Der Rosenkranz, ein Glaube ohne bloße Pflichterfüllung und das Evangelium vom Pharisäer
Am Dienstag, dem 13. Oktober, bietet die katholische Liturgie ein unbequemes Evangelium: Jesus isst im Haus eines Pharisäers, der empört ist, weil er sich vor dem Essen nicht die Hände wäscht. Die Antwort des Herrn ist ein Pfeil gegen den leeren Ritualismus: "Ihr Pharisäer reinigt die Außenseite von Becher und Schüssel, aber innen seid ihr voller Habgier und Bosheit." Die erste Lesung aus Galater 5,1-6 geht in dieselbe Richtung: "In Christus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittenheit etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe wirkt." Für alle, die Religion auf das Abhaken von Pflichten reduzieren, ist das keine bequeme Botschaft.
Was das Evangelium heute, Dienstag, der 13. Oktober, sagt
Die Stelle aus Lukas 11,37-41 erzählt vom Essen im Haus des Pharisäers. Der Gastgeber wundert sich, dass Jesus sich vor dem Essen nicht die Hände wäscht, ein ritueller Reinheitsgestus. Die Antwort Christi kehrt die Logik um: Nicht das von außen macht unrein, sondern das von innen. "Ihr Narren! Hat nicht derselbe, der das Draußen gemacht hat, auch das Drinnen gemacht? Gebt aber Almosen, und siehe, da ist euch alles rein."
Psalm 118 bekräftigt den Gedanken: "Herr, lass mich deine Gunst erlangen, dein Heil nach deiner Verheißung." Die Sonntagsbetrachtung fasst es ungeschminkt zusammen: "Was nützt ein Glaube, der nur Pflichterfüllung ist?" Die Kritik richtet sich gegen eine Religion, die zum Ritus ohne Werke geworden ist, zum Schein ohne Umkehr.
Die Verheißungen des Rosenkranzes und ihre Bedeutung in der Marienfrömmigkeit
Die Eingangsbotschaft sammelt die sogenannten Verheißungen des Rosenkranzes, die Marienerscheinungen zugeschrieben werden. Darunter: "Der Rosenkranz ist eine mächtige Waffe, um nicht in die Hölle zu kommen; er wird die Laster zerstören, die Sünden verringern und uns vor den Häresien schützen." Auch: "Die Seele, die sich mir im Rosenkranz anvertraut, wird nicht zugrunde gehen" und "Aus dem Fegefeuer werde ich die erretten, die den Rosenkranz andächtig beten."
Die Zusammenkunft umfasst das Gebet des Heiligen Rosenkranzes um 22 Uhr mit Litaneien, Salve und gesungenem Ave Maria. Das Material erinnert daran, dass die Litaneien "nicht verpflichtend sind, aber unserer Mutter im Himmel gefallen". Die Frömmigkeit wird als Zeichen der Prophetie und als Band der Geschwisterlichkeit mit Christus dargestellt.
Der leere Ritualismus, vom Pharisäer bis ins 21. Jahrhundert
Die Evangeliumsbetrachtung stellt fest, dass das Problem des Pharisäers nicht das Gesetz ist, sondern der zum Formalismus gewordene Glaube. "Erfüllen ist manchmal ein Synonym für Lügen, wenn mein Glaube zum Ritus wird und sich nicht in Werken und Liebeswerken ausdrückt." Der Text lädt ein, den eigenen christlichen Weg zu überprüfen: Krisen, Ängste, Zweifel, aber auch Neid und Groll.
Die theologische Schlussfolgerung lautet, dass die Freiheit von Christus erkämpft wurde und dass die Gnade im Herzen wirkt, ohne die menschliche Freiheit zu verletzen. Das Almosen ist in diesem Rahmen nicht ein Geben von etwas, sondern ein Sich-Selber-Geben: "Almosen geben heißt nicht geben, sondern mich selbst geben."
Gebet für die Kranken und die schwierigen Fälle
Im selben Raum wird um Gebet für eine Frau aus Saragossa gebeten, die für ihre zwei Hunde ein Zuhause sucht, nachdem ihr eine Lebenserwartung von weniger als zwei Monaten prognostiziert wurde: "Mir bleibt nicht viel Leben, keine zwei Monate; möge sie jemand adoptieren und sehr lieben." Die Intention ist, dass "sie länger lebt, als die Ärzte sagen, und dass man so erkennt, dass nur der Herr über Tag und Stunde entscheidet."
Gebetet wird auch zum Heiligen Judas Thaddäus, "besonderer Patron der SCHWIERIGEN und VERZWEIFELTEN FÄLLE", und erinnert an die Barmherzigkeitskrone, ideal um 15 Uhr, "die Stunde, in der Jesus sein Leben für uns hingab."
Das Wasser des Geistes und die christliche Freiheit
Der Kommentar der Fünf Minuten des Heiligen Geistes vom 13. Oktober entfaltet das Symbol des Wassers im vierten Evangelium als Wirken des Geistes: Er reinigt und belebt. Zitiert werden Hesekiel 36,25.27; 47,1-12; Sacharja 13,1; Jesaja 12,3 und Johannes 7,37-39. Die durchstochene Seite Christi erweist sich als Quelle des lebendigen Wassers.
Die Ausgießung des Geistes erfüllt die Mission Christi, der gekommen ist, damit wir Leben in Fülle haben (Johannes 10,10). Das Wasser des Geistes macht den auferstandenen Christus gegenwärtig und lässt uns am Leben der Dreifaltigkeit teilhaben.
Die Spannung zwischen Ritus und Liebe zog sich durch den ganzen Liturgietag. Wer den Rosenkranz zur bloßen mechanischen Wiederholung macht, behält den Becher, der außen sauber ist. Wer den Glauben durch die Liebe wirken lässt, dessen Inneres wird ebenfalls rein sein.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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