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Vom Exodus zum Rosenkranz: das Gebot, das das Gesetz trägt
Das Evangelium vom 25. Oktober fasst das Gesetz in zwei Lieben zusammen: Gott und den Nächsten. Der Exodus sagt, wie: ohne den Armen oder den Migranten auszubeuten.
Das Gebot, auf dem das ganze Gesetz und die Propheten beruhen
Welches ist das wichtigste Gebot? Ein Schriftgelehrter stellt Jesus diese Frage im Evangelium dieses Sonntags, dem 25. Oktober, und die Antwort lässt keine Abstufungen zu: Du sollst den Herrn lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Verstand, und deinen Nächsten wie dich selbst. An allem anderen hängt das Weitere, nach Matthäus 22, 34-40. Die Liturgie dieses Sonntags bleibt nicht bei der Theorie: Die erste Lesung aus dem Buch Exodus konkretisiert, was es bedeutet, den Nächsten zu lieben, wenn sie gebietet, den Migranten nicht zu misshandeln, die Witwe oder die Waise nicht auszubeuten und dem Armen keinen Zins aufzuerlegen. Psalm 17 liefert die Musik: „Ich liebe dich, Herr; du bist meine Stärke“.
Was das heutige Evangelium über die Liebe zu Gott und zum Nächsten sagt
Der Abschnitt ist eine gestellte Falle. Die Pharisäer, nachdem Jesus die Sadduzäer zum Schweigen gebracht hatte, schicken einen Schriftgelehrten, um ihn auf die Probe zu stellen. Die Frage war nicht harmlos: Die Rabbiner stritten, welches der 613 Gebote am schwersten wiege. Die Antwort Jesu wählt nicht aus der Liste, sondern fasst sie in zwei untrennbare Lieben zusammen. Die erste: Gott lieben mit ganzem Herzen, ganzer Seele und ganzem Verstand. Die zweite, der ersten gleich: den Nächsten lieben wie sich selbst. Und er schließt: Auf diesen zwei Geboten beruhen das ganze Gesetz und die Propheten.
Die Verbindung zum Exodus ist der Schlüssel, der oft übersehen wird. Der Gott, der als Stärke angerufen wird, ist derselbe, der den Schrei des Unterdrückten hört: „Wenn er zu mir schreit, werde ich ihn hören, denn ich bin barmherzig“. Die Religion, so der Text, entscheidet sich an der Verteidigung der Armen. Sie ist kein geistlicher Schmuck, sondern eine gesetzliche Verpflichtung des Bundeskodex.
Die zweite Lesung: eine Gemeinde, die sich von den Götzen bekehrte
Paulus beschreibt im ersten Brief an die Thessalonicher eine Gemeinde, die das Wort „in großer Bedrängnis, mit der Freude des Heiligen Geistes“ aufnahm und zum Vorbild für Mazedonien und Achaia wurde. Sie verließen die Götzen, um dem lebendigen Gott zu dienen und die Wiederkunft seines Sohnes zu erwarten. Der Text vervollständigt das Bild: Die Liebe zum Nächsten entsteht nicht aus dem Nichts, sie entsteht aus einer vorherigen Bekehrung.
Der Rosenkranz um 22 Uhr und die Verheißungen der Jungfrau
Der liturgische Tag schließt mit dem Gebet des Heiligen Rosenkranzes um 22 Uhr, übertragen aus Lourdes auf Spanisch, mit Litaneien, Salve und gesungenem Ave Maria. Der Aufruf wird von der klassischen Liste der Verheißungen begleitet, die den Marienerscheinungen zugeschrieben werden: Schutz, besondere Gnaden, Sieg über die Laster und am Ende die Verheißung, dass „die Seele, die sich mir im Rosenkranz anvertraut, nicht zugrunde geht“.
Dazu zirkuliert in diesen Tagen eine Initiative: der eine Million Rosenkränze, mit konkreten Absichten für die Einheit Spaniens, die Bekehrung des Landes, die Jugend und die Familien. Gebet und öffentliche Sache, wieder einmal miteinander verwoben.
Gebet ohne Bittenliste
Gegen das reine, harte Bittgebet wird etwas anderes eingefordert: beten, um eine Beziehung zu Gott zu haben, sprechen und hören, und an den Punkt gelangen, an dem man nicht mehr sprechen muss. „Wenn die Liebe alles sagt“, braucht es nicht einmal Worte. Das Zitat des heiligen Isaak fasst es zusammen: Im Reich wird die Sprache das Schweigen sein.
Am Ende bleibt eine unbequeme Frage: Wenn die Liebe zum Nächsten das Gesetz trägt, wie viel von dem, was wir Frömmigkeit nennen, hält der Prüfung des Exodus stand? Wenig, wenn man langsam liest.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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