Estás usando un navegador desactualizado. Es posible que no muestre este u otros sitios web correctamente. Debe actualizar o usar un navegador alternativo.
Vier russische Panzer, eine ukrainische Rakete und ein arabischer Bildschirm
Eine ukrainische Stugna-Rakete zerstört vier Panzerfahrzeuge – in einem Video mit arabischem Bildschirm und unbeweglichen Zielen. Die Debatte über seine Echtheit.
Vier russische Panzer, eine Rakete und ein arabischer Bildschirm
Ein Bediener feuert eine Lenkwaffe auf eine Kolonne von Panzerfahrzeugen. Das Geschoss trifft, das Fahrzeug brennt, und der Schütze wiederholt den Vorgang bis zu viermal, während die Ziele reglos bleiben. Das Video, das dem ukrainischen Stugna-P-System zugeschrieben wird, kursiert als Beweis für die Wirksamkeit der Panzerabwehrwaffen Kiews. Und da beginnt das Problem: Auf dem Bildschirm der Feuerleitanlage erscheinen arabische Schriftzeichen, man hört Russisch, jemand sagt „yes“, und die Landschaft passt so recht nicht zum Donbas.
Die Diskussion spaltet sich von der ersten Minute an in zwei Lager. Für die einen entlarvt das Detail der arabischen Benutzeroberfläche das Material: Es handle sich um Exportware für einen Kunden im Nahen Osten oder schlicht um ein Schulungsvideo, das in einem anderen Land aufgenommen wurde. Für die anderen ist die Erklärung prosaischer: Die Ukraine stellt das Stugna-P her und verkauft Einheiten ins Ausland, sodass eine Exportcharge mit der ursprünglichen Benutzeroberfläche an die Front gelangen kann, ohne dass dadurch etwas ungültig wird.
Was ist das Stugna-P und warum erscheint es auf Arabisch
Das Stugna-P ist eine ukrainisch konstruierte und hergestellte Panzerabwehrrakete, keine NATO-Lieferung. Das ist das Argument derjenigen, die die Echtheit des Videos verteidigen: Kiew muss nicht auf westliche Lieferungen warten, um Panzerfahrzeuge in Brand zu setzen – die eigene Industrie produziert das System. Das Argument hat Substanz, löst aber die Sprachfrage nicht.
Die am häufigsten geäußerte Hypothese verweist auf Exporteinheiten. Der Hersteller habe das System in fernbedienbare Türme für eine Bestellung integriert, die für Golfstaaten bestimmt war, mit der Steuerungssoftware auf Arabisch. Wenn ein Teil dieser Charge zu Hause blieb oder an die Front umgeleitet wurde, würde der ukrainische Bediener mit einer Oberfläche arbeiten, die er nicht versteht. Niemand legt den Vertrag vor, aber die Erklärung passt zur Lieferkette einer Industrie, die ins Ausland verkauft, was sie auch selbst verwendet.
Die Panzer, die sich nicht bewegen
Die zweite Front der Kontroverse ist taktischer Natur. Im Video reagieren die getroffenen Panzerfahrzeuge nicht: Sie fahren nicht an, weichen nicht aus, erwidern das Feuer nicht. Für den Skeptiker riecht das nach toten Zielen auf einem Übungsgelände. Für jemanden, der Dutzende ähnlicher Aufnahmen gesehen hat, lautet die Erklärung anders: Auf die Entfernung, auf der das Stugna arbeitet, trifft das Geschsock ohne Vorwarnung ein, und die Besatzung eines stehenden Fahrzeugs hat Sekunden, um auszusteigen und Deckung zu suchen – nicht zum Manövrieren.
Dazu kommt das Schweigen. Keine Sekundärexplosionen, keine explodierende Munition, niemand rennt. Manche führen das auf bereits verlassene Fahrzeuge oder eine Fälschung zurück. Andere erinnern daran, dass der Ton solcher Aufnahmen oft nicht synchron ist oder aus einer anderen Quelle stammt. Und wieder andere weisen schlicht darauf hin, dass ein zweiminütiges Video keine Schlacht dokumentiert, sondern nur einen Ausschnitt.
Gute Propaganda, schlechte Propaganda
Das unbequemste Detail des Materials ist weder das Arabische noch die Reglosigkeit: Es ist die Tatsache, dass ein einzelner Bediener dort nicht bleiben würde. Wenn man tatsächlich ein Panzerfahrzeug in einer Kolonne zerstört hat, hat der Rest der Kolonne Artillerie, und die Antwort kommt binnen Sekunden. Die Aufnahme würde mit einem Mündungsfeuer abbrechen, nicht in Ruhe. Dieser Einwand, aus dem Skeptizismus vorgetragen, verweist auf etwas Interessanteres als die Echtheit des Videos: auf die Unbeholfenheit einer Propaganda, die die taktischen Folgen des Gezeigten nicht mitdenkt.
Das Ergebnis ist eine Debatte, die nicht um Panzer geht. Sie geht um die Frage, was man glauben kann, wenn jede Seite ihre eigene Version veröffentlicht und keine überprüfbar ist. Das Video beweist für sich genommen nichts, in die eine oder andere Richtung. Das einzig Überprüfbare ist, dass es das Stugna gibt, dass die Ukraine es herstellt und dass russische Panzerfahrzeuge in Dutzenden ähnlicher Aufnahmen brennen.
Dort bleibt die Diskussion stecken. Mit vier ausgebrannten Fahrzeugen, die eine russische Kolonne, eine Schießübung oder eine Exportwerbung sein könnten – und mit der Gewissheit, dass das nächste Video dasselbe Problem haben wird.
Zusammenfassung einer Diskussion auf Burbuja.info - Foro de economía, actualidad y política., aus dem Spanischen übersetzt und vor der Veröffentlichung geprüft.
Die ganze Diskussion lesen (96 Antworten).
Stoltenberg fordert, dass China für seine Unterstützung Russlands bezahlt, und kündigt Sanktionen an. Die Debatte beleuchtet die Kosten für Europa und die Hinwendung zu den BRICS.
Marine Le Pen schlägt eine strategische Annäherung der NATO an Russland vor, um ein Bündnis mit China zu verhindern, und den Austritt Frankreichs aus dem militärischen Kommando.
Das Video von vier abgeschossenen russischen K-52-Hubschraubern entpuppte sich als eine Runde Arma 3. Kriegspropaganda wird heute schon mit Videospielen hergestellt.
Artillerie, Schützengräben und Drohnen: Die Ukraine-Front wiederholt den Abnutzungskrieg von 1914 – mit einem fliegenden Auge, das tötet. Ein Vergleich, der die Analysten spaltet.