Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr: das Gebet aus Lourdes

Das Evangelium vom 22. Oktober spricht von Feuer und Spaltung, nicht von Frieden. Die tägliche Rosenkranzgebetsrunde um 22 Uhr aus Lourdes geht in die nächste Runde.

Deutsch · Ursprüngliche Diskussion auf Spanisch · Veröffentlicht

Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr: das Gebet aus Lourdes
Täglicher Rosenkranz um 22 Uhr: der Termin, der nie ausfällt

Jede Nacht um 22 Uhr erklingt derselbe Aufruf. Aus Lourdes und auf Spanisch versammelt sich eine Gruppe von Lesern zum Gebet des Heiligen Rosenkranzes, mit Litaneien, Salve Regina und gesungenem Ave Maria. Der Termin wiederholt sich mit einer Pünktlichkeit, die sich manche Institution wünschen würde: 25 bis 30 Minuten auf die Sekunde gestoppt, keine Minute mehr. Das Evangelium vom Donnerstag, dem 22. Oktober, gibt den Rahmen vor: «Die Barmherzigkeit des Herrn erfüllt die Erde».

Was das heutige Evangelium sagt: Feuer, nicht Frieden

Der Text aus Lukas 12, 49-53 ist wahrlich kein Balsam. «Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; wie wünschte ich, es brennte schon!», sagt Jesus. Und er fügt hinzu: «Glaubt ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf die Erde zu bringen? Nein, Spaltung». Die Auslegung der Dominikaner des Klosters Santa Ana (Murcia) bringt es auf den Boden: Das christliche Leben ist ein fortwährender Kampf, und Versuchungen zeigen sich «im Gewinde des Guten und mit einem hohen Wahrheitsgehalt». Die erste Lesung, aus Epheser 3, 14-21, bittet darum, «durch seinen Geist gestärkt» zu werden und eine Liebe zu begreifen, die «jedes Wissen übersteigt».

Die Versprechen des Rosenkranzes: fünfzehn Zusagen unter der Lupe

Der Aufruf enthält die Liste der Versprechen, die den Marienerscheinungen zugeschrieben werden. Darunter: Schutz und besondere Gnaden, der Rosenkranz als «mächtige Waffe, um nicht in die Hölle zu kommen», die Befreiung aus dem Fegefeuer für alle, die ihn andächtig beten, und das Versprechen, «alles, was ihr mich durch den Rosenkranz bittet», zu erhalten. Der Text versichert auch, dass die Seele, die sich dem Rosenkranz anvertraut, «nicht zugrunde gehen» wird und dass fromme Kinder «einen hohen Grad an Herrlichkeit im Himmel» verdienen. Es ist die Art von Aufzählung, die, irdisch gelesen, viel verspricht und keiner Prüfung standhält.

Die Debatte: Liebe ist nicht die «Partei der Liebe»

Die politischste Reflexion des Tages kommt vom Evangelium her. Die christliche Liebe zu Familie, Vaterland oder Arbeit «kann niemals gegen die Wahrheit oder gegen das Gesetz Gottes sein», argumentiert einer der Beiträge, der davor warnt, die Botschaft mit einer süßlichen Sentimentalität zu verwechseln, die Konflikt um jeden Preis vermeidet. Die Spaltung, die Lukas ankündigt, ist kein Zufall: Sie ist die Folge, standhaft zu bleiben. Die Idee kreuzt sich mit dem Zitat der Dominikanerinnen über die Versuchungen, die uns «vom Weg abbringen wollen, der uns zu Gott führt».

Die fünf Minuten des Heiligen Geistes und die Heiligkeit des Kleinen

Gegen das Feuer des Evangeliums geht die tägliche Reflexion ins Alltägliche: der Heilige Geist als «Meister der kleinen Dinge». Wir erfreuen uns nicht am Kleinen und tun die guten Taten nicht, die bedeutungslos erscheinen, und das Ergebnis ist, «mit leeren Händen» dazustehen. Ein Lächeln, ein freundlicher Gruß, eine minimale Handlung: Die These ist, dass dort die Seele gestärkt wird. Der Kontrast zum Feuer und zur Spaltung des Lukastextes ist auffällig und trägt einen Großteil des Tons des Tages.



Am Ende stützt sich der Aufruf auf eine bescheidene und sture Zahl: 22 Uhr, jeden Tag, maximal 25 oder 30 Minuten. Weder Feuer noch Spaltung. Nur ein Termin.

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Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft. Die ganze Diskussion lesen (22 Antworten).

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