeln, die er verkörperte. Vom BNG betonte die aktuelle Chefin Ana Pontón sein „unverzichtbares Vermächtnis“. Bei der galizischen PP herrschte meist Schweigen, unterbrochen von Nachrichten, die an seine Konflikte mit Fraga erinnerten. Auf der nationalen Linken bedauerte Yolanda Díaz den Verlust einer „ethischen Referenz“.
Soziale Medien waren ein Hexenkessel. Während einige seine Figur feierten, nutzten andere die Gelegenheit zur Abrechnung: „Immer nur Galizianismus“, „Ein bisschen Respekt, er war ein ehrlicher Mann“, „Geimpft?“ Die Polarisierung, die Beiras jahrzehntelang pflegte, überlebt ihn.
Zukunft des nationalistischen Lagers
Das Verschwinden von Beiras hinterlässt eine schwer zu füllende Lücke. Der BNG, nun in der Opposition, steht vor einem Wahlzyklus, bei dem unklar ist, ob sein Vermächtnis die Basis mobilisiert oder der Mangel an charismatischer Führung Kosten verursacht. Auf nationaler Ebene öffnet sein Tod erneut die Debatte über die Einbettung peripherer Nationalismen in die Linke.
Beiras geht mit derselben Frage, die sein Leben begleitete: Kann Galicien eine Nation sein, ohne von Madrid abzuhängen? Die Antwort bleibt, wie sein Vermächtnis, offen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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