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Vier K-52-Hubschrauber abgeschossen: Das Video stammte aus einem Videospiel
Das Video von vier abgeschossenen russischen K-52-Hubschraubern entpuppte sich als eine Runde Arma 3. Kriegspropaganda wird heute schon mit Videospielen hergestellt.
Vier abgeschossene K-52: Das Video stammte aus einem Videospiel
Vier russische K-52-Kampfhubschrauber auf einen Schlag abgeschossen. Die Meldung, verbreitet als Beweis für die Schlagkraft der ukrainischen Streitkräfte, zerfiel binnen Stunden: Die Bilder stammten nicht von einem echten Schlachtfeld, sondern aus Arma 3, einem Militärsimulator für den PC. Die Szene, mit Türmen und Panzerfahrzeugen, die für jeden Spieler sofort erkennbar sind, wurde von mehreren Beobachtern identifiziert, noch bevor das Video aus dem Netz verschwand.
Der Vorfall ist kein Einzelfall. Im selben Zusammenhang machte ein weiteres ähnliches Stück die Runde, das einer offiziellen Präsentation einer ukrainischen Verteidigungsstaatssekretärin zugeschrieben wurde und das ebenfalls eine Videospiel-Montage zur Illustration angeblicher russischer Verluste genutzt haben soll. Die Übereinstimmung der Muster —spektakuläres Video, schnelle Verbreitung, stilles Löschen— zeichnet ein Ökosystem, in dem Propaganda mit Unterhaltungswerkzeugen hergestellt und ohne Prüfung konsumiert wird.
Was ist Arma 3 und warum wird es mit echtem Krieg verwechselt
Arma 3 ist ein taktischer Kampfsimulator für den PC, der Fahrzeuge, Waffen und Schauplätze mit bemerkenswerter Genauigkeit nachbildet. Seine Grafikengine erlaubt Aufnahmen, die auf dem Smartphone-Bildschirm und mit der Kompression der sozialen Medien für das ungeübte Auge nicht von einem echten Video zu unterscheiden sind. Der Turm, der bei Sekunde 31 des Clips erscheint, ist nach Aussage von Kennern des Spiels ein charakteristisches Modell des Simulators. Man muss kein Verteidigungsensverteidigung sein: Ein paar Stunden vor der Tastatur genügen.
Die Anekdote hat es in sich. Der Simulator ist zu einem Doppelzweck-Werkzeug geworden: militärische Ausbildung und Propagandafabrik. Jeder Hobbyist mit einem halbwegs leistungsstarken Computer kann an einem Nachmittag eine überzeugende Zerstörungsszene zusammenbauen. Die Kosten für die Produktion einer Kriegsfalschmeldung sind dramatisch gesunken.
Die Reaktion: Von der Begeisterung zum Spott in wenigen Stunden
Die ursprüngliche Ankündigung der vier abgeschossenen Hubschrauber löste bei denen, die den Konflikt mit Sympathie für die ukrainische Seite verfolgen, sofortige Zustimmung aus. Doch die Identifikation des Videospiels löste eine Welle spöttischer Kommentare aus. Die Rede war von einer weiteren „Tat" der offiziellen Erzählung, davon, wie leicht Fakes in Kriegsmeldungen rutschen, und von der Glaubwürdigkeit der Medien, die sie ungeprüft übernehmen. Das Löschen des Originalvideos —und des dazugehörigen Tweets— wurde als stillschweigendes Eingeständnis des Fehlers gedeutet.
Manche halten den Vorfall für irrelevant, weil der echte Krieg weiterläuft und die russischen Verluste unbestreitbar sind. Dem steht das Argument entgegen, dass jeder aufgedeckte Fake das Vertrauen in die Information als Ganzes untergräbt, auch in die solide. Propaganda durch Sättigung hat ihren Preis: Die Öffentlichkeit glaubt keine Meldung mehr, nicht einmal die mit Belegen.
Das Video als Waffe: Von Videospielen zur Kriegswirtschaft
Das Phänomen beschränkt sich nicht auf die Ukraine. Die Leichtigkeit, mit der sich mit Videospiel-Engines falsche Bilder herstellen lassen, betrifft jeden Konflikt und jede Propaganda. Die Frage ist nicht mehr, ob ein Video echt ist, sondern wie lange es dauert, bis jemand das Gegenteil beweist. In diesem Fall fiel die Antwort schnell aus: ein paar Minuten. In anderen Fällen kommt die Richtigstellung zu spät, und die Falschmeldung ist bereits um die Welt gegangen.
Unterdessen driftete die Diskussion in andere Themen: den Benzinpreis in Europa im Vergleich zu Russland, die Glaubwürdigkeit von Medien, die ungeprüft verstärken, und die Schwierigkeit, auf einem Bildschirm Echt von Simuliertem zu unterscheiden. Der Krieg der Bilder wird auf demselben Terrain ausgetragen wie der Wirtschaftskrieg, und die Waffen sind genauso billig.
Wie viele der derzeit kursierenden Videos hielten einer minimalen Überprüfung stand? Die Antwort ist unbequem und wird wahrscheinlich keiner der beiden Seiten gefallen.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
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